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Schlachthäuser stellen Arbeit ein wenn der Dollar weiterhin sinkt

Asunción: Die paraguayische Kammer für Fleisch teilte mit, dass ab dem 15. August die Arbeiten in den großen Schlachthäusern eingestellt werden, wenn der Dollarkurs weiterhin tief bleibt.

Wenn sich also bis zum 15. August nichts bessert wird der für Paraguay so wichtige Fleischexport eingestellt, um Verluste durch den schwachen Kurs zu vermeiden, meinte der Präsident der Vereinigung Capaca, Luis Pettengill.

„Bei bestehenden Konditionen kann die nationale Industrie kein Gewinn erwirtschaften weswegen 30 Tage Stillstand geplant sind mit Ausweitungsmöglichkeit auf 60 Tage. Ein Export der Ware ist unmöglich weil uns keiner den tatsächlichen Wert zahlt“, fügte er hinzu.

Aus seiner Sicht ist die Zentralbank am schwachen Dollarkurs gegenüber dem Guarani Mitschuld weil sie nichts dagegen unternommen hat. Das Problem begann im vergangenen Januar als er von 4.650 auf das gestrige Tief von 3.900 Guaranies fiel. Devisenkäufe der Zentralbank hätten das seiner Ansicht nach verhindern können.

Der Präsident sagte weiter, „es ist schwierig in Dollar zu exportieren wenn man alles nötige für die Produktion in Guaranies kaufen muss“.

„Die Zentralbank antwortete ihnen dass es ein freier Markt sei und sie nicht bei jeder Schwankung eingreifen könnten. Die Regierung sowie das Ministerium für Industrie und Handel reagierten nicht einmal auf die Klage der Schlachthausbetreiber“, sagte Pettengill.

Er fügte hinzu dass dieses Phänomen in den Nachbarländern die ebenfalls Fleisch produzieren und Exportieren nicht zu beobachten sei.

Pettengill erklärte zudem, dass die zehn vorhandenen Schlachthäuser nur zur Hälfte ausgelastet arbeiten würden.

„Keiner will den Betrieb einstellen aber anscheinend geht es nicht anders wenn die nationalen Autoritäten nichts dagegen unternehmen“. Die vorübergehende Schließung betrifft in direkter Form 4.500 Arbeitnehmer. Zu denen summieren sich die Lederfabrikanten, die ohne Material auch arbeitslos sind. Mit diesem Schritt würde der Export komplett zum Erliegen kommen.

Während in den ersten fünf Monaten des Vorjahres 96.000 t Rindfleisch exportiert und 350 Millionen US-Dollar verdient wurde sank die Exportmenge im gleichen Zeitraum dieses Jahres auf 82.000 t jedoch mit einem Gewinn von 380 Millionen US-Dollar.

(Wochenblatt / Última Hora)

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2 Kommentare zu “Schlachthäuser stellen Arbeit ein wenn der Dollar weiterhin sinkt
  1. Christiane schrieb am :

    “Während in den ersten fünf Monaten des Vorjahres 96.000 t Rindfleisch exportiert und 350 Millionen US-Dollar verdient wurde sank die Exportmenge im gleichen Zeitraum dieses Jahres auf 82.000 t jedoch mit einem Gewinn von 380 Millionen US-Dollar.”
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    Der Ertrag und nicht der Gewinn, ist auf alle Fälle gestiegen. Jetzt bräuchte man zum Vergleich die Kosten für Kauf, Schlachtung, Transport etc. um feststellen zu können, ob die Schlachthäuser auf einem hohen Niveau jammern oder ob sich tatsächlich kein Gewinn mehr erwirtschaften lässt.

    Dabei frage ich mich, was die eigentlich machen wollen, falls die USA nächste Woche tatsächlich in die Pleite rauschen und die Bonität, wie angekündigt, runtergestuft wird? Werden dann alle Schlachthäuser zugemacht und das Fleisch auf den heimischen Markt geworfen? Das dürfte dann aber einen großen Verlust geben.
    Die Zentralbank von Paraguay wäre ja mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn die in der jetzigen Lage Dollar aufkaufen.

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