Tag der Journalisten: Geh dahin, wo niemand geht

Asunción: Heute ist der Tag der Journalisten in Paraguay. Und der Berufszweig steht immer stark unter der Druck, vor allem aber wegen der Berichterstattung über Covid-19, ob dies nun eine Pandemie oder Plandemie sei.

Nach der Bibel gab Gott uns allen Männern und Frauen die Macht, nach unseren Überlegungen frei zu wählen und zu handeln, unabhängig davon, ob die Entscheidungen richtig sind. Aber wir müssen es verantwortungsbewusst tun, wo es möglich ist. Aber das hat natürlich religiöse, moralische und vor allem ethische Gründe. Denn die Person, die nach freiem Willen handelt, ist für alle ihre Handlungen verantwortlich, ob sie gut oder schlecht sind. Das Leben, das nicht aufhört, stellt uns auf die Probe und bemüht sich, uns mit endlosen Konflikten zu konfrontieren, denen wir uns nicht nur in unserer Beziehung zu uns selbst, sondern auch in unserer Beziehung zum Rest der Gesellschaft stellen müssen. Wir stehen daher vor Hunderten von Urteilen und Dilemmata im Zusammenhang mit freier Wahl und Moral, bei denen jede Person ihre ethischen und moralischen Werte angeben muss, bevor sie entscheidet, was zu tun ist. Aber sind sowohl Ethik als auch Moral der Balsam für eine desorientierte Gesellschaft?

Dies hängt sehr davon ab, wen wir fragen, da wir sie als Heilmittel für alle Übel unserer Realität ansprechen, aber es scheint mir, dass wir ihre Bedeutung und Relevanz nicht verstehen. Meiner Meinung nach müssen wir, ohne Werturteile einzugehen, Ethik von Moral unterscheiden, was zu einem Paradoxon mit vielen Nuancen werden kann.

Während die Moral einschränken könnte, was auf der Einhaltung der Normen beruht, die sich aus dem Brauch einer Gesellschaft ergeben, schützt und reguliert die Ethik als eine Form des sozialen Gewissens die Prinzipien, die dieses moralische Verhalten leiten. Im Grunde ist es wichtig das Richtige zu tun, auch wenn es die Tradition, das Denken, die Politik und die Bräuche der Gesellschaft in Frage stellt.

Der Mensch ist keine Insel, er ist Teil eines Ganzen. Wenn ich also glaube, um harmonisch auf der Erde leben zu können, ist es notwendig, sich an Prinzipien und Werte zu halten, die Moral und Ethik bilden.

Am 26. April gedenken wir des Tags des paraguayischen Journalisten. Die Zeitgeschichte unseres Landes wäre ohne das Engagement und den Einsatz so vieler Fachleute wie empirischer Informanten nicht zu verstehen.

Wir alle, die wir uns als sozialisierende Akteure dieser edlen Berufung widmen, haben heute mehr denn je die Pflicht zur Ethik. Wir müssen konsequent sein und uns für qualitativ hochwertige Informationen einsetzen. Eine große Verantwortung mit der Wahrheit und Freiheit. Heute sind wir mehr denn je in erster Linie dafür verantwortlich, den Interessen und Bedürfnissen der Bürger zu dienen.

In seiner Botschaft zum Weltkommunikationstag dieses Jahres 2021, der im kommenden Mai stattfinden wird, bekräftigt der Heilige Vater: „Auch der Journalismus als eine Geschichte der Realität erfordert die Fähigkeit, dorthin zu gehen, wohin niemand geht: Eine Bewegung und den Wunsch zu sehen. Eine Neugier, eine Offenheit, eine Leidenschaft. Dank des Mutes und des Engagements so vieler Fachleute – Journalisten, Kameraleute, Redakteure, Regisseure, die oft mit großen Risiken arbeiten – kennen wir heute beispielsweise die schwierigen Bedingungen verfolgter Minderheiten in verschiedenen Teilen der Welt. Missbräuche und Ungerechtigkeiten gegen die Armen und gegen die Schöpfung, die aufgedeckt wurden; die vielen vergessenen Kriege, über die berichtet wurde. Es wäre ein Verlust nicht nur für die Information, sondern für die gesamte Gesellschaft und für die Demokratie, wenn diese Stimmen verschwinden würden“

Papst Franziskus ermutigt alle Informanten, mutigen Journalismus zu betreiben, “dorthin zu gehen, wo niemand geht”, um die Realität zu zeigen, besonders jetzt in Zeiten der Pandemie. Heute braucht es mehr denn je Kommunikationsprofis, die Missstände aufdecken und Bericht erstatten.

Wochenblatt / La Nación / Mariano Mercado / Beitragsbild Archiv

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Europakongress

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4 Kommentare zu “Tag der Journalisten: Geh dahin, wo niemand geht

  1. ” aber wegen der Berichterstattung über Covid-19, ”
    Was soll das Gejammere? Alle MSM bekommen genügend Geld, damit sie die Bevölkerung in Panik halten.
    Seit wann hat ein Journalist ein Gewissen, wenn es ums Geld geht?

  2. Da wo keiner hingeht. Der vatikan hat doch geheime archive? Da kann sich der beherzte journalist betätigen.
    Generell haben wir heute viel zu viele zeitungen, printmedien und damit auch journalisten. Was wie vielfalt aussieht, sind dann doch nur ableger. Auch die social media haben schon gezeigt, dass sie nicht taugen. Durch auftragschreiben und zensur ist das makulatur weil ja auch die mehrheit keine meinung hat sondern sich eine bilden lässt. Im prinzip propaganda wie gewisse filme im 3. Reich und der udssr.
    Die rolle der medien wird genau wie demonstrationen überbewertet weil auf diese weise nie etwas passierte. Änderungen gibt es nur bei wirklichen revolten mit gewalt.

  3. Das hoert sich ja fast an nach dem “Missionsbefehl” der Christen: “So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker…”.
    Die Version des Journalismus lautet eher: “Ziehet aus in alle Welt und machet zu Juengern alle Nationen und taufet sie auf den Namen des Mainstream sonst werde ihr zensiert…”
    Matthaeus 28 ff.
    “16 Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie bestellt hatte. 17 Und als sie ihn sahen, warfen sie sich anbetend vor ihm nieder; etliche aber zweifelten [d.i. waren sich unsicher ueber den weiteren Weg – wie’s weitergehen sollte]. 18 Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht [d.i. Vollmacht] im Himmel und auf Erden. 19 So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker [d.i. Heidenvoelker. Goyim], und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.”
    Da steht eindeutig: und lehret sie alles halten WAS ICH EUCH BEFOHLEN HABE. Sie brauchten also nicht “alles Gesetz Mose” mehr halten. Sie sollten das halten was Jesus ihnen befohlen hatte. Klarer gehts schon nicht mehr dass man die 613 Gebote Mose nicht mehr halten braucht um selig zu werden es sei denn diese werden wieder im Neuen Testament in kraft gesetzt. 9 der 10 Gebote werden im Neuen Testamente wieder in Kraft gesetzt – nur das Sabbatgebot nicht. Den Schabbes braucht der Christ nicht zu halten.
    Ansonsten ermutigte der Papst schon Informant, also Informeller Mitarbeiter, zu werden. Das Denunziantentum als Empfehlung des Vatikans.
    Das Geschwafel ueber Ethik und Moral hielt im am Anfang fuer einen Versuch des Wochenblattes “zu froemmeln” – bis ich dann unten las dass das wohl aus einer Tageszeitung kopiert wurde.
    Um die Korruption zu rechtfertigen muss man ja auch schlauerweise “komplizieren” und zwar die Moral von der Ethik trennen.
    Man liest nirgends in der Bibel was von Moral und Ethik geschweige denn dass da ellenlang herumgeschwafelt wird welches jetzt was ist. Der Hund dreht sich damit um den eigenen Schwanz.
    Ethik ist von Moral nicht zu trennen. Ethik soll anscheinen in solchem philosophischen Kauderwelsch das was “sein sollte” bedeuten und die Moral ist dann das “was ist”. Nur eine andere Variante des Klassikers: “Wasser predigen und Wein einschenken”.
    Ansonsten besitzt Jeff Bezos von Amazon die “Washington Post”, genauso wie die meisten Zeitungen in Paraguay Konsortien, Politikern oder Grossunternehmern gehoeren.
    Wie im Fall Bohorques foerderte Twitter mehr brauchbare Infos zu Tage ueber die Bohorques als das Wochenblatt und alle anderen Medien. Das sollte doch sehr zu denken geben.
    Das bedeutet dass Fakten, Tatsachen und Wahrheiten heute eher in der Schwarmintelligenz zu suchen sind. Fasse also alle Daten, Wissen und Information von Einzelpersonen zusammen und die Infos die am haeufigsten vorkommen die sind am wahrscheinlichsten die Wahrheit.
    Wirkliche Fakten duerfte man heute eher im Facebook, Twitter und andere Medien finden die auf das Wissen von vielen Einzelquellen (Usern) zurueckgreifen koennen und die Wahrheit dann wie ein Puzzle mit den Informationen des Einzelnen zusammenstellen kann. Die Info die am haeufigsten vorkommt ist wahrscheinlich die Wahrheit. Gesetzt der Fall die User koennen sich nicht zu sehr absprechen ansonsten 1 Million User zu beeinflussen ist recht zeitaufwendig so dass einige einzelne den ganzen Schwarm nicht auf die Schnelle fuer ihre Agenda beeinflussen koennen.
    Die Serie “Wisdom of the Crowd” handelt genau um dieses und ich finde das ist ein brauchbarer Ansatz.
    https://www.kinoz.to/Stream/Wisdom_of_the_Crowd-1.html

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