Die Polizei muss sich das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen

Asunciòn: Die Flucht zweier Mitglieder der Terrorgruppe PCC (Primer Comando Capital), aus dem sichersten Gefängnis des Landes, welche sich am vergangenen Wochenende ereignet hatte, zeigte ganz klar auf, in welcher Situation sich der Sicherheitsapparat Paraguays befindet.

Die beiden Schwerverbrecher konnten ohne größere Schwierigkeiten aus einer Zelle der Agrupación Especializada entkommen. Diese Tatsache deutet stark auf eine Beihilfe, von Seiten der Polizei, hin.

Weil die Polizei immer häufiger mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung gebracht wird, ist es an der Zeit diese vollkommen neu aufzustellen. Nur so kann sie das Vertrauen des Volkes zurückgewinnen. Es darf nicht passieren, dass der Staat von kriminellen Gruppen und Drogenhändlern unterwandert wird.

Es ist zwar richtig, dass die Agrupación Especializada nicht als Gefängnis konzipiert oder organisiert wurde, sondern als Kaserne, aber die Notwendigkeit und Dringlichkeit haben die Einrichtung zu einem Gefängnis gemacht, das angeblich die höchste Sicherheit bietet. Deshalb beherbergt es die gefährlichsten Verbrecher, Drogenhändler, Mitglieder der paraguayischen Volksarmee (EPP) sowie einige Politiker.

Den beiden Mördern gelang die Flucht aus dieser Einrichtung nur, weil ihnen einige korrupte Polizisten dazu verhalfen.

Auf diesen Vorfall hin traf der Präsident der Republik, Mario Abdo Benítez, die Entscheidung, den Befehlshaber der Nationalpolizei, Bartolomé Báez López, und den Kommandanten, Luis Cantero, aus ihrem Amt zu entlassen. Nach den Ereignissen vom vergangenen Sonntag wurden 18 Polizisten auf Anordnung eines Staatsanwalts verhaftet, weil der Verdacht bestand, dass diese den Gefangenen zu Flucht verhalfen. Darüber hinaus entließ der Polizeichef auch den Leiter der Spezialgruppe, Enrique Benítez, und den Chef der Taktischen Unterstützung, Roberto Vega.

Gegen die Entscheidung, die Verantwortlichen für die Polizeieinheiten aus ihren Positionen zu entfernen, ist nichts einzuwenden, wenn solche schändlichen Ereignisse eintreten. Es ist jedoch an der Zeit zu erkennen, dass dies nicht genug ist. Durch das Wechseln von Polizeikommandanten oder dadurch, dass einige Polizisten für ihren Fehltritt bestraft werden, ist das zugrunde liegende Problem nicht gelöst. Nämlich die Korruption, die die Institution infiziert.

Die Polizei muss glaubhaft und vertrauenswürdig für die Paraguayer werden. Dafür müsste man allerdings die komplette Institution neu aufbauen. Das ist mit Sicherheit keine leicht zu lösende Aufgabe. Doch wenn der Kampf gegen die Korruption nicht nur ein leeres Wahlversprechen bleiben soll, gilt es dieses Vorhaben in Angriff zu nehmen.

Wochenblatt / Ultima Hora

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