Neue Staatsanleihe und weitere Schuldenplanung

In der vergangenen Woche hat Paraguay eine neue Staatsanleihe in Höhe von 280 Millionen US-Dollar aufgelegt, die bis 2023 läuft und 4,15% Zinsen kostet. Die ausgebenden Banken waren Bank of America, Merrill Lynch und JP Morgan.

Die Gelder sollen für Infrastrukturprojekte und Kapitaldienst aufgewendet werden. Die Ratings der Agenturen Moody’s, S&P und Fitch sind jeweils BA1, BB und BB.

Die Regierung will im aktuellen Jahr weitere Schulden in Höhe von 650 Millionen USD aufnehmen, allerdings muss der Kongress hier zuerst zustimmen.

Mit der Interamerikanische Entwicklungsbank (BID) verhandelt man zur Zeit über eine Summe von 365 Millionen USD. Weiter ist man mit der spanischen Regierung, der Weltbank und Fonplata, an der wiederum die BID beteiligt ist. Fonplata will dem Land 265 Millionen US $ leihen.

Für den Volkswirt Manuel Alarcón ist das Niveau der Verschuldung Paraguays noch relativ niedrig, allerdings werde die Zahlungsfähigkeit des Landes voraussichtlich abnehmen. Auf mittlere Sicht sieht er Risiken für den öffentlichen Finanzhaushalt.

Dadurch, dass der öffentliche Haushalt defizitär ist, also weniger einnimmt als er ausgibt, sieht Alarcón auf mittlere Sicht nur die Möglichkeit von Steuererhöhungen oder Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben.

Der Abgeordnete Dionisio Amarilla wirft der Regierung vor, den bequemen Weg zu gehen. Anstatt unpopuläre Maßnahmen für mehr Staatseinkommen durchzusetzen, verschulde man zukünftige Generationen.

Seiner Meinung nach werden die Gelder nicht zur Entwicklung der Republik eingesetzt, sondern um ein System eines „aufgeblähten und ineffizienten Raubtierstaates“ aufrecht zu erhalten.

„Die wirtschaftliche Führung hat traurigerweise die Orientierung verloren und es müssen neue Generationen antreten, damit im Finanzministerium der Norden wiedergefunden wird. Früher war dieses Staatsressort respektiert, aber heute geht man den einfachen Weg; Schulden machen, statt Fehllagen zu analysieren und mehr einzunehmen.“

Der Volkswirt Hugo Royg äußert sich zurückhaltender und sieht zunächst das ausländische Interesse an Investitionen positiv. Allerdings müsse sich die Qualität auf der Ausgabenseite verbessern, um eine Tilgung der Kredite zu ermöglichen. Falls das nicht geschehe gerate man in einen fatalen Kreislauf von Verschuldung. Er empfiehlt eine Steuerreform, bei der die Bereiche der Wirtschaft, die hauptsächlich von den Arbeiten, die mit den Schulden finanziert werden, profitieren, auch stärker zur Kasse gebeten werden.

Quelle: Última Hora

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3 Kommentare zu “Neue Staatsanleihe und weitere Schuldenplanung

  1. Was ersteinmal einen positiven Effekt zu haben scheint, die Erholung des Euro-Kurses, wird verheerende Nachwirkungen haben. Nach gerade mal 2 Jahren Amtszeit explodieren die Schulden um mehr als 40 %.
    Cartes fährt das Land mit einer nie vermuteten Geschwindigkeit gegen die Wand. Optimisten könnten noch darauf hinweisen, das staatliche Investitionen höchstwahrscheinlich ausländische Investoren anlocken. Hier käme dann allerdings nur die Industrie in Frage. ABER !!!!……….mit welchen Arbeitern wollen sie zuverlässig produzieren ??
    wie sicher sind Strom und Wasser in diesem Land ??…….wie kommen die Betriebsmittel ins Land ?..mit dem Schiff ? ( Hochwasser, Niedrigwasser ), mit der Eisenbahn ? ( gibts nicht ), mit dem Flugzeug ( Fraport gibts nicht ), auf den Strassen über mehr als 1.000 km ??……..Paraguay, mit gerade mal 1 Million potentieller Käufer stellt doch keinen Markt dar. Also muss alles wieder exportiert werden. Aber auf welchem Weg ???…….das wird also NICHTS.
    Wofür also diese ganzen Investitionen ? Warum wird nicht mal mit aller Kraft an den Wurzeln investiert, also an der Schulbildung ??..Dafür bräuchte man ganz sicher keine fremden Kapitalhilfen.
    Bereits jetzt kommt doch schon der Druck von aussen ( Bsp. BDI ). Die Kreditgeber werden in ganz naher Zukunft festlegen, wo an der Einnahmenseite zu schrauben ist. Und DAS wird und alle treffen. Eine Inflation von weit mehr als 10% wird schon in 2 Jahren nicht mehr zu verhindern sein. Mehrwertsteuer, vor allem aber eine Kapitalertragssteuer von 20-30 % ( wie in den meisten südamerikanischen Ländern bereits üblich ), und und und.
    Die Ausgabenseite bleibt natürlich unberührt, wie in den meisten anderen hochverschuldeten Ländern auch.
    Wir sollten uns ganz ganz warm anziehen und darauf vorbereitet sein. Denn diese Schulden bezahlt die jetzige Generation und nicht erst die nächste.
    Wenn ich dann sehe, das bei einem nichtssagenden Artikel wie der von Lugo, bereits 10 Kommentare geschrieben wurden, lässt es mich an der Intelligenz mancher Landsleute doch zweifeln.
    Habe fertig !!!!!

  2. Wie ich schon seit längerem schreibe, es reicht den Profiteuren nicht, das vorhandene Geld zu veruntreuen, es muss noch welches aufgenommen werden! Von den Staatseinnahmen verbraten die Politiker schon 98% laut ABC Zeitung, nun werden auch noch zukünftige Generationen verschuldet, dies ist wirklich schrecklich! Findet sich denn nicht auch mal ein Päsident, der Land und leute liebt und endlich diese Volksplünderung stoppt? Hier wärs doch wirklich nicht schwer, etwas aufzubauen, es gibt ja fast nix! Ausbildung der Jugend würde da schon sehr viel bringen!!!

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