Wie Anwälte sich die Neufeld-Ländereien unrechtmäßig aneigneten

Kolonie Reinland: Die 26.000 Hektar Land, die einst Johannes und Nikolai Neufeld im Süden von Caazapá kauften und später teilweise an Russlanddeutsche weiterverkauften, sind heute in den Händen von gewieften Anwälten oder in Staatsbesitz. Doch wer hat das autorisiert?

Zur Vorgeschichte:

Angestrebt wurde ursprünglich die Ansiedlung von 600 Familien, später von 1.500, beziehungsweise längerfristig von 3.000 Familien. Für diese sollte eine dorfähnliche Siedlung mit Höfen entstehen, zu denen jeweils mindestens ein Hektar Land gehören sollte. Im September 2006 waren die bis dahin im Umkreis von 15 Kilometern erworbenen 11.000 Hektar Land Eigentum von Johannes Neufeld, der inzwischen aus dem Projekt ausgeschieden ist, sollten aber einer im Incoop eingetragenen Kooperative überschrieben werden, der auch die Bauten der Kolonie und die Maschinen gehören. Zu diesem Zeitpunkt lebten etwa 80 Familien in Notwohnungen und in 60 Einfamilienhäusern.

Angeworben wurden in Deutschland ansässige aus der ehemaligen Sowjetunion stammende Aussiedler, die von Deutschland enttäuscht sind. Die Werbung erfolgte mit teilweise religiösen Untertönen zur Ansiedlung. Die Auswanderungswilligen kaufen bereits in Deutschland eine Mindestfläche von 4 Hektar Ackerland. Der Kaufvertrag enthielt eine Klausel, nach der dieses Land an die Kooperative verpachtet wird. Angebaut werden Reis, Soja, Gründünger, Mais und Weizen. Ziel war eine künftige Konzentration auf den Anbau der Macadamia-Nuss, die frühestens sieben Jahre nach der Pflanzung Gewinn abwirft.

Ende 2011 sprach vieles für ein Scheitern des Projektes oder einen groß angelegten Betrug. Die Wirtschaftsstrafkammer des Detmolder Landgerichts sprach Nikolai Neufeld im Mai 2012 wegen gewerbsmäßigen Betruges in 1.042 Fällen schuldig und verurteilte ihn zu fünf Jahren Haft.

Die Umverteilung von Land:

Von dem inhaftierten Neufeld wurde Heinrich Löwen als Repräsentant in Paraguay eingesetzt. Eine Gruppe von Anwälten mit Unterstützung von wichtigen Politikern schuf eine Mafia-ähnliche Vereinigung, die dich darum kümmerte Nikolai Neufeld seine Ländereien anzueignen. Mehr als 10.000 Hektar konnten die Anwälte, Gustavo Dos Santos Ros, Marcos Santacruz und Cristian Velázquez schon umschreiben. Eines der Grundstücke mit 2.000 ha Fläche, wurde an das Institut für Landentwicklung (Indert) verkauft, nachdem man Landlose in der Nähe ansiedelte, die eine Nachfrage nach Landfläche in der Zone dem Staat vorgaukelten. Die Anwälte kassierten hierbei 21 Milliarden Guaranies. Sie waren im Besitz einer Vollmacht, die angeblich Löwen unterzeichnet hat. Doch dem war nicht so. Löwen ging selbst gerichtlich gegen die betrügerischen Anwälte vor. Doch die Geschäfte waren längst abgeschlossen und der Schaden längst fix.

Der modus operandi der Anwälte war es als Bevollmächtigte von Grundstückseigentümern aufzutreten um Berichte über den Zustand von Überschreibungen mit Problemen zu erhalten, welche sie danach schamlos zu ihren Gunsten ausnutzten, indem sie weitere Spieler aus ihrem Lager in Stellung brachten, die am Ende die Grundstücke billig aufkauften kauften. Beispielsweise Yolanda Mercedes Coronel ist so eine Käuferin, die eigentlich nur Angestellte von Anwalt Dos Santos ist und gar nicht über genügend finanzielle Mittel verfügt. Aber auch Esequiel Bogado Ros, ein Cousin des Anwaltes gab sich als Käufer aus. So wanderten 3.500 Hektar Land von Nikolai Neufeld für 4 Milliarden Guaranies in die Hände von Yolanda Mercedes Coronel.

Esequiel Bogado Ros hingegen verklagt Grundstückseigentümer von 1.000 Hektar in Villa Hayes und 4.000 Hektar in Infante Rivarola, Chaco mit Ersitzung (Usucapión).

Die Einwohner der ehemaligen Kolonie Neufeld, heute Reinland zweifelten immer an den Anwälten, da sie ihnen nicht halfen. Anstatt den Russlanddeutschen zu Grundstückstiteln zu verhalfen, verscharrten sie die an Dritte oder den Staat. Von den einst 26.000 Hektar blieben Neufeld nunmehr 7.000 Hektar, die wegen zahlloser Schikanen nicht an die Bewohner transferiert werden können. Dem absurden Justizsystem und der in alle übergreifende Korruption sei Dank.

Wochenblatt / Abc Color

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10 Kommentare zu “Wie Anwälte sich die Neufeld-Ländereien unrechtmäßig aneigneten

    1. In der Bergthal Kolonie sind es nicht Anwaelte die sich Land zueignen was Ihnen nicht gehoert.Es scheint wenn Jemand etwas Erben tut in der Kolonie Bergthal und nicht Buerger bist, ,dann wird alles genohmen,oder gestohlen,im Namen Jesus..

  1. Moyses Comte de Saint-Gilles sur Ludersac

    Der Deutsche hat eines nicht begriffen: in Paraguay wird die deutsche Klagefreudigkeit dem Klaeger zum Verhaengnis.
    In Paraguay zieht man nie vor den Kadi.
    Wie kam es denn eigentlich dazu dass es auf einmal diese massiven Rechtsstreitigkeiten gab?
    Waren das interne Probleme zwischen den Siedlern oder wurde der Zoff von Paraguayern losgetreten um die Lawine ins rollen zu bringen?

  2. Wer kennt das Sprichwort “unter die Räuber gefallen” nicht? Wer im Sinne haben sollte, nach Paraguay, dem “Land der Freundlichkeit” auszuwandern, sollte sich vorher dieses Sprichwort gut merken!

  3. Zelt für 4 Personen mit Schlafsack

    Da muss ich meinen Meinung wohl etwas revidieren, dass man hierzulande gerne mit Nichtstun mittels Linken von Alemanes de Ms. und sonstigen Ausländern viel Plata verdient (naja, sind ja wenigstens diejenigen, die Plata haben): waren doch alle Hobby-Abogados (im Sinne von Gesetz, jedoch nicht im Sinne von gekonnt fälschen und linken) sehr fleißig. Jedoch nicht erstaunt bei hiesig Kindergartenpolizeijustiz. Je länger je mehr denke ich, dass Betrügen in den Genen liegen muss. Will ja gar nicht wissen aus welchem Teil von Sizilien nach dem Krieg die Abuelos her kamen. Und auch sonst, muss es wohl daran liegen, dass der weiße Mann herkam und den Indianern das Land gestohlen hat. Obwohl hier keiner als Indio – was ja als Schimpfwort gilt – bezeichnet werden will. Verständlich, dass sie beim Bailar el Indio mit Bierbücks, Müllabfackel und Shwuddi 120 dB nicht als Indios betitelt werden wollen, sondern lieber als zivilisierte, rücksichtsvolle, gebildete, ehrliche, moderne, post-cosmopolitane Indios. Naja, manche haben schon ein Feuerzeug um den Müll anzufackeln, schließlich ist ne Schaufel x 20 mi schon zu demasiado caro, um den toten Hund zu begraben. Kann aber auch daran liegen, dass es noch keine autonomen, selbstarbeitenden, Batterie- oder Akku-Betriebene Schaufeln gibt, die einem den toten Hund begräbt und man mit dem einen Finger im Allerwertesten und den anderen mit Rühren im Gras zum Trinken dasitzen und zuschauen kann. Um die meisten armen und freundlichen Eingeborenen mache ich mir eher weniger sorgen, die sind meistens auch freundlich und werden einem nichts stehlen, wenn man ihnen keine Gelegenheit dazu gibt. Einige sind schon froh um alle nicht mehr Gebrauchte grati zu bekommen.
    Ein kleiner alleskönnender Automecanico ist schon froh einem um eine Radschraube gelinkt zu haben, die überflüssigerweise von den Automobilhersteller mitgeliefert werden. Ne, sorgen mach ich mir eher um die möchtegern-bessergebildeten, die hiesig 7 bis 11 Uhr täglich Schul vielleicht auch abgeschlossen haben. So wie diese Hobby-Abogados, hiesig Hobby-Escribanos und hiesig Hobby-Kindergartenpolizeijustiz, meist erkennbar an einem christlichen Götzenbild an der Wand hängend. Wenn man so ein Bürro betritt ist es am besten gleich hundertachzig Grad kehrt zu machen. Doch meist kommt man ja nicht herum einem dieser hiesig 7 bis 11 Uhr täglich Schul vielleicht auch abgeschlossen zu beschäftigen und zu schauen, wie es herauskommt. Kann man Glück haben. Oder auch nicht.

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