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Luftbrücke für überschwemmten Chaco eingerichtet

Asunción/General Díaz: Neben der nach wie vor ausstehenden Notstandserklärung für den paraguayischen Chaco spitzt sich die Lage für die eingekesselten Einwohner merklich zu. Über 5.000 Betroffene wurden mit nur einem Hubschrauber der Luftwaffe mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt. Zwei Personen, die auf medizinische Hilfe angewiesen waren wurden ausgeflogen. Die Mauern um die Stadt Fortín General Díaz, die vom Amt für öffentliche Bauten einst errichtet wurden, um vor dem Wasser des Rio Pilcomayo zu schützen, halten aber wie lange noch.

Um den Bereich zu entlasten indem ungefähr 100 Familien leben, deren Häuser alle meterhoch unter Wasser stehen, wurden Saugumpen eingeflogen, die das Wasser vom Ort wegbefördern sollen. Der dafür nötige Strom war kurz nach dem ersten Pumpvorgang ausgefallen was die Ande Arbeiter auf den Plan rief. Zwischendurch wurden in den indigenen Gemeinden Medikamente abgeworfen, um Krankheiten vorzubeugen.

Der Boden der Chaco-Region, der in weniger als einer Woche die Hälfte der Jahresregenmenge bekommen hat, nimmt das Wasser sehr langsam auf. Das fehlende Gefälle in diesem Teil des Landes lässt alles zu einem riesigen Becken anstauen, was sich nicht leeren lassen will. Einwohner der Region berichteten davon, dass solche Regenfälle vor mehr als 15 Jahren das letzte Mal registriert wurden.

Dieser Notfall ist eher ungewöhnlich, beschreibt Gladys Cardozo, Vorsitzende des Nationalen Sekretariats für Notstand (SEN). Um die Hilfsarbeiten effektiver zu gestalten wird ab heute ein zweiter Helikopter das Sekretariat unterstützen. Durch den Regen ist das Beförderungsmittel das einzige, was bis zu den Gemeinden kommt. Schlamm, kaputte Brücken und unüberwindliche Seen sind die Hindernisse, die auch große Lastkraftwagen nicht überwinden können.

Roberto Quiroga, Angestellter der Rinderzuchtranch „Ju’i“, erlitt Bluthochdruck und später einen Schlaganfall, der die Hälfte seines Körpers lähmte. Durch den Regen konnte dieser keine Hilfe rufen und wurde wie Viviana Ruiz Díaz auch evakuiert, die im siebenten Monat schwanger ist allerdings unter überraschendem Bluthochdruck litt.

Wie der vorübergehende Gouverneur von Boquerón, Emiliano Servín, soeben Radio 1° de Marzo mitteilte, sind die ersten zwei Todesopfer zu beklagen, darunter sein eigener Bruder, der wie ein anderer Mann, wegen Hochwasser keine medizinische Hilfe erhielt.

„Die Kooperative Choritzer verliert täglich zwischen 100.000 und 150.000 Liter Milch weil nicht gemolken werden kann, was beim jetzigen Preis von 1.500 – 1.700 Guaranies pro Liter einen Tagesverlust von bis zu 225 Millionen Guaranies bedeutet“, erklärte gestern Leonard Wiebe, Geschäftsführer der Kooperative im Carmelitas Center in Asunción.

„Diese Situation“, so fährt Wiebe fort, „betrifft rund 730 Produzenten zu den aber noch die Mitglieder aus den Kooperativen Quebracho und Campo Aceval dazugezählt werden müssen“.

(Wochenblatt / Abc)

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