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Polizeikommissariat in Limpio wegen illegalem Wachschutzdiensten durchsucht

Limpio: Ein Komitee von Polizei und Staatsanwaltschaft, angeführt durch Arnaldo Giuzzio durchsuchte und beschlagnahmte Bewiese im 9. Kommissariat der Stadt Limpio, welches unter der Leitung von Hauptkommissar Diosnel Villalba stand und private Wachdienste an Geschäfte der Umgebung, darunter Tankstellen und Supermärkte, managte. Zudem kamen unzählige Anzeigen wegen Bestechung.

Giuzzio informierte die Medien darüber, dass die Untersuchung des Falles schon im vergangenen August begann, als unzählige Personen unrechtmäßige Zahlungen an Polizisten anzeigten, die sie für die Rückgabe ihrer beschlagnahmten Zweiräder verlangten.

In dem Zusammenhang wurden auch außerplanmäßige Wacheinsätze des Personals vor Privatgeschäften und Kooperativen überprüft. Das Ergebnis war erschreckend. Mit einer selten gesehenen Genauigkeit führte der Kommissariats Leiter Buch darüber wie viel er von wem und wann zu bekommen hat.

Weitere Beweise, wie Computer, Dokumente und rund 4 Millionen Guaranies in bar konnten glücklicherweise in seinem Schlafraum beschlagnahmt werden. Auch Falschgeld und Plastikbehälter mit Kraftstoff waren im Ruhebereich des Hauptkommissars zu finden. Er erklärte, dass diese ein Geschenk einer Landwirtschaftsausstellung gewesen seien. Anzunehmen ist allerdings, dass einer der Tankstellenkunden (1 Petrobras und 1 Barcos y Rodados) sich damit einen Wachmann finanziert.

Als direkte Antwort auf das Erhalten von Geschenken bekam Villalba zu hören, dass es untersagt sei, Schenkungen anzunehmen, ohne dass die Kommandantur etwas davon erfährt.

Hauptkommissar Villalba zeigte sich sehr überrascht von dem Prozedere. Er redete sich anfangs mit den Worten heraus, dass Polizisten an Orten mit viel Menschenverkehr und nahe von Bankomaten stationiert seien, allerdings ohne zusätzliche Zahlungen der Geldinstitute oder Geschäfte.

Zum Punkt der beschlagnahmten Motorräder, erklärte er, sie nur dann einzuziehen wenn der Fahrer über keinen Führerschein verfügt. Später dann wird der Staatsanwaltschaft Bescheid gegeben. Er gab allerdings zu bei einigen Beschlagnahmungen keine Meldung an die Staatsanwaltschaft gemacht zu haben.

Eine Schenkung von Klimaanlagen für den Polizeiposten von Seiten der Staatsanwaltschaft war dem Kommissar total neu. Dazu erklärte er, dass diese, soweit sie existieren, nicht in seinem Besitz sind.

Einige Zuschauer der Operation, die zuvor Opfer von Beschlagnahmungsaktionen der Polizisten wurden wollten ihre Motorräder zurückholen. Sie erklärten, dass die Uniformierten sich an strategisch wichtige Punkte positionierten und eine ausführliche Dokumentation der Fahrer forderte, was keiner konnte. Das Ziel war nicht kontrollieren sondern beschlagnahmen, so ein Opfer.

In den beteiligten Geschäftslokalen, die die uniformierten Dienste in Anspruch nahmen wurden ebenso Durchsuchungen durchgeführt.

(Wochenblatt / Abc)


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4 Kommentare zu “Polizeikommissariat in Limpio wegen illegalem Wachschutzdiensten durchsucht
  1. Walti schrieb am :

    Was mich am meisten an Paraguay aufregt: Dass die Polizisten in den meisten Fällen die grössten Verbrecher sind.

  2. Horstl schrieb am :

    Wenn man die letzten Berichte über Betrügereien der Polizei liest, kann man es wirklich mit der Angst bekommen.
    Es müsste eine übergeordnete Abteilung geschaffen werden, die ausschließlich dazu da ist, die Kollegen
    zu kontrollieren.
    Allerdings müssten die Herren von der Polizei auch mehr verdienen, damit sie motivierter sind, ehrlich zu bleiben. Andererseits könnte eine deutlich bessere Bezahlung eine Hemmschwelle darstellen, denn dann hätte ein unehrlicher Polizist auch etwas zu verlieren, nämlich einen einträglichen Job.

  3. wc_ente schrieb am :

    wenn sie mehr verdienen, wird es auch nicht besser sein, das ist für ihnen schon normal…die können ihren hals nicht mehr vollkommen. jedes 3 auto ist gestohlen was die polizei privat fährt, oder keine grüne plakete.
    aber das mit der übergeordnete abteilung wäre sicher das richtige…aber leider reagieren die minister auch nicht, im emboscada kann die polizei weiterhin auf der routa kontrollieren, obwohl sie keine befugnisse haben.
    ich finde das land so schön, aber ihre behörden und polizei zocken einfach wie es ihnen angenehm ist.

  4. Walti schrieb am :

    Hier noch ein kleiner Tatsachenbericht: Mein Schwager verstirbt bei einem Motorradunfall, der Fahrzeug wird von der Polizei geborgen und dann “ausgeschlachtet”. Es fehlt der Auspuff, die Batterie usw. Die Ordnungshüter behaupten, die Ware hätte schon immer gefehlt.
    Unglaublich aber war, passiert in der Region Concepcion.

    Ein Polizeirapport über die Ursache des Unfall gibt – Unfall-Fotos haben einmal existiert und sind irgendwie verschwunden.

    Es lebe das Vertrauen in die Behörden.

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