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Was man über Schusswaffen in Paraguay wissen muss

Asunción: In Paraguay existieren etwa 300.000 registrierte Waffen. Wenn auch das Tragen und der Besitz der Waffen von der Polizei und der Dimabel kontrolliert werden, wird davon ausgegangen, dass es trotzdem noch 700.000 illegale Waffen in Paraguay gibt. Was sind die notwendigen Voraussetzungen und Schritte, um eine Waffe zu kaufen oder zu tragen und welches Angebot gibt es?

Polizisten und Soldaten benutzen sie während der Arbeit, andere zum Jagen, einige nur zum Sammeln und die Mehrheit besitzt eine Waffe um sich oder seine Familie schützen zu können.

In Paraguay erteilt über das Gesetz 1910/2002 die Kontrollbehörde für Handfeuerwaffen (Dimabel) die Erlaubnisse, eine solche zu kaufen und zu besitzen. Ebenso kontrolliert sie den Verkauf und die Fabrikation von Waffen und Munition. Für eine Tragerlaubnis in der Öffentlichkeit ist die Nationalpolizei zuständig.

Das Tragen und der Besitz

Wenn beide Wörter fast das gleiche erklären sind sie sehr unterschiedlich. Laut dem gültigen Gesetz beinhaltet der Besitz einer Waffe auch das Tragen sofern man sich auf dem eigenen Grundstück aufhält. Zum Beispiel eine Estancia, ein Geschäftskomplex oder eine Wohnung.

Die Registrierung für das Tragen erlaubt dem Besitzer die unverzügliche Benutzung dieser. Trageerlaubnisse werden für bis zu zwei Waffen pro Person ermöglicht mit Gültigkeit von drei Jahren.

In Paraguay dürfen Zivilisten keine Kriegswaffen tragen oder solche die keine Registrationsmerkmale besitzen bzw. die keine Dokumente haben.

Ich will eine Waffe, was muss ich machen?

Interessierte müssen mindestens 22 Jahre alt sein, ein Formular bei der zuständigen Behörde Dimabel ausfüllen sowie eine Kopie der Cedula haben. Des Weiteren wird im Waffenladen ein Führungszeugnis, polizeilicher und juristischer Natur gefordert. Natürlich sollten diese ohne Eintragungen sein. Schlussendlich wird auch ein medizinisches Gutachten über den mentalen Zustand des Antragstellers als notwendig angesehen, beglaubigt und legalisiert vom Gesundheitsministerium.

Sammler müssen ihre Abzeichen vorzeigen, Sportschützen die Kondition des körperlichen Zustandes unter Beweis stellen.

Die Waffenbesitzkarte ist Grundvoraussetzung für die Beantragung der Trageerlaubnis, falls es denn einen triftigen Grund gibt weswegen jemand eine Waffe in der Öffentlichkeit tragen sollte. Personenschützer zum Beispiel haben dieses Privileg. Die Beantragung kostet 21.680 Guaranies, laut Kommissar Aurelio Recalde aus dem Bereich Waffen und Munition der Nationalpolizei

Vom Gesetz gemachte Falle

Laut den Daten der Dimabel wurden bis Juni 2010 288.867 Waffen registriert. Jedoch ergab eine Untersuchung, durchgeführt von Juan Torales, von Amnesty International, dass auch diese Summe schon bei 300.636 liegt.

Wegen den unangebrachten Vorschriften und Voraussetzungen für den Waffenbesitz, die Kontrolle und die Zerstörung wird angenommen, dass etwa 700.000 Handfeuerwaffen aus zweifelhafter Herkunft in Händen von Zivilisten sind. Diese bekommen sie auf dem Schwarzmarkt, in Pfandleihen oder von Bekannten und stammen meistens von Raubzügen aus anderen Ländern.

Weil Illegalität eine feste Bühne in Paraguay vorfindet, gibt es Waffenvertriebe, die in einem Ambiente der Unsicherheit expandieren, dank der Einfachheit schwarz eine Waffe zu kaufen.

Die Waffenschau „Expo Armas“

Die konstante Nachfrage der Öffentlichkeit nach Waffen und die wachsende Neugier an allen Typen von Waffen bewegten Same Esgaib, welcher sich seit 15 Jahren im Waffengeschäft betätigt, dazu eine „Expo Armas“ zu veranstalten, eine Exposition von Handfeuerwaffen, die erste diesen Typs in Paraguay.

Die Ausstellung ist noch bis diesen Sonntag auf der Straße Eusebio Ayala fast Gral. Santos zu besichtigen.

Seit dem Beginn am 26. März 2011 kamen täglich etwa 300 Personen welche sich die Waffen, hergestellt in Tschechien, Brasilien, Argentinien, Deutschland und USA anschauten.

Der Eigentümer schätzt dass seit der Einweihung der Ausstellung rund 300 – 400 Waffen neue Eigentümer gefunden haben obwohl er davon ausgeht dass bis zum Schluss der Verkauf noch steigen wird.

Die Interessiertesten

„Viehzüchter und Geschäftsleute, Personen aus dem Justizwesen oder Sicherheitspersonal waren in der Mehrzahl unter den Käufern. Auch neu angestellte Polizisten, die ihre Dienstwaffe selber erwerben müssen, nutzten die Chance für einen Kauf, sogar in Raten. Nur 10 – 15% der Käufer kommen in Begleitung der Familie“, sagte der Aussteller.

Voraussetzungen

Um auf der Ausstellung eine Waffe zu erwerben, muss man einfach nur ein polizeiliches und ein juristisches Führungszeugnis vorzeigen, einen Antrag ausfüllen und das war es. Der Antrag ist in drei Tagen fertig und kostet 60.000 Guaranies.

Hier wie auch in anderen Ländern

Schlussendlich hat in Paraguay einer von sechs Einwohnern eine Waffe (laut Amnesty International). Auf der ganzen Welt zirkulieren 640 Millionen registrierte Waffen.

(Wochenblatt / Abc)

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5 Kommentare zu “Was man über Schusswaffen in Paraguay wissen muss
  1. Stand jeden Tag in den Zeitungen, ist noch bis heute abend geoeffnet oder man geht zum Waffenladen und kann dort alles genauso erledigen, nur ist es etwas teurer.

  2. Hab ich auch in der ABC gelesen.Für mich unverständlich warum es auch hier, wie in der anderen Welt mehr illegale Waffen wie legalle gibt.
    Hier gibt es doch keine Diktatur wie in Europa!
    Also wer noch keine hat, kauft legall Waffen.

  3. Das habe ich noch nie gebraucht:
    Schlussendlich wird auch ein medizinisches Gutachten über den mentalen Zustand des Antragstellers als notwendig angesehen, beglaubigt und legalisiert vom Gesundheitsministerium.

    Sammler müssen ihre Abzeichen vorzeigen, Sportschützen die Kondition des körperlichen Zustandes unter Beweis stellen.

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