Minister bittet Politiker, die Lehrer von den Wahlangelegenheiten zu befreien

Asunción: Der Bildungsminister Eduardo Petta stellte fest, dass es in den Bildungseinrichtungen im ganzen Land viel zu viel um die Politik als um die Bildung gehe. Daran müsse sich etwas ändern.

Um die Bildung wieder aus der “Intensivstation“ zu bekommen, in der in der sie sich befände, braucht es einen Wechsel. “Wir bitten die politische Klasse, die Lehrer von den Wahlangelegenheiten befreien“, waren seine Worte.

Ich habe in den letzten Tagen etwas sehr Unbeliebtes für die politische Klasse gesagt, aber es ist die Realität. Unsere Lehrer müssten aufhören, an den ganzen Wahlvorbereitungen teilzunehmen. Die politische Klasse hätte die menschlichen Beziehungen stark beeinträchtigt, stellte Minister Eduardo Petta vor einer Gruppe von Lehrern fest, die an der Präsentation der Ergebnisse des Programms zur internationalen Bewertung von Schülern für Entwicklung (Pisa-D) teilgenommen haben.

Der Minister kommentierte, dass an den Wahltagen z. B. eine Direktorin für die eine Partei zuständig sei und eine Lehrerin für die Opposition. “Der Krieg bricht in den Korridoren der Schulen aus. Dann kommt die Direktorin, die anstatt eine positive Führung zu übernehmen lieber auf einer Liste notiert, wer dem richtigen Kandidaten applaudiert und wer nicht an einer politischen Versammlung teilnimmt, hat ein Problem. Und sie, die Lehrerin, erhebt sich gegen ihren Direktor und hat bereits den Respekt ihr gegenüber verloren“, sagte er. Er fügte hinzu, dass in der heutigen Zeit immer wieder von einer Spaltung in der Beziehung zwischen Direktor und Lehrer in unserem Land zu hören sei.

Petta stellte klar, “dass sein Vorhaben nicht beinhalte, gegen das verfassungsmäßige Stimmrecht zu verstoßen. Sie können in ihrer Partei wählen, aber wir schlagen der politischen Klasse und den Lehrern vor, zurück zu lassen, was großen Schaden anrichtete“.

“Es entstehen Groll und Konfrontationen, die auf die Meinungsdiktatur zurück zu führen sind. Es kann so weit kommen, dass versucht wird den Direktor auszutauschen. Es gibt Fälle, in denen Lehrer die Besetzung einer Schule organisieren, um einen Vorwand zu finden, ihren Direktor, aus politischer Rache zu entlassen“, betonte Petta.

Petta hat sich mit seien Aussagen einen unbequemen Schuh angezogen, denn die Politiker werden ihm ungern Recht geben oder gar helfen, etwas zu ändern. Die Politiker nutzen den Einfluss, den die Lehrer auf die Schüler und deren Eltern haben, schamlos aus, um ihre Interessen durch zu setzen. Die Lehrer wiederum erhoffen sich dadurch, dass sie den Politikern zu Seite stehen, bessere Anstellungen oder gar die Möglichkeit, ein Amt zu begleiten. Unter den Gemeinde- und Stadträten sind nicht selten Lehrer zu finden. Man kann sich leicht ausmalen, wie wenig Zeit und Energie den Lehrern in der Zeit der Wahlen noch für die Schüler und deren Bildung bleibt, wenn sie beides großzügig in die Politik investieren.

So lange in den Schulen vorrangig politische Kämpfe ausgetragen werden, wird sich die Bildungsqualität für unsere Kinder kaum verbessern.

Wochenblatt / Abc Color

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

10 Kommentare zu “Minister bittet Politiker, die Lehrer von den Wahlangelegenheiten zu befreien

  1. Da wird es aber höchste Zeit, daß die Lehrerschaft, genau wie die Beamtenschaft, sich politisch während ihrer Arbeitszeit nicht betätigen dürfen. Daß dies bisher und bis heute nicht der Fall war sagt vieles über den Zustand dieser Körperschaften bzw. deren Personal aus. So muß man sich nicht wundern, wenn nichts wirklich im Lande voran kommt. Offensichtlich sind Parteiämter und damit verbundene Amigovorteile wichtiger, als die Arbeit und die Verantwortung für das, wofür man eingesetzt und bezahlt wird. Es läuft in diesem Land so vieles fundamental falsch. Eine Herkulesaufgabe für jeden Präsidenten, sofern er selbst die Zusammenhänge versteht und bereit ist, daran etwas zu ändern, zum Wohle des Volkes. Nicht nur ständig von Patriotismus reden – sondern wirklich wie verantwortliche Patrioten handeln! Das macht einen Patrioten aus und nicht große Sprüche klopfen und gleichzeitig dafür sorgen, daß sich die eigenen Taschen möglichst schnell auf Kostend der Allgemeinheit füllen.

  2. Es ist doch sinnlos, sich weltweit überhaupt über Politik aufzuregen, das ist immer klarer. Politiker sind vollständig unnütz, kosten nur massiv geld und machen NIEMALS etwas für das Volk, das sie eigentlich gewählt hat. Wüde man diese einsparen, wär zumindest deren Salar als Volksvermögen da!

      1. Johan Moritz van Nassau-Siegen

        Antworten

        Uebrhaupt keine Regierung denn in der Anarchie sind wir schon. Genauso laeuft es mit den sogenannten „Kommitteemaennern“ in den Kooperativen. die halten nur staendig Sitzung wenn du sie sprechen willst und sind erst uebermorgen da „weil er in der Fenz ist“ (d.i. seinem Viehbetrieb). Der Rest der Zeit warten die ihr Gehalt ab und drangsalieren Buerger die auf der schwarzen Liste der Mennoniten stehen.
        Komplett unnuetzes Pack.

  3. Das vergesst gleich mal. Die Bildung war immer Werkzeug und wird es auch bleiben. Welcher Direktor in Döch hat denn kein Parteibuch? Speziell Deutschland ist hier ärger als Paraguay siehe AFD.
    Nach der Logik wäre man dann bei meinem Nihilismus. Dann müsste man auch Religionen und Organisationen von den Pfadfindern bis zur UNO abschaffen, denn auch diese Organisationen und Gemeinschaften puschen die Leute in eine bestimmte Richtung und heute wie völlig offensichtlich zu erkennen in die internationale weltoffene weil die globalen Konzerne regieren.
    Organisiert wird das ganze durch eine Kommunikationsgesellschaft mit Google, Twitter, Facebook, Internet und Smartphone. Die Wirtschaft mit seinen Angestellten also der Politik und eben den Organisationen arbeiten sicher schon daran, dass Internet und Smartphone dem Neugeborenen Erdenbürger bereits bei der Geburt ins Gehirn gepflanzt werden. Man soll ja richtig informiert werden. Es geht also genau in die Gegenrichtung.

    1. Darum geht es doch überhaupt nicht. Selbstverständlich darf jeder Bürger eine politische Meinung haben und wenn er unbedingt will, einer Partei angehören. Aber als Staatsdiener im Amt politische Werbung oder Hetzreden zu halten – das geht auf keinen Fall!

      1. Wie wird man Staatsdiener ohne politische Meinung und Partei und noch viel wesentlicher: Wie macht man als Staatsdiener denn Karriere ohne politische Meinung und Partei und das muss ja auch noch die richtige sein? Danach wird dann auch gehandelt. Ich habe selber in meiner Schulzeit gesehen, dass da einige dabei waren, die mehr Politik machten als unterrichteten. Darauf ansprechen brauchte man sie nicht, denn was fällt ihnen denn ein. Empörung.
        Mit Gummiparagraphen und Bitten kommt man da nicht weiter. Man müsste klar sagen, dass sie entweder Lehrer, Direktor etc. ODER Politiker sind und das sogar gesetzlich regeln zwecks Gehalt. Ansonsten werden Sie immer solche Leute dabei haben. Sie müssen ja auch sehen, dass es vielen um den (Doppel) Verdienst und um die Karriere geht und gar nicht um irgendeine politische Meinung also die Praktiker während andere Ideologen sind, die dann mit der eigenen Familie nicht mehr reden, weil die falsch gewählt haben.
        Also wie gehabt, man kann es nur KLAR regeln und so handhaben oder es ist eben egal. Dazwischen gibt es da nichts und dieser So tun als ob Zustand bringt definitiv nichts, wie man vor allem in Paraguay perfekt sieht.

      2. Im Gegensatz zu Mannilein habe ich gar nicht die Zeit und die Lust, den ganzen lieben langen Tag vor dem PC zu hocken und die Website des wochenblatts anzustarren und zu überlegen, was ich mir zu den einzelnen Artikeln einfallen und als Kommentar abgeben könnte. Ich schaue nur immer mal schnell rein, wenn ich eine Denkpause brauche. Denn als Möchtegern-Professorchen im Ruhestand muss ich mich immer noch um ein paar Doktorandchen kümmern, die meine Hilfe beanspruchen. Vielleicht wird der eine oder andere von denen auch einmal ein Möchtegern-Professorchen werden. Warten wir ab. Laienprediger werden sie bestimmt nicht.

  4. Was hat Politik in der Schule zu suchen. Die Lehrer sollen unterrichten !!! Es gibt immer noch einige, die es sich leisten können ihre Titel für 4.000.000 gs zu kaufen. Sind dann noch ganz stolz und lachen über diejenigen die sich ihrern Titel erarbeitet haben. Traurig, traurig

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.