Indianerin schreibt Doktorarbeit

San Lorenzo: Francisca Villalba Pereira (27), Indianerin des Stammes der Maskoy, steht kurz davor, ihre Doktorarbeit in Soziale Arbeit (Facso-UNA) fertigzustellen und ist somit offiziell die erste ihres Volkes, die diesen Studiengang beendet.

Francisca Pereira kam in Filadelfia (Boquerón) zur Welt, wuchs aber in Puerto Casado auf. Padre Livio Farina heißt der Ort, der ihrem Volk zugewiesen wurde, nachdem es von der Gerberei Carlos Casado von seinen traditionellen Gebieten vertrieben wurde. Die Studentin spricht Spanisch und Guarani. Angaité, die Sprache ihres Volkes, hat sie nach der Vertreibung eingebüßt.

Sie lebte mit ihren fünf Brüdern, einer Schwester und ihren Eltern in einer Hütte, erstellt aus den Materialien, die die Karanda´y Palmen liefern. Zu ihrer Familie möchte sie auch nach ihrem Abschluss wieder zurückkehren. Ihr Vater brachte ihr bei, auch mit einem Universitätsabschluss, ihre Wurzeln nicht zu vergessen. Ihre Familie hat sie auf ihrem Weg unterstützt, wo sie nur konnten, auch wenn sie in extremer Armut leben.

Pereira entschied sich für den Studiengang Soziale Arbeit, weil sie sich in Zukunft für die stark benachteiligten Naturvölker Paraguays einsetzen möchte.

Nur durch ein Stipendium von Itaipú und der Hilfe und Unterstützung ihrer Freunde und Familie konnte die junge Frau ihr Studium vollenden. Viele Indianer aus dem Chaco beenden die 12. Klasse, können aber dann keine Universität besuchen, weil die finanziellen Mittel fehlen. Allein durch die Entfernung zur Hauptstadt entstehen hohe Miet- und Fahrtkosten, von den Studiengebühren ganz abgesehen.

Die paraguayische Ureinwohnerin fordert den Staat dazu auf, endlich den indianischen Völkern ihre Rechte einzugestehen. Es müsse doch möglich sein diese 2% der Bevölkerung, die in extremer Armut leben, zu unterstützen und zu sozialer Sicherheit zu verhelfen. Ein großer Schritt wäre es, den indianischen Jugendlichen den Zugang zu den Universitäten zu erleichtern, indem ihnen Stipendien ohne viele Einschränkungen geboten werden.

Pereira hofft dank ihrer Ausbildung einen Arbeitsplatz im Chaco zu finden um dort direkt den Frauen und Kindern ihres Volkes zu einem besseren Leben zu verhelfen.

Wochenblatt / ABC Color

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7 Kommentare zu “Indianerin schreibt Doktorarbeit

  1. Kuhbier, Brandenburg

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    Das finde ich schön und mag es ihr gönnen. Persönlich finde ich das hiesige Schulsystem aber nicht mit dem eines D.Ö.CH-schen vergleichbar, sonder eher mit der Mirgros-Clubschule. Ja, damit ich noch was genörgelt habe, aber es ist nun einfach mal so. Keine Sorge, mein Flieger ist schon am Auftanken.

  2. „Es müsse doch möglich sein diese 2% der Bevölkerung, die in extremer Armut leben, zu unterstützen und zu sozialer Sicherheit zu verhelfen“

    Das Problem ist die hohe Fertilitätsrate der Indianer. Die kriegen wahnsinnig viele Kinder – und wenn man denen menschenwürdig von staatlicher Seite helfen würden – dann würden sie wohl noch mehr Kinder auf die Welt setzen und arbeiten schon mal gar nicht.

  3. Hartgeld.com_Leser

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    Warum macht sie ihren Dokto in Schwafelwissenschalften, die nach dem Crash des EuroDollaGs keiner mehr braucht, und nicht in Mathematik, Physik oder Geologie (Goldkunde) oder Ökonomie?

  4. Ich finde das super ! Ist doch schon mal ein erster Schritt getan ! Wenn wir ihnen Land und Kultur weggenommen haben , sollten wir ihnen wenigsten etwas von unserer “ Bildung “ geben . Das ist allemal gerecht ! ☝

    1. Was für eine Kultur bitte? Ja, wenn es um die Landwegnahme geht: wieviele Deutsche, Österreicher oder Schweizer waren daran beteiligt?
      Wie wäre es dann mit einem guten Vorbild: jagen wir alle US-Bürger raus aus den USA und geben das Land den übrig gebliebenen Indianern zurück.

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