nächster Artikel
vorheriger Artikel

Paraguayboykott – Argentinien dafür, Brasilien und Großbritannien dagegen

Asunción/Brasilia/Buenos Aires/London: Das Land abzustrafen für eine Situation die 125 Gesetzgeber hervorgerufen haben kann Argentinien nicht schnell genug gehen. Immerhin wartet Hugo Chávez auf den Mercosur Beitritt. Dies ist seine Chance.

Währenddessen behält Brasilien einen etwas kühleren Kopf und erkennt, dass 350.000 ihrer Landsleute in Paraguay leben. Diese bitten seit zwei Tagen die brasilianische Regierung um Anerkennung von Federico Franco sowie das Aussetzen von eventuellen Sanktionen.

Die brasilianische Regierung gestand bis jetzt ein, die parlamentarische Aktion in Paraguay nicht rückgängig machen zu können und bäumt sich gegen übereilte Strafen der anderen Nachbarländer auf. Bei den kommenden Sitzungen des Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) und der Unasur (alle südamerikanischen Länder außer Französisch Guyana gehören diesem Bund an) wird ihre Stimme eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Internationale Politikanalysten aus Brasilien (Reinaldo Azevedo), Argentinien (Fernando Laborda) und auch aus Paraguay (Francisco Capli) erkennen keine Verfassungsverletzung bzw. keinen Staatsstreich. Gemeinsam sehen sie eine Konfusion des Falles, welcher mehr auf Sympathie für Lugo als auf dem Verfassungstext beruht. Der venezolanische Oppositionsführer und Mitte Rechts Präsidentschaftskandidat Henrique Capriles sagt zu dem Prozess gegen Lugo, dass dieser dem Volk auch eine Antwort schulde.

Lugo selbst sieht sich in bester Position für eine Kontraattacke. Wie seine Ex Ministerkollegen bei TV Publica erklärten, erkannte er das Amtsenthebungsverfahren an jedoch nicht den Ausgang bzw. das Urteil. Unsichere Zeiten sind vorprogrammiert. Er selbst sprach nach seinem Ministertreffen zynisch und verbittert und hält an seinem Amt fest.

Wohlwissend, dass die Argentinier ihren seit 6 Monaten nicht mehr existierenden Botschafter abziehen gab Großbritannien bekannt, erneut eine Botschaft in Paraguay eröffnen zu wollen. Dabei scheint es ihnen auch hilfreich, dass weitere Staaten wie Ecuador und Venezuela den Rückzug ihrer Botschafter ankündigten.

„Mir gefällt es sehr mitzuteilen, dass wir erneut eine britische Botschaft in Paraguay eröffnen werden. Die britische Präsenz in Paraguay sowie anderen Staaten in Lateinamerika ist fundamental für gute diplomatische und kommerzielle Beziehungen“, erklärte der britische Vizepremierminister Nick Glegg.

Im Jahr 2005 schloss Großbritannien seine Vertretung in Paraguay und wurde von Buenos Aires aus administriert.

(Wochenblatt / Abc / Última Hora)

Ich bitte Sie um eine Bewertung dieses Artikels

Es gibt noch keine Bewertungen

Kommentare

Kommentare


16 Kommentare zu “Paraguayboykott – Argentinien dafür, Brasilien und Großbritannien dagegen
  1. erich schrieb am :

    So schnell hat sich der Wind gedreht und es werden am Schluss mehr neue Botschafter in Py vertreten sein wie vorher.

  2. brigitte fuzellier schrieb am :

    es waere eine Schande wenn das ganze Volk jetzt unter den Strafmassnahmen leiden muesste wegen der Entscheidung von 39 senadoren ..

  3. Karsten schrieb am :

    Eine ziemliche Frechheit von Lugo, zu dem Mercosul-Treffen am Donnerstag fahren zu wollen. Wenn sich Frau Kirchner durchsetzt, wird am Ende nicht mehr die Verfassung Paraguays massgeblich sein, sondern das Wort des argentinischen Gouverneurs, ahem… Botschafters, in Asunción.

  4. Deserver schrieb am :

    Weil gerade wieder mal Strom und Wasser ausgefallen ist:

    Hatte Lugo nicht unterschrieben, dass Nachbarstaaten PY den Strom abstellen können? Das passt ja gut zusammen, jetzt wo er gegen sein eigenes Land arbeitet. Ich hoffe ich bilde mir das nur ein, aber ohne Strom und Öl gäb es auch keine Kommunikation mehr. Bis die Blauhelme dann unsere Menschenrechte verteidigen verginge dann einige Zeit. Korrigiert mich wenn das aus der Luft gegriffen ist.

  5. Asuncion45 schrieb am :

    Alles völlig aus der Luft gegriffen. Ein Anruf bei ANDE hätte genügt, lieber Freund, und du hättest die Mitteilung bekommen, daß es Probleme mit der Stromlinie gegeben hat.
    Die Deutschen und die meisten Länder der Welt haben mit England und den USA nur schlechte Erfahrungen gemacht. Übrigens auch Paraguay, denn der Tripple Allianz Krieg ist das Ergebnis britischer Intrigenpolitik nach dem Prinzip teile und herrsche. Warum man die Eröffnung einer Botschaft dieses Landes nun als Grund zum Jubel nehmen soll, kann ich daher nicht nachvollziehen.

    • Tom schrieb am :

      Mal gross und mal klein? Bei solch einer Kritik sollte man genau hinschauen was man schreibt Sr. Schreihals. Schreib es das nächste Mal aus, dann machst du mal weniger Fehler. “g”

      • Hans E schrieb am :

        Wie wahr, wie wahr.
        Allerdings frage ich mich, ob man hier in Paraguay zur Zeit keine anderen Sorgen als die deutsche Rechtschreibung hat

        • El Tucan schrieb am :

          Ja wenn es denn nur die Rechtschreibung wäre, die meisten haben von tuten und blasen NULL Ahnung und schreiben aus Langeweile oder Frustration oder gar im Vollsuff völlig hirnrissige Kommentare zu Sachen die sie schon mal gar nichts angehen, oder haben eine paranoider Angst vor allem Linken, die Hosen voll vor Angst die Sozialisten könnten möglicherweise darüber nachdenken bei den Immigranten eine Steuer zu erheben, was nicht mehr als recht wäre. Statt immer über die schlechte Infrastruktur zu schimpfen, mal nachdenken ob man für die Nutzung nicht doch mal einen Obolus entrichten sollte. Das wäre mal ein soziales Engagement!
          Aber jeder ist halt in erster Linie mal Egoist und ist nur in PY weil man mit Omas Rente hier relativ gut leben kann.

          • Hans E schrieb am :

            El Tucan,
            besonders mit Ihrem letzten Satz bringen sie es auf den Punkt. Leider sind viele Eropäer wirklich nur hier, weil sie sich ein Leben in Europa nicht mehr leisten können.
            Eingewandert mit 5000,–Euro und “Janus TV” denken sie, hier wären sie (endlich mal) etwas Besonderes und geben jede Menge Unfug von sich.
            Wenn ich lese, dass einer der Schreiber sich Sorgen macht, weil ER Strom und Internet dringend benötigt, zeigt er, wie sehr er an Andrere denkt – nämlich gar nicht.

          • Fuzzy schrieb am :

            Kann schon sein das viele Deutsche deshalb hier sind. Viele die hier sind, waren Arbeitnehmer unter Mielke seiner Stasi. Im Osten wären sie gelyncht worden und im Westen gabs keine Arbeit sobald der Lebenslauf vorgelegt wurde. Die haben schon dem Allende nachgetrauert und nun dem Lugo. Das Geld reicht nun nicht mehr um zu Margot zu reisen. Mal darüber nachdenken.

  6. Lui schrieb am :

    ihr superdeutschen, vielleicht sind manche schon etwas laenger hier, oder vielleicht haengen sie nicht nur mit deutschen ab, und dann kann man schon ein bisschen seine muttersprache verlernen, bzw. vergisst manche ausdruecke, zumindest ergeht es mir so… also klappe und weiter schreiben.

  7. Lui schrieb am :

    @Hans E. du superschlauer rentner, ich bin nun mal noch ein junger fuchs, und bekomm und werde wahrscheinlich nie eine rente von deutsche land bekommen, darum musste ich mich hier selbstaendig machen, hat auch geklappt, aber dafuer brauch ich nun mal strom und internet, klar wuerde es alle in py betreffen, nicht nur mich, aber in dem fall hab ich von mir geredet. es waere schlimm fuer alle hier wenn dieses gesetz beschlossen worden waere dass die nachbarlaender mit diesen mitteln eingreifen koennten, ist ja wohl klar, da frag ich mich wieviel ahnung du wohl hast…

    • Hans E schrieb am :

      @ Lui
      Ich habe eine Anhung, wie sehr es mal wieder das ganz einfache Volk in Paraguay treffen würde. Was machen denn Diejenigen, die sich kein Notstromaggregat leisten können?
      Was machen die Pyer, wenn der Benzinpreis so weit steigt, dass sich die Fahrt zur Arbeit nicht mehr lohnt?
      Aber SIE schreiben nur über Ihre Probleme und fragen sich und uns alles Ernstes, ob es denn mit Ihrer Deutschlandreise klappen wird.
      Übrigens, ja ich bin Rentner und habe mein ganzes Leben dafür gearbeitet. Gibt es da etwas zu beanstanden?

  8. Lui schrieb am :

    keineswegs gibt es da etwas zu beanstanden… aber ich kann ja wohl schlecht von mir auf anderen schliessen, klar kann ich nur meine sorgen hier freigeben, wenn du ein notstromagregat hast wirst du ja kein problem damit haben wenn der strom abgestellt wuerde, und zu dem koenntest du dir den sprit ja locker leisten… im gegensatz zu mir.
    vergessen wir das ganze, da es nur eine sinnlose hin und her diskussion geben wuerde, da wir uns nicht persoenlich kennen, warten wir einfach ab wie es hier weiter geht.

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen werden nicht veröffentlicht.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>