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Speiseölschmuggel führte zu Betriebsschließung

Encarnación: Die massive Einfuhr von argentinischen Produkten hat negative Auswirkungen auf die paraguayische Industrie. Die nationalen Unternehmen sehen sich gezwungen Arbeiter zu entlassen oder gar ihre Türen zu schließen.

Dieses Problem geißelt derzeit die nationalen Ölindustrien, wie leicht nachvollziehbar ist.

Insgesamt gibt es fünf Ölindustrien im Land, von welchen eine schon ihre Tore schließen musste, Grund für ist das lohnende Schmuggelgeschäft. Der Schaden ist für den Investor gleichsam hoch wie für die ehemaligen Angestellten und deren Familien.

Die anderen vier Betriebe befinden sich in einer kritischen Lage, wegen dem überhand nehmenden Schmuggelgut aus Argentinien. Zwei der größten Unternehmen befinden sich in der Provinz Itapúa, Algisa und Oleaginosa Raatz Hnos., der Dritte im Bunde Cadisa, schloss schon seine Tore.

Im Fall von Algisa, einem Unternehmen mit mehr als 25 Jahren Betriebserfahrung verlor zunehmend Marktanteile seit der Einfuhr des argentinischen Sonnenblumenöls. Früher waren hier einmal 500 Personen angestellt. Heute wegen der andauernden kritischen Situation, haben nur noch 180 Personen, quasi jeder Dritte, seine Arbeit noch. Die Aufträge erlauben nicht mehr in Coronel Bogado, 50 km entfernt von Encarnación.

Das Produktionsniveau der Fabrik lag bei 100.000 Litern pro Tag, eine Menge die drastisch verringert werden musste.

„Wegen dem Schmuggel blieb uns nichts anderes übrig unsere Personalstärke zu senken, einige Arbeiter schickten wir auch in andere Bereiche wie zum Reis anpflanzen oder zur Baumwollernte“, sagte Alberto Giles, Eigentümer von Algisa.

Das Unternehmen beliefert das ganze Land, arbeitet mit allen Verteilern des Landes zusammen und ist eine der wichtigsten Produktionsstätten.

„Seit dem vergangenen Jahr sank der Verkauf aufgrund der Schmuggelware aus dem Nachbarland. Mit der staatlichen Unterstützung kommt das Öl 30 – 40% günstiger auf den Markt. Da können wir nicht mithalten, es gibt keine Form da zu konkurrieren“, erklärt Giles.

Er erzählt auch, dass eine Klienten 20 – 30% ihrer Ware bei ihm einkaufen, um zu beweisen, dass sie nationale Ware einkaufen und der Rest kommt aus Argentinien und ohne Dokumentation. Schlussendlich bleiben die nationalen Produkte im Regal stehen und es werden nur die Schmuggelprodukte verkauft.

Wer denkt, dass sich mittlere Supermärkte scheuen würden Schmuggelgut in ihre Regale zu stellen der täuscht sich. Das ist was die Geschäftsmänner ausmacht, sie sind zu jeder Schandtat bereit.

„Im Dezember 2010 arbeiteten wir nur 4 Tage und im Februar 2011 das Gleiche, auch nur vier Tage Arbeit, seitdem stellen wir keines mehr her. In der vergangenen Woche dann wurde im Fernsehen über den Schmuggel berichtet und den Tag darauf begann erneut die Produktion“, sagt der Eigentümer hoffnungsvoll.

Ein Verlust für alle

Algisa kauft das Rohöl bei anderen Unternehmen, wie der Kooperative Colonias Unidas und bei Cargill.

Wegen dem Schmuggel konnte also auch die Kooperative Colonias Unidas ihr Öl nicht an Algisa weiterverkaufen. Ein Produkt ohne Wert in diesem Moment.

„Wir vereinbarten mit der Kooperative, dass wir das Öl quasi ohne Gewinnspanne auf den Markt bringen, damit es einen Nutzen hat“, sagt Giles.

Mehr Kontrolle von Seiten der Regierung

Die Unternehmer des Sektors beantragen mehr Kontrolle an den Grenzen, um den massiven Schmuggel einzudämmen, an dem auch jede Menge Zöllner verdienen. Es ist eine politische Entscheidung, der Wille etwas zu machen.

Er meint ebenfalls, dass legale Arbeit das Ansehen des Landes viel mehr steigert als die ständige Gesetzesuntreue, die wir international reflektieren.

„Man sollte legal arbeiten. Was hat das Land von dem Schmuggel, höhere Arbeitslosigkeit und Investoren, die bei solchen Geschichten schnell wieder abspringen“, unterstreicht Giles.

„Wenn die Kontrollen die illegale Einfuhr auf 30% Marktanteil senken würde, könnten wir schon wieder ohne Furcht weiterproduzieren. Der Schmuggel wird schon als normal angesehen, kein Unrecht mehr darin erkannt. Man sollte mit harter Hand durchgreifen“, empfiehlt der Ölunternehmer.

Algisa hatte eine Reserve ihres flüssigen Goldes von 30.000 Litern, diese hätte man in den letzten Monaten nie verkaufen können.

Nach der Publikation begann die Fabrik erneut zu produzieren und zwar 600.000 Liter wovon schon wieder 350.000 Liter verkauft sind. Derzeitig steigt das Auftragsvolumen, nachdem es komplett am Boden war. Die Fabrik kann bis zu 1.000.000 Liter pro Monat fabrizieren.

„Ständig produzierten wir rund 1.000.000 Liter Öl pro Monat, doch als die Situation kritische wurde dachten wir auch daran zu schließen“, so Giles.

(Wochenblatt / Última Hora)

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Ein Kommentar zu “Speiseölschmuggel führte zu Betriebsschließung
  1. Christiane schrieb am :

    Der Schmuggel besteht doch kaum seit gestern oder vorgestern. Hier wurde schon immer geschmuggelt. Geschmuggelt werden aber auch nur Dinge die im Land teurer sind als wo anders. Als Unternehmen kann ich nur mit Preissenkungen dagegen halten oder aber mit Innovation. Letzteres bedeutet, ich versuche noch andere Produkte anzubieten. In diesem Fall, andere Speiseölsorten. Die Unternehmer tun ja gerade so als wenn es nur eine einzige Ölsorte auf der Welt gibt. Sorry, aber in diesem Fall sind die Ölunternehmer für mich wie eine Scheibe Kotelett, von beiden Seiten bekloppt.

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