nächster Artikel
vorheriger Artikel

Selbstjustiz nach Raubüberfall

Saltos del Guairá: In der Nacht vom vergangenen Samstag zu Sonntag war der Weg vom Opfer zum Täter nur ganz kurz. In der Provinzhauptstadt von Canindeyú, die auch zu Brasilien angrenzt, wurde der Gemischtwarenladen von Adoniesi Sánchez Navarro (29) überfallen.

Um Überfälle zu vermeiden werden oftmals Gittertüren verschlossen wodurch nach wie vor Waren verkauft werden können. In diesem Fall jedoch ließ der Eigentümer der Despensa „Ña Pati“ eine Seitentür unverschlossen wodurch drei Verbrecher eindrangen und Sánchez mit Waffen bedrohten. Zu diesem Zeitpunkt wehrte er sich nicht.

Die Räuber nahmen die Einnahmen von 2.576.000 Guaranies (fast 500 Euro) mit und flüchteten mit einem Motorrad. Glücklich, dass der Überfall gut verlief verschwanden sie in der Dunkelheit.

Adoniesi reagierte zeitgleich und sprang in seinen weißen Chevrolet S10 um die Verfolgung aufzunehmen, um die Tageseinnahmen zu retten. Die risikoreiche Verfolgung, für das Auto wie auch das Motorrad endete mit einem Auffahrcrash bei dem einer der Räuber starb.

Die große Breite des Geländewagens nutzend steuerte er zielgerecht die Verbrecher an. Milciades Cuenca Martínez (28) starb kurz nach dem Aufprall im Regionalkrankenhaus.

Die anderen zwei, identifiziert als César Osmar Arriola (20) sowie ein 17-Jähriger, wurden schwer verletzt und hatten keine Kraft vom Unfallort zu rennen.

Blut, gestohlenes Geld, Handys und Motorradteile übersäten den Asphalt als Beweis des harten Überfalls der nur 500 m vorher in der Despensa passierte.
Adoniesi Sánchez wurde von der Polizei festgenommen. Die zwei überlebenden Räuber wurden unter Polizeischutz ins Krankenahaus gebracht. Der Tatendrang von Adoniesi Sánchez wird auf gerichtlichen Wegen weiter untersucht. Jedoch wurde er erst einmal freigelassen. Die Staatsanwältin hat sechs Monate um die Untersuchung zu beenden.

In ähnlichen Fällen aus der Vergangenheit kamen die „Opfertäter“ mit Hausarrest davon.

(Wochenblatt / Abc)

Ich bitte Sie um eine Bewertung dieses Artikels

Es gibt noch keine Bewertungen

Kommentare

Kommentare


22 Kommentare zu “Selbstjustiz nach Raubüberfall
  1. 9mm schrieb am :

    Ich verleihe dem Mann sogar einen Orden!

    Ein Vorbild, wenn mehr Leute die Schneid hätten, so zu reagieren, anstatt wie wehrlose Kücken nach der Staatsmacht zu schreine, dann wäre die Verbrechensrate um vieles kleiner.

    Dies gilt für Paraguay, aber nicht NUR für hier.

    Und nun meine lieben links-grünen Gutmenschinen, könnt ihr eure antrainierte Abscheu, vor jeder Art von Eigeninitiative und Eigenverantwortung gerne hier zum Besten geben. Ich bin gespannt.

  2. Thomas schrieb am :

    Hervorragend. So müsste es immer ablaufen. Räuber und Diebe sind Faulpelze, die keine Lust haben, zu arbeiten. Das gilt übrigens auch für Schreibtisch-Diebe.

  3. TejuJagua schrieb am :

    Richtig so !

    Jeder Verbrecher sollte damit rechnen müssen, daß er nicht ungestraft betrügen,rauben und morden darf.

    Ich nenne das nicht Selbstjustiz sondern Notwehr.

    Hans, a mi me gusta tambien.

  4. Hans schrieb am :

    Gut gemacht aber dumm geloffen,die Reparatur vom Auto koennte leicht die Tageseinnahmen uebersteigen.
    Trotzdem gut gemacht und vielleicht denkt der Besitzer auch: Das ist die Sache wert!!

  5. Hans schrieb am :

    Sagt mal, habt Ihr als Kinder (ausser Belchior!!) zu wenig “Räuber und Gendarm” gespielt? Ich bin fasziniert, wie viele (Maul)-Helden es hier gibt. Ich möchte wetten, dass die, die hier am lautesten nach Selbstverteidigung und -justiz schreien, als erste die Geldbörse herausrücken.

  6. El Tucan schrieb am :

    Maulhelden finde ich gut, zu mehr taugen die Jungs wohl nicht mehr als gut getarnt asozialen Stuss von sich zu geben. Vielleicht lassen sich noch ein paar ausgemusterte Flab Kanonen auftreiben, damit die Spatzenhirne auf Kolibris schiessen können.

  7. joe schrieb am :

    Ist das wirklich Selbstjustiz?
    Der Bestohlene hat doch das Recht, sein Geld zu holen. Und wenn die Diebe das freiwillig nicht geben, dann darf ich Gewalt anwenden.
    Also keine Selbstjustiz, sondern Notwehr.
    Der Bestohlene sollte sich einen Anwalt nehmen.

  8. John schrieb am :

    Ist ja (diesmal) gut ausgegangen für das Opfer. Für die Täter habe ich so ziemlich kein Mitleid.
    Gehe jetzt mal davon aus, dass mich @9mm ein wenig provozieren möchte. Also Folgendes: Finde es richtig hier in Paraguay eine Waffe zu besitzen, um sie in gut abgewogener Situation zu haben, zB. wenn man Geräusche in der Nacht hört, sich mit der Waffe dahin zu begeben. Aber: Ich lasse mir nicht mangelnde Eigeninitiative und mangelnde Eigenverantwortung vorwerfen, nur weil ich die Waffe nicht in jedem Fall gebrauchen werde. Dies vor allem dann, wenn Dritte gefährdet werden.
    Von einer Selbstjustiz kann ich nur dringend abraten; in den meisten Fällen kommt dies nicht gut heraus.
    Möchte hier nicht die Überschrift lesen: Hans Muster alias 9mm erschiesst kleines Kind, weil sich auf seinem Grundstück ein Baum bewegt hat!

  9. Hans E schrieb am :

    So, jetzt habe ich meinem Namen erstmal ein “E” hinzugefügt, um mich von Hans zu unterscheiden.
    Was den Überfall betrifft, so war dieser abgeschlossen und die Täter auf der Flucht, das Nachfolgende kann man nur als Selbstjustiz werten.
    Wir kommen doch Alle aus Ländern, in denen Selbstjustiz verboten ist und fast Alle halten sich daran. Aber hier soll es ganz anders laufen. Hier soll jeder Dieb, Betrüger oder Räuber zum Freiwild erklärt und am besten zur Vorbeugung gleich aufgehängt werden. Wer diese Standpunkte vertritt ist keinen Deut besser.
    Ich habe nichts mit der Kirche zu schaffen, bin aber ein Überzeugter Gegner der Todesstrafe. Niemand dürfte das Recht haben, anderen Menschen das Leben zu nehmen. Weder durch Gerichtsbeschluss noch durch eine wilde Verfolgungsfahrt, bei der billigend in Kauf genommen wird, dass jemand sterben kann.
    Eigenverantwortung und und Eigeninitiative, wie von 9mm gefordert – ja gerne – aber anders. Das fängt bei einem respektvollen Umgang mit den Paraguayern an, geht über anständige Bezahlung weiter und zeigt sich auch im Umgang mit Geld oder Schmuck. Wer hier den “Richy Rich” raushängen läßt, dafür seine Angestellten schlecht bezahlt und schlecht behandelt, braucht sich über nächtlichen Besuch nicht zu wundern.

    • 9mm schrieb am :

      Hans E. was sie sagen heißt übersetzt:

      “Die ehrbaren Menschen, die nicht gänzlich mittellos sind, sollen ihren Wohlstand verbergen und sich möglichst unauffällig verhalten. Sie sollen keinen Schmuck tragen, weil das ist eine Einladung zum Diebstahl.
      Meinen Sie auch Frauen sollten keine kurzen Röcke tragen, weil das wäre eine Einladung zu einer Vergewaltigung? Und dann sind sie selber schuld? Ja?”

      Ich würde ihnen empfehlen, einmal etwas länger im Land zu bleiben und die Nachrichten zu verfolgen. Sie können auch hier im Archiv stöbern und werden reichlich fündig werden. Es gibt zahllose Übergriffe auf Deutsche, teilweise waren sie Esel, aber selber schuld waren sie nicht. Das waren did Täter. Und diese kommen meist davon. Das ist schlecht. Sehr schlecht für alle hier in PY, auch für sie. Denken sie darüber nach; und ach ja – einen echten Berufsverbrecher (und die sind nicht selten) interessiert es herzlich wenig ob sie mit ihrer Empleada zwei Kinder haben, oder ihr den Mindestlohn zahlen und für die Kirche spenden. Die wollen ihr Geld – und “alle Deutschen sind eh reich” ist hier Allgemeinwissen.

      • Hans E schrieb am :

        Was ich sagen will, ist, dass Paraguayer sehr nachtragend sind und viel Zeit haben, wenn es darum geht sich für eine schlechte Behandlung ´(besonders durch Europäer) zu rächen.
        Wenn SIE einmal im Archiv stöbern, werden Sie herausfinden, dass viele Übergriffe auf Europäer eine Vorgeschichte hatten oder sogar von Europäern verübt wurden.
        Was Schmuck betrifft, so ist es für einen Strassenräuber natürlich viel leichter, einer Frau die dicke Goldkette dirket vom Hals zu reißen, als einem Mann das Portemonaie aus der Hosentasche zu fingern.

        Ihr Vergleich mit der Vergewaltigung hinkt ebenfalls gewaltig. Es ist allgemein bekannt, dass Vergewaltiger
        Menschen sind, die nicht durch einen kurzen Rock zu ihrer Tat “eingeladen” werden. Bei Vergewaltigung geht es ausschließlich um Macht, die sie ausüben müssen, um zu ihrer Befriedigung zu kommen.
        Übrigens leben wir schon seit ettlichen Jahren hier in Paraguay, ganz weit weg von Städten oder größeren Orten. Wir bezahlen unsere Haushaltshilfe und den Gärtner gut und pünktlich, gehen freundlich mit ihnen um, auch wenn mal etwas kaputt geht. Und: Wir hatten in all den Jahren absolut keine Probleme.

  10. Ilia Richter schrieb am :

    Finde es schon richtig – wenn man es sich zutraut, zB. als ex-Soldat – den “richtigen” Moment abzuwarten und den Schnöseln eins auf den Sack zu geben. Aber nicht jeder ist dazu in der Lage, zB. ältere Menschen. Aber viele mussten deswegen schon das Leben lassen, was sind schon die paar Euros. Aber es geht auch ums Prinzip. Danach ist man Tagelang konsterniert und hasst alle Einheimischen, bis man wieder zur Vernunft kommt. Die allermeisten Paraguayer sind alles andere als Kriminelle. Aber den Kindern und Jugendlichen nichts weiter als die Kirchenlehre beizubringen, ihnen aber keine Perspektive anbieten zu können, wird an der Jugendkriminalität nichts ändern. Mir sagte eine Paraguayerin, 27, dass sie während ihrer “Lehre” (Pasantia) in der Farmacia keinen Guaranie erhalte. Trotzdem muss sie mit dem Bus dahin und etwas Essen. Diese Frau hat die “Seconda” abgeschlossen. Nichts während der Lehre verdienen? Von was müssen die Jugendlichen leben? Viele verlassen die Schule nach der obligatorischen. Es scheint ja nur Supermärkte in Paraguay zu geben. Ist es für die Jugendlichen reizvoll eine Perspektive als Kassiererin oder Lagerauffüller zu haben? Ausser Fussball gibt es hier fast null Freizeitaktivitätsmöglichkeiten. Kein Schwimmbad, keine “Jugi” zum “Töggelen” kein Sportstadion für Leichtathletik, keine Vitaparcours, einfach fast nichts. Nur bei Familie unter dem Baum sitzen und nichts tun. Dafür ist Homo Oeconomicus nicht geschaffen. Bedürfnisse haben die Jugendlichen, aber keine Möglichkeiten. Nun, ich habe auch keine Lösung, sollen die im Palast darüber nachdenken, aber die scheinen ja andere Prioritäten gesetzt zu haben. Da macht es Europa schon viel besser. Die Medien sind voll von “Tellerwäscher-Karrieren” und jeder Jugendliche erhofft sich auch eine solche zu absolvieren. 99,99% merken dann allerdings Jahre später, dass man nie zur Mittelschicht hinaus kommen wird. Wie wäre es in Paraguay mehr selbst zu produzieren? Alles wird aus China importiert, was keine Arbeitsplätze schafft. Die immer (fast) gleichen Möbel zum immer (fast) gleichen Preis an (fast) jeder Ecke, schafft dies einen Wettbewerb? Kreativität und ökonomisches Denken gleich null. Ich sah mal eine TV-Reportage über einen reichen Kanadier. Reich ist er geworden mit: Matratzen.

      • 9mm schrieb am :

        Ergänzen möchte ich dazu, daß der Schreiber wohl selber schon etwas ferner dieser genannten Jugendjahr liegt.

        Es gibt schon Sachen die jugendlich so machen:
        Hier im Ort (lies: KAFF mit weniger als 10 000 Einwohnern) gibt es

        etwa 5 Fußballplätze
        ca. 10+ Volleyballfelder, welche täglich bespielt werden.
        Internet cafes (plural)
        Playstation Spielcafes (die spielen dort zB Gegeneinander Monitor-fußball oder ähnliches, ist immer voll)
        2 Billard kneipen
        Zahlreiche Despensa’s mit Bierverkauf + Sitzmöglichkeiten.
        Parks+Kinderspielplatz Marke groß

        Nicht zu vergessen das Tinglado, wo normalerweise Fr,Sa,So immer ab 23 die Hölle abgeht.

        Und natürlich die Pferderennbahn. Schaut unscheinbar aus, aber wenn Rennen sind, ist dort sehr viel Andrang und das geht dann auch Stunde über Stunde.

        Baden gibt es nicht? Es gibt innerhalb von 10 Moto-minuten mindestens 5 Fluß/See stellen die im Sommer praktisch täglich intensiv bebadet werden.

        Es stimmt ganz einfach nicht, daß die Jugend nix hätte. Nicht wenige haben Motos und sind durchaus “unterwegs” auch nach DE-Standards.
        Das Problem der Kriminalität sind hauptsächlich 3 Bereiche meiner Beobachtung nach:
        a) Die ganze Drogenszene. Das geht schon an den Schulen los. Wirklich schlimm. Polizei/Lehrer schauen weg.

        b) Die überzogene Erwartungshaltung vom TV, die die Realität in PY so nicht finanzieren kann

        c) Die überaus lasche Bestrafung von Tätern. Das ist keine Abschreckung. Die Todesstrafe würde das Platz- und Kostenproblem der Gefängnisse erleichtern und auch eine gewisse Abschreckung darstellen. Wäre keine schlechte Idee.

    • Rene Walter schrieb am :

      Der Bericht von Ilia zeigt deutlich unter welcher Perspektivlosigkeit ein Großteil der Jugendlichen in PY leben muß und Billigimporte eigene Produktionen und somit eine gut bezahlte sinnvolle Beschäftigung unmöglich machen. Hier sollten die Professoren der Universitades den Politikern beratend zur Seite stehen um die Wirtschaft PY’ s
      im Sinne einer Beschäftigungspolitik für die Menschen auszurichten.
      Danke Ilija Richter für diesen sehr hilreichen Lage Bericht.

  11. 240d schrieb am :

    …oh mann ilia mann liest sich ja muede bei deiner aussage…ich 240d sage ganz konkret…ich stehe zur todesstafe…

    • Hans E schrieb am :

      Dann passen Sie gut auf, dass Sie nicht zu Unrecht einer schweren Straftat bezichtigt werden. Es könnte Ihnen die Todesstrafe drohen.
      Zuviele unschuldige Menschen wurden schon wegen Falschaussaen oder schlechter Polizei- und Justizarbeit
      zum Tode verurteilt.

      • 9mm schrieb am :

        “Zuviele unschuldige Menschen”

        Diese Menschen hatten zwei Fehler gemacht in ihrem Leben.

        A) Sie waren zur falschen Zeit, am falchen Ort.
        Die nicht-wenigen Toten Deutschen der jüngeren Vergangenheit – alle Falle übrigends unaufgeklärt, trotz tw. eindeutiger Indizienlage – können ein Lied davon singen.

        B) Sie waren arm
        Dem Sohn von Georg W. würde das nicht passieren. So ist halt die Welt.

      • John schrieb am :

        @9mm ja, arm und farbig. Komisch, dass gemäss Statistik so viel mehr Farbige hingerichtet werden.

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen werden nicht veröffentlicht.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>