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Deutschland übergibt nach 116 Jahren Schädel eines paraguayischen Indianermädchens an sein Volk

Ásunción / Berlin: Der Schädel des Indianermädchens „Kryýgi“, bekanntgeworden in der Welt der Wissenschaft unter dem Namen Damiana, wird heute vom paraguayischen Kanzleramt an die Verteter ihres Stammes übergeben. Das Mädchen des Stammes Aché Wa wurde im Frühling 1896 im Süden des Ybytyruzú Gebirges gefangengenommen um es zu untersuchen und starb 1907 in La Plata, Argentinien. Von da gelang es für anthropologische Forschungen an die Charité nach Berlin.

Um 10.00 Uhr werden die Übergabe der sterblichen Überreste des Mädchens sowie eines anderen Indianers, der in Argentinien verweilte an die Stammesväter aus Caazapá zurückgegeben. Seit mehr als fünf Jahren kämpften sie für die Rückgabe der Überreste die nur zur Forschung weit um die Welt kamen.

Kryýgi, wie sie ihr Volk nennt wurde 1896 im Süden des Ybytyruzú Gebirges beim Schlachtes eine Pferden angetroffen und unter Beobachtung aufgezogen. Später wurde sie interniert wegen sexueller Ausschweifungen. Sie strab mit etwa 14 bis 15 Jahren in La Plata, Argentinien. Ihre Reste wurden auf Anordnung von antrophologischen Direktor des Museums von La Plata, Lehmann-Nitsche, als Souvenir an Doktor Hans Virchow (Anatomie-Professor), von der antropologische Gemeinschaft Berlins geschickt.

Die Untersuchung wo der Schädel des Mädchens verblieb wurde von der Journalistin Heidemarie Böhmecke durchgeführt, die ihn schlussendlich 2011 im Krankenhauskomplex Charité in Berlin aufspürte. Für die Rückführung der Überreste wurden die diplomatischen Repräsentationen von Paraguay, Deutschland und Argentinien wie auch die Institutionen die sich um die Rückführung solcher Reste kümmern aktiv.

Am heutigen 4. Mai werden die Überreste nur angenommen und in das Museum der Diktatur und Menschenrechte gebracht wo eine verabschiedung stattfinden wird.

Am morgigen 5. Mai wird die urne sowie der Schädel des Mädchens in seiner traditionellen Art in das Stammesgebiet zurückgebracht und beerdigt. In der Gemeinschaft Ypetimi (300 km von Asunción entfernt) tritt sie ihre letzte Reise in Palemenblättern gewickelt an. In Ypetimi leben ungefähr noch 90 Familien dieses Stammes, die nach der Beerdingung im Nationalpark Caazapá beruhigter leben können, da seit langem ein Kampf gewonnen wurde.

(Wochenblatt / Última Hora)

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