Es ist zum Weinen: Paraguay versagt gänzlich bei der PISA Studie

Asunción: Die von Paraguay erzielten Ergebnisse, bei den PISA-Tests zeigen die gravierenden Probleme im Bildungsniveau und dass die Schüler nicht auf die aktuellen Anforderungen und Herausforderungen vorbereitet sind.

Dies ist das erste Mal, dass Paraguay Teil dieser Bewertung ist. Alle drei Jahre führt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine Studie in verschiedenen Ländern der Welt im Rahmen des PISA-Berichts durch.

Das Ziel dieser Studie ist es, die akademische Leistung von Studenten in drei spezifischen Bereichen zu messen: Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen. Die Idee ist, vergleichbare Daten bereitzustellen, die es den Ländern ermöglichen, ihre Bildungspolitik und ihre Ergebnisse zu verbessern. Die Besonderheit dieses Berichts besteht darin, dass die Analyse nicht den Schüler selbst, sondern das System, in dem er ausgebildet wird, einschätzt. Daher wird er als sehr wichtiger Parameter betrachtet, um die tatsächliche Bildungssituation in einem Land zu messen.

Die Studie basiert auf der Analyse der Leistung von 15-jährigen Schülern anhand standardisierter Tests. Sie werden aus einer Zufallsstichprobe von öffentlichen und privaten Schulen ausgewählt, die nach Alter und nicht nach der Schulstufe, in der sie sich befinden, ausgewählt werden.

Gestern wurden die Ergebnisse der jüngsten PISA-Bewertung für Entwicklung (PISA-D), eines von der OECD geförderten Pilotprojekts in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen einschließlich Kambodscha, Ecuador, Guatemala, Honduras, Paraguay, Senegal und Sambia.

Für das hiesige Bildungssystem sind die Ergebnisse mehr als besorgniserregend und offenbaren die Probleme, die in Bezug auf die Bildungsqualität und das Lernen von paraguayischen Schülern bestehen.

Im Bereich der Mathematik erzielte Paraguay eine Punktzahl von 326 und lag damit unterhalb von Honduras, Guatemala und Ecuador. Damit übertraf es nur Senegal, Sambia und Kambodscha (in diesem Fall um einen Punkt).

In der Kategorie Lesen wurden 370 Punkte erzielt, die von Honduras und Ecuador übertroffen wurden. Im Vergleich zu Kambodscha, Guatemala (um einen Punkt), Senegal und Sambia schnitt Paraguay besser ab.

Auf dem Gebiet der Naturwissenschaften waren es 358 Punkte, die Kambodscha, Senegal und Sambia übertrafen, aber unter Ecuador, Guatemala und Honduras lagen. In Paraguay beträgt die durchschnittliche Anzahl der Schüler, die den Mindeststand in Mathematik erreichen, bei nur 8,3%, während sie beim Lesen mit 32,2% besser abschneiden, jedoch weit entfernt vom OECD-Durchschnitt der bei 76,6% bzw. 79,9% liegt.

Der Finanzminister Benigno López sprach in einem Interview mit dem Radiosender 780 AM über die Ergebnisse von Paraguay bei den PISA-Tests und sagte, „dass wir nicht gut sind und es zum Weinen sei und wirklich beschämend was wir doch für eine Bildung hätten“.

Ein 33-jähriger Deutscher, der hier zu Lande in einer Abendschule seinen Schulabschluss nachholt, teilte uns mit, dass ihn dieses Ergebnis in keinster Weise überrasche. In der Schule für Erwachsene wäre er hauptsächlich mit Abschreiben, Ausschneiden und Einkleben beschäftigt, von wirklichem Unterricht im ihm bekannten Sinne könne keine Rede sein. „Unsere Arbeitsbücher wurden teilweise fehlerhaft aus dem Chinesischen übersetzt, aber das fällt nicht mal den Lehrern auf, da deren Bildung ja leider auch nicht besser ist. Es spielt überhaupt keine Rolle ob du deine Arbeiten abgibst und immer zum Unterricht erscheinst oder nicht, jeder wird durchgewunken und im Notfall wird das Examen eben mit der Hilfe eines Mitschülers oder gar des Lehrers geschrieben und somit bestanden,“ berichtete er.

Nach seiner Beurteilung hätten weder die Schüler noch die Lehrer Interesse an einem ernsthaften Unterricht, es sei wirklich traurig.

Wochenblatt / HOY

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10 Kommentare zu “Es ist zum Weinen: Paraguay versagt gänzlich bei der PISA Studie

  1. Übertraf Senegal, Sambia und Kambodscha, aber nicht meine Erwartungen.
    Damit möchte ich keinesfalls die Intelligenz der jungen Menschen anzweifeln. Aus ihnen könnten genau so gut gebildete Menschen heranwachsen wie in Deutschland, Katar, Kanada, USA etc.
    Das Problem liegt erstens bei unfähigen Leuten im Ministerium für Erziehung und Kultur, über die wenigen Unterrichtsstunden bis zur schlechten Infrastruktur. Da bleibst wohl besser zuhause als deine neuen 10-Euro Turnschuhe nass und dreckig zu machen, was für viele Menschen mit Einkommen unter 200 Euro recht viel Geld für nur Turnschuhe ist. Essen ist nicht billig hier (außer Fleisch und Mandioka).
    Paragauy wäre ein reiches und schönes Land, wenn es nicht von korruptem Kindergartenniveau geführt und abgezockt würde. Schade um das Potenzial vieler junger Menschen, die zu genau dem heranwachsen werden, keine Perspektive haben, höchstens Profesora, Profesor oder für den sonstig Staatsbetrieb.
    Der guten Ordnung will ich erwähnen, dass das meine persönliche Einschätzung ist und ich niemals behauptet habe, dass meine Meinung die einzig wahre ist und es mir im Grunde genommen auch nicht zusteht über dieses Land zu urteilen. Aber ich schreibe ja auch bloß einen Kommentar in einem Forum, der weder Gewicht hat noch beachtet werden wird. So what.

  2. Und was sagt das aus? Das hiesige Lehrerpersonal ist unmotiviert und offensichtlich völlig unqualifiziert, denn die Leistungen der Schüler sind das Spiegelbild der Leistungen ihrer Lehrer. Das sollte mal thematisiert werden. Aber wenn es um Forderungen für Gehaltserhöhungen und Senkung des Renteneintrittsalters geht, dann sind die hiesigen Lehrer Weltspitze.

  3. Jup, genau dies erzählte mir mein Kumpel auch, alles Lug und Trug, wer hier zur Schule geht lernt höchstens bescheissen?

  4. Dem 33-jährigen Deutschen, der sein Abschluss nachholt, wurde mit Sicherheit sein deutscher Abschluss nicht anerkannt hier. Und ohne Titulo bist du hier nichts, auch wenn du die grösste Pfeife bist – das wichtigste ist der Titulo. Ah, und natürlich fünffach notariell beglaubigt. Das „Gute“ daran ist, dass du mit so einem Dokument dein eigenes Unvermögen schön kaschieren kannst.

    Das desolate Bildungssystem in Paraguay muss aber weiter geführt werden, da die Bevölkerung schön dumm zu halten ist. Wenn das so bleibt, kiregen die Beamten des Bildungsministeriums als Belohnung bestimmt dann mal Urlaubsgeld.
    In Deutschland machen sie es ein bisschen anders: Dort wird den Jugendlichen das ewige Schuldgefühl und die Verantwortung des dritten Reiches indoktriniert, damit die Kinder später Rot/Grün oder CDU (es gibt keine Unterschiede mehr) wählen und gegen Rechts kämpfen.

    1. @Phillip
      Mit dem was Du schreibst hast im Bezug auf Paraguay hast du Recht.So die die Lehrer sind auch die Kinder.
      Im Bezug auf Deutschland bist du fast Richtig in der Richtung fast auf den Holzweg, es fehlt noch was!
      Wenn die Eltern nichts in der Birne haben kommen die Kinder auch nicht weiter.Hier entscheidet das liebe Geld was deine Kinder werden. Sind beide Elternteile Facharbeiter,kommen 1-2% der Kinder weiter Richtung Meister oder Studium.
      Sie beide oder einer Akademiker,10-20% sind besser als die Eltern.Das alte Fett bleibt auch immer oben.
      Die Aufstiegschancen sind mit die Schlechtesten in Europa,trotz Bildungsangebote.Das ist kein Zufall!
      Wer nun besondere Ansprüche,da muss der Papa/Mama dort Schafen sie bereiten den Kindern den Weg in die „Erlauchten Gesellschaft“ ohne besondere Beziehungen fast unmöglich.Es sei denn es ist ein/e Belächelte/r Quotenneger/in.
      Das alte Fett bleibt immer oben, wie in Paraguay!

  5. „da die Bevölkerung schön dumm zu halten ist.“ Dies ist typisch für einen modernen Menschen aus Europa. Selbst wenn er kein „Die Linke“-Wähler ist, das linke Gedankengut ist trotzdem überall zu finden.

    Nein, die Leute werden nicht „dumm gehalten“. Sie sind es einfach.

    Es dauert viele Generationen, hunderte von Jahren, bis sich aus „primitiven Ötzis“ der heutige Österreicher/Deutsche/Schweizer entwickelt hat. Das geht nicht von heute auf morgen – auch nicht durch die besten Lehrer und Schulen der Welt. Das dauert seine Zeit, das dauert viele Generationen.

    Auch und besonders in Europa herrscht dieser Irrglaube. Man denkt in einer oder zwei Generationen durch „Bildung“ aus einem Moslem aus Afrika einen „leicht braunen Deutschen“ machen zu können. Falsch gedacht. Bildung hilft nur dann, wenn der Schüler auch bereit UND IN DER LAGE ist, etwas zu verstehen. Auswendig lernen hilft nicht.

    Das positive an der PISA Studie. Jedes Deutsche (AT/CH) Kind in Paraguay hat einen RIESIGEN Vorsprung in Bildung and Fähigkeit und braucht sich vor der lokalen Konkurrenz nicht zu fürchten. Das ist die andere Seite der Studie. Eine Seite die mir persönlich durchaus gut gefällt.

    1. DAs ist völliger Unsinn, was du schreibst – dass es Jahrhunderte dauert.
      Nimm ein Land im Nahen Osten, biespielswiese UAE. Innerhalb von 50 Jahren waren die auf internationalem Spitzenniveau, auch die Bildung dort ist vergleichsweise gut.
      Wenn man richtig investiert in die Bildung, Lehrer ausbildet, die auch Lehrer sind und keine Beamtenseelen und diese dann lehren – dann geht es auch.
      Das trifft alles aber niemals auf Paraguay zu. Denn hier müsste erst die Mentalität der Menschen geändert werden – und die läßt sich nicht ändern, weil die Menschen sich nicht ändern wollen. wo Faulhaut oberstes Lebensprinzip ist, kann keine Schule der Welt was ausrichten.

    2. Ich finde das hat schon was, was @9mm schreibt: „UND IN DER LAGE ist“.
      Sehr viele hier bekommen einfach mal nichts von ihren Eltern. Vielleicht billiges Spielzeug aus China (die aber immer noch teuer genug sind).
      Viele Eltern, Bildung während- und nach-Stössner-Diktatur, sind bloß 6 Jahre lang zur Schule (wenn überhaupt).
      Ich kenne öffentliche Schulen von Innen: Egal ob zu spät kommst, ob überhaupt kommst, zu den wenigen Unterrichtsstunden müssen sie 2x (meist montags und freitags) eine halbe Stunde in der Schlange (Fila) stehen, Vater Unser und Nationalhymna nachmauscheln, es wird fürs „Frühlingsfest“ Tanz geübt und fürs Nationalfest Parada. In unteren Klassen wird Geburtstag gefeiert, d.h. Kuchen, „Hotdogs“ und tonnenweise Caramelos statt Mathe etc.
      Jedes D.Ö.CH-sche Kind hat Hobbies: Instrument-spielen, Sport, Elektronik, Computer oder Bücher u.v.m. Auch das bildet. Hier fehlt das Geld.
      Nur die Reichen aus können ihren Kindern das bieten. In den Privatschulen wird ab Sekundärstufe Englisch unterrichtet, in öffentlichen Schulen nicht.
      Es wird Jahrzehnte wenn nicht Jahrhunderte dauern (bis man nur mal eine anständige Straße, anständiges Haus bauen oder eine anständige Infrastruktur hin bekommt).

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