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Das Bildungsministerium bittet seine Lehrer mehr Unterrichtsstunden zu geben

Asunción: Um das kommende Schuljahr besser auszunutzen, welche durch die 200 Jahrfeier der Unabhängigkeit beeinträchtigt sind bittet das Bildungsministerium den Unterrichtsausfall zu minimieren. Paraguay gibt lediglich 550 Unterrichtsstunden jährlich.

Das Schuljahr beginnt am 23. Februar 2011 mit der Rückkehr von 1.800.000 Schülern in die Klassenzimmer. Dieses Jahr hat sich das Ministerium vorgenommen, den Lernprozess insofern zu beeinflussen, dass die 186 Plichttage für jeden Schüler mit 744 Unterrichtsstunden eingehalten werden.

Die Generaldirektorin der Grundschulausbildung, Inés Perrota, sagte das eine Studie des Bildungsministeriums ergeben habe, dass jeder Schüler nur 3 Stunden pro Tag effektiv im Unterricht ist, was pro Jahr 558 Stunden bedeutet.

Um den Unterrichtszeitverlust vorzubeugen, bereitete das Ministerium eine Empfehlung vor, mit welcher Durchführung der Morgengruß auf 10 Minuten beschränkt wird, inklusive Hymne singen. Ebenso soll die Pausenzeiten der Schüler der 1. bis zur 6. Klasse verkürzt werden. Im Vorjahr waren diese bei 20 – 40 Minuten, jetzt sollen 15 Minuten den Stundenverlust kompensieren.

Die Direktorin sagte, dass das beste Ergebnis 800 Jahresstunden wären, doch wenn schon die 744 Stunden nicht eingehalten werden sind 800 erst recht unmöglich.

Unter den Hauptursachen der nicht Einhaltung des Schulkalenders sind an erster Stelle die Formierung von Reihen vor Schulbeginn, gefolgt von langen Pausenzeiten und der langsamen Ausgabe des Schulfrühstücks.

Nicht zu vergessen sind auch die ständigen Streiks, die jährlich 60 und mehr Unterrichtsstunden einfach so vernichten.

Bicentenario

Das Bildungsministerium wird einige Aktivitäten zum Andenken an das 200-jährige Jubiläum der Unabhängigkeit durchführen.

In diesem Sinn sollten die Lehrer sich kritisch an ihre Projekte halten und bemühen die Geschichte wieder aufleben zu lassen.

Neben dem Aufholprozess dürfen aber Kampagnen wegen der Dengue Gefährdung nicht in Vergessenheit geraten.

Innovation

Die Regierung stellte 11 Milliarden Guaranies (2,2 Millionen US-Dollar) bereit, um Schulgebäude zu reparieren. Fast 2.000 Klassenzimmer wurden renoviert während 676 sich noch im Umbauprozess befinden. Schulutensilien müssen für 1.500.000 Schüler geliefert werden. Geplant von staatlicher Seite aus ist, die Utensilien in einen Plastikbeutel einzuschweißen, damit keine einzelnen Sachen fehlen. Das Ministerium bittet im Vorfeld um Anrufe bei folgenden Nummern wenn jemand versucht mit diesen Utensilien ein Geschäft zu machen. 021/449-404 und 021/449-505.

(Wochenblatt / Última Hora)

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7 Kommentare zu “Das Bildungsministerium bittet seine Lehrer mehr Unterrichtsstunden zu geben
  1. Miguel schrieb am :

    Wenn man diesen Bericht liest bekommt man den Eindruck der Regierungsapparat will bewußt seinen Nachwuchs dumm halten.
    Das europäische Ausland wird teils mit Neid teils mit Bewunderung betrachtet. Aber die Orientierung der Paraguayer richtet sich nicht nach oben zu den besser Gebildeten sondern nach unten zu denen die ja auch nicht vernünftiges gelernt haben . Warum soll ich was lernen – mein Vater hat keine Schule und mien Opa auch nicht , also warum soll ich — Andererseits hätte ich aber schon gerne Wohlstand und Geld – aber man kann ja betteln – Die dummen Ausländer geben ja reichlich.
    ob es die Koreaner oder Japaner sind oder Europäer mit Entwicklungshilfe – Warum soll man sich anstrengen wenn man alles geschenkt bekommt.
    In Deutschland haben wir 1200 Pflichtschulstunden die aber streng eingehalten werden – Für die Tradition muß man sich zusätzlich die Freizeit nehmen . Außerdem gibt es ein Schulfach welches Staatsbürgerkunde heißt. Das sollte wenn es regelmäßig gemacht wird , ausreichen !
    Ein Riesenproblem ist ja auch die Lehrerfortbildung. Was sollen die Schüler lernen wenn die Lehrer selbst nicht ausreichend gebildet sind.
    Mein Vorschlag : richtet ernsthafte Lehrerseminare ein die eine Befähigung auf internationaler Ebene bieten so daß ein Leher auch mal mit europäischen Lehrern Schritt halten können. Außerdem müssen 1000 Pflichtstunden minimum sein , und absolutes Streikverbot für Lehrer , ein ernsthafter Lehrer streikt nicht weil es zum Schaden der Kinder ist- sonst können die Schüler ja nichts lernen auch wenn sie wollten.

    Ich höre jetzt auf — mir tun die Kinder leid weil sie auf Jahre keine Zukunft haben.

  2. Christiane schrieb am :

    Miguel hat geschrieben:

    “In Deutschland haben wir 1200 Pflichtschulstunden die aber streng eingehalten werden”

    Hahaha, darf ich mal herzhaft lachen? Zwei unserer Enkel gehen in Deutschland zur Schule und haben mehr Freizeit, sprich Unterrichtsausfall, als Unterricht.

    Unser 16 jähriger Enkel hat jetzt das letzte Schuljahr zu fassen. Er hat 3 Tage Praktikum und 2 Tage Unterricht und bekommt laufend Vorladungen zum Arbeitsamt. Die wollen ihn unbedingt in eine ungelernte Arbeit vermitteln, wohlgemerkt nicht in eine Lehrstelle!

    Unser Sohn ist schon auf die Barrikaden gegangen, wahrscheinlich wird unser Enkel noch das Abi ran hängen. Er ist sich aber noch nicht ganz schlüssig. Die Arbeitsagentur meint aber, sie müssten ihn vermitteln, weil der Gesetzgeber das so von ihnen verlangt.

    Ok, die Bildung ist von Bundesland zu Bundesland verschieden, jeder Idiot in Deutschland hat ja so seine Erfahrung mit der Schule gemacht, darum wird da auch so viel dran rum gedoktort. In meinen Augen haben die meisten, nicht alle, Bildungsminister in Deutschland eine Stricknadel im Gehirn und sind zu blöd für ihren Job.

    In Paraguay geht es langsam, sehr langsam Bildungsmäßig bergauf, in Deutschland mit 180 gegen die Wand……!

    Nach meiner Meinung sollen die Schüler in Paraguay bildungsmäßig mit südamerikanischen Ländern mithalten können und da sind sie gar nicht mal sooooo schlecht aufgestellt. Während in Europa und vor allem in Deutschland (ca. 6% der Bevölkerung, vorsichtig geschätzt) der Analphabetismus wieder zunimmt, wird er hier langsam zurückgedrängt.

    Das Glas ist in Paraguay also halb voll und nicht halb leer…..! Im übrigen, wenn ich als Lehrer nicht pünktlich mein Geld bekomme, würde ich auch auf die Straße gehen und Schichtdienst müssen sie außerdem leisten.

    • Miguel schrieb am :

      Christiane , erst mal danke für die Stellungnahme –
      Nun habe ich keine Enkel zu versorgen – da ist alles im Lot
      Das Bildungssystem in D liegt im Argen , das stimmt , aber ich denke das ist eine Geschichte für sich – wenn in Berlin Kreuzberg in der Grundschule 92 % lernunwillige Migrantenanteile vorherrschen ist es auch kein Wunder. Politisch hast Du auch Recht – da wird vieles mit 180 km /H gegen die Wand gefahren. Da müßte man mal die Iluminatis ( Bilderbergmafia ) etc. umpolen können .

      Aber nun wissen wir Beide – ein Fisch fängt am Kopf an zu stinken – Wenn der Kopf nicht funktioniert klappt es beim Rest auch nicht. Hier meine ich die Ausbildung der Lehrer und auch deren regelmäßige Weiterbildung. Natürlich spielt eine regelmäßige Bezahlung der Lehrer eine wichtige Rolle , klar. Aber wie gesagt – erst kommt der Kopf und dann die Lehrer

      • Christiane schrieb am :

        Miguel, wie die Ausbildung der Lehrer in Paraguay ist weiß ich nicht.
        In Deutschland ist sie jedenfalls nicht allzu schwer. In diesen Studiengängen sind leider viele Abbrecher aus anderen Fächern. Wenn also der Student merkt, dass das Jura oder BWL Studium doch nicht so sein Fall ist, wird eben gewechselt. Das Studium wird, ohne jemals ein Buch gelesen zu haben, durchgezogen. Da kommt es nur darauf an die Inhalte der Folien, die man vom Dozenten bekommt, auswendig zu lernen. Nicht mehr und nicht weniger. Die Qualität des Unterrichtes ist dann dementsprechend…..

        Hinzu kommt, dass viele erst im Referendariat merken das dieser Beruf eigentlich auch nicht das ist, was sie sich vorgestellt haben…. Aber da man nun schon soweit gekommen ist, macht man eben weiter. Hier wird dann Qualität durch Quantität ersetzt. Leidtragende sind die Kinder. Von daher unterstütze ich den Ruf nach angestellten Lehrern und das endlich die Verbeamtung dieser Gruppe in allen Bundesländern abgeschafft wird. Leider, leider kocht da jedes Bundesland sein eigenes Süppchen, in diesem Fall auf den Rücken der Kinder. Das gilt auch für Dozenten an den Unis. Mein Großonkel, der selbst Dozent und Professor an der TU in Berlin war, sagte immer, das sind alles akadämliche. Voll gestopft mit theoretischen Wissen und zu blöde es mit der Praxis zu verbinden. Nicht für umsonst ist DE in den letzten Jahrzehnten von den ersten Plätzen auf hintere Plätze abgerutscht.
        Viele Betriebe müssen ihren Auszubildenden erst mal Nachhilfe in Rechtschreibung und Mathematik geben, damit sie überhaupt das Ausbildungsziel erreichen…. Ich habe sogar schon Abiturienten erlebt die zu blöd waren eine ganz normal 3 Satz Aufgabe zu lösen. Das ist aber nicht schuld der Jugendlichen, sondern die Schuld der Lehrer.

        Paraguay steht in dieser Hinsicht noch ziemlich am Anfang, aber es tut sich langsam etwas. Das was unter der Strößner Diktatur versäumt wurde, kann eben nicht so leicht ausgemerzt werden. Dazu gehört ein radikales Umdenken und dazu sind hier viele, vor allem ältere Lehrer, noch nicht bereit. Paraguay kann nur seine Hoffnung auf die Jugend richten und versuchen da etwas in die richtige Richtung zu bringen. Das aber dürfte noch etwas dauern, jedenfalls in den staatlichen Schulen. Auf alle Fälle will man ein internationales Abitur einführen, das Gebäude steht bereits und ist auch eingerichtet, man sucht jetzt internationale Dozenten um dieses Abi einführen zu können. Mal schauen wie lange das noch dauert, ist schließlich alles eine Frage des Geldes…..

        Ein sehr guter junger Freund von uns (er ist 25 Jahre jung)hat sich gerade in Alicante (Spanien) an der Uni eingeschrieben um dort zu promovieren. Seinen Schulabschluss hat er hier in Paraguay auf der Concordia Schule gemacht und dann an der staatlichen Uni studiert. Seine Abschlüsse wurden in Spanien anerkannt. Also kann doch die Ausbildung in Paraguay gar nicht soooo schlecht sein…. :) Als bester Abgänger des Masterstudiums hat er sogar ein Stipendium in Spanien bekommen.

        • Miguel schrieb am :

          Ja , ich gehe mit allem was Du über D schreibst konform – ich freue mich über den Erfolg des jungen Mannes an der UNI Alicante. Leider scheint das aber die Ausnahme zu sein ca. 30 % der Schüler schaffen das !
          Mein Aufhänger zu meiner Meinung war ein Bericht im TV , daß 70 % der paraguayischen Jugendlichen keinen Schulabschluß und dementsprechend keine Arbeit haben .

          Aber o.k. Ich bin nach wie vor auf Deiner Schiene –
          Gruß Miguel

          • Christiane schrieb am :

            “Leider scheint das aber die Ausnahme zu sein ca. 30 % der Schüler schaffen das !”

            Das sind doch schon mal 30%. Eine ganze Menge wenn man bedenkt wie hoch die Analphabetenquote noch ist.

            Bei den letzten 70% müssen die Eltern noch zu einem Umdenken bewogen werden. Was gerade bei den Ärmsten der Armen zu Problemen führen wird.

            1. brauchen die ihre Kinder zum Arbeiten, sei es auf dem Feld, beim Betteln, als Autoputzer oder Straßenverkäufer usw.

            2. kosten Schuluniformen und Schulmaterialien Geld, Geld das viele nicht haben. Hier sollte evt. eine Subvention zum tragen kommen.

            3. Paraguay braucht unbedingt eine Einkommenssteuer, davon wollen aber die, die davon betroffen sind, nichts wissen und blockieren diese.

            4. soll ja in Zukunft der Unterricht an staatlichen Schulen kostenfrei sein. Fragt sich nur wie man das umsetzen will und woher das Geld kommen soll. Siehe Nr.3

            Fazit des ganzen: Man bemüht sich, aber solange hier noch die alten Seilschaften im Hintergrund wirtschaften, wird man noch sehr, sehr lange brauchen um wirkliche Reformen durchsetzen zu können :( An dem jetzigen Zustand sind die Colorados schuld und nicht die jetzige Regierung die sich bemüht einiges zu ändern.

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