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Offizieller Bericht bestätigt unkontaktiertes Volk auf Ranch in Paraguay

In einem offiziellen Bericht hat Paraguays Indianer-Behörde INDI bestätigt, dass ein unkontaktiertes Volk auf dem Gebiet einer Ranch im nördlichen Chaco lebt. Die Ranch wird von dem umstrittenen brasilianischen Viehzuchtunternehmen River Plate betrieben.

Der Bericht listet unter anderem Fußabdrücke, Fanggruben für Landschildkröten und abgebrochene Zweige als Indizien für die Anwesenheit unkontaktierter Ayoreo-Indianer.

INDI warnt, dass “die Indianer, die in dem Gebiet leben, dazu gezwungen sind in andere Gebiete zu fliehen, um zu vermeiden entdeckt zu werden… [D]as Wissen der ursprünglichen Bewohner des Chaco-Waldes zu ignorieren, wäre ein törichter Fehler.”

Die Beweise werden auch für die Viehzuchtunternehmen River Plate und BBC S.A. Konsequenzen haben, denen bereits vorgeworfen wird das Leben der Ayoreo zu gefährden.

Satellitenfotos von 2011 enthüllten die dreiste Zerstörung von fast 4.000 Hektar Wald der unkontaktierten Indianer durch die Unternehmen und führten zur Anklage der Viehzüchter wegen illegaler Abholzung.

Die Ayoreo-Organisation OPIT hat gefordert mehr für ihre unkontaktierten Angehörigen zu tun, die durch die Arbeit von River Plate aus ihrer Heimat im Wald vertrieben werden.

“Wir bitten Sie, die Abholzung im Chaco zu stoppen und die zu bestrafen, die den Wald töten von dem wir leben”, appellierte Ayoreo-Anführer Porai Picanerai im Februar an Paraguays Staatsanwaltschaft.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: “Es ist erfreulich, dass die Regierung den Bitten der Ayoreo Beachtung schenkt und die Anwesenheit ihrer unkontaktierten Verwandten untersucht. Aber es bleibt dabei: Taten sagen mehr als Worte. Die Regierung muss gegen illegale Abholzung vorgehen und das Landrecht der Ayoreo garantieren, das sie seit über 20 Jahren einfordern. Es gibt keine Alternative, um das Überleben ihrer unkontaktierten Verwandten zu ermöglichen.”

(Pressemeldung Survival International / Foto: Survival International)

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7 Kommentare zu “Offizieller Bericht bestätigt unkontaktiertes Volk auf Ranch in Paraguay
  1. Beobachter schrieb am :

    Es ist doch allgemein bekannt, dass die Strafen bei wilder Abholzung sehr gering sind und daher kümmert dies auch die Wenigsten. Wirtschaftlicher ist es daher die Strafe zu bezahlen!

  2. Hans schrieb am :

    Was will man machen wenn auch in Ostparaguay, wo seit ca. neun Jahre jede Abholzung per Gesetz verboten ist, die Campesinos von der Regierung Lugos Wald bekommen zum abholzen und das noch in einem Gebiet wo das Decret Reserva Parque nacional seit 1992 drauf steht.
    Da kann man nur die Rosabrille aufsetzen und nicht an die Zukunft der Kinder denken wo heute in die Welt gesetzt werden, auch dem Lugo seine.

  3. Moger Roor schrieb am :

    Als ob die Abholzung ganzer Fussballfelder ein kleines Unterfangen wäre. Als ob es kein Aufsehen erregen würde so viele Baumstämme aus dem Wald zu schaffen. Als ob die Polizei keine Mitarbeiter zur Verfügung hätte. Als ob es nicht viel Kapital bräuchte, all diese Maschinen und Lastwagen. Da kann man sich sicher sein, dass die Abholzung der Wälder von ganz oben gedeckt wird.

  4. AMATER schrieb am :

    Es ist bekannt, dass Porai Picanerai zum Leidwesen der echten Repräsentanten der UNAP aus seiner Vätergeneration (UNAP = Vereinigung der Ayoreo-Indianer in Paraguay) ein Gehalt bezieht von der NGO Iniciativa Amotocodie (IA). Die IA wiederum organisiert regelmässig Jagd- und Sammel-Exkursionen für ausgewählte Ayoreos in den hohen Norden des Chaco. Selbstverständlich werden da Spuren im Busch hinterlassen, die selbstverständlich sofort als Zeichen für nicht kontaktierte Indianer interpretiert werden. Diesen “Beweis” brauchen IA und Sobrevivencia in regelmässigen Abständen zum Nachweis der eigenen Existenzberechtigung und zur Anwerbung nicht unerheblicher Fördermittel aus Europa für ihre ‘wichtige’ Tätigkeit im Chaco.
    Wer sagt denn, dass die brasilianische Firma River Plate unerlaubt abgeholzt hat? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies heute noch im Chaco in grösserem Massstab vorkommt.

    • Beobachter schrieb am :

      Guter Kommentar von AMATER! Die letzten wildlebenden Indianer hat man gegen Ende der achtziger Jahre gefunden, dabei hat es auch Tote gegeben. Ich kann nur jedem einmal empfehlen einen Flug von den Mennonitenkolonien im Chaco Richtung Norden zu machen und die Verwunderung wird gross sein, was in den letzten Jahren alles abgeholzt wurde.

  5. John schrieb am :

    Ja Heilandsack! Wurde nun in den letzten Jahren in Paraguay Wälder abgeholzt oder nicht? Persönlich kann ich es nicht nachvollziehen. Es sollte doch möglich sein, dass sich ein paar Studenten an der Uni ein paar alte Satellitenbilder schnappen und diese mit neuen vergleichen.
    Warum müssen diese “unkontaktierten” Völker unbedingt gesucht und kontaktiert werden? Die kann man doch in Ruhe lassen!
    Warum muss der Mensch immer in neue Gebiete vorstossen um ihre Lebensmittel anzupflanzen? Um die Transportwege möglichst weit zu halten?
    Soll die Menschheit erst einmal an ihrem Wildwuchs an angefangenen Dörfer und Städte weiterbasteln. Einfach mal ne Ruta bauen und dann wild daran ihre Geschäfte und Häuser stellen. Null Planung, Wildwuchs, bis der letzte Baum gefällt ist!

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