Ureinwohner ketten sich nach gewaltsamen Zusammenstoß mit der Polizei auf die Straße

Asunciòn: Sie stammen aus der Ava Guarani-Gemeinschaft von Tacuara’i, Bezirk Corpus Christi, Canindeyú. Sie verurteilen die illegale Räumung ihres Landes und gewaltsame Übergriffe durch private Schlägertrupps einiger brasilianischer Siedler.

Derlis Lopez, einer der indigenen Anführer, sagte, sein Bruder sei getötet worden. Außerdem zerstörten die Vertreter der “Brasiguayos“ angeblich mit der Hilfe der Polizei, ihre Häuser.

Seit einem Monat lagerten sie auf dem Plaza de Armas vor dem Kongress. Am Dienstag demonstrierten sie zum wiederholten Mal im Mikrozentrum und forderten eine Audienz bei Präsident Mario Abdo Benítez, um sich um sie zu kümmern und Lösungen für ihre Probleme zu finden.

„Wir kamen zuerst und forderten Gerechtigkeit zugunsten der Tacuara’i-Gemeinschaft. Dort fand eine Vertreibung statt. Sie richteten meinen Bruder Isidoro Barrios hin, der Anthropologie studierte. Menschen werden entführt und noch mehr schreckliche Dinge passieren“, denunzierte Derlis. Des Weiteren behauptet er, dass die Mafia in Salto del Guairá die Justizbehörden kontrollieren würde. Nach den Ereignissen vom letzten September in Tacuara’i wurde bis heute nichts gegen die Meuchelmörder unternommen.

Sie beschuldigen Fabio Sequeira Fernández und Karina Correa Riveros, ein Siedlerehepaar, die in der Gegend Sojabohnen anbauen, verantwortlich für die Angriffe zu sein und diese angeordnet zu haben.

Im vergangenen November wurden 37 Ava-Familien auf brutale Art vertrieben. Deshalb kamen sie in die Hauptstadt. „Dort erleiden wir Entführung, Vertreibung und Vergewaltigung. Unser Dorf wurde völlig zerstört. Nicht ein Löffel ist uns geblieben“, beklagte er und bestand darauf, dass sie sich drei Monaten “im Krieg“ befänden.

„Deshalb sind wir gekommen, um die Behörden aufzurufen, in unsere Situation einzugreifen. Wir fordern Gerechtigkeit und dass die Menschen erfahren, was unserer Gemeinschaft widerfährt“, erklärte er den Grund für die Demonstration. Sie fordern auch die Präsidentin des Instituto Paraguayo del Indígena (Indi), Ana María Allen, dazu auf Gesicht zu zeigen. 

Während des Protestes am Dienstag auf den Straßen Ayolas und Pdte. Franco, kam es zu Kämpfen und Gewaltausbrüchen mit Polizeibeamten. Dann erschienen Vertreter der Menschenrechte aus der Staatsanwaltschaft um die Indigenen zu schützen.

Um die Mittagszeit ketteten sich vier junge Eingeborene an der Ecke O’Leary und Benjamin Constant an und blickten auf den Regierungspalast. Vor sich hatten sie Metallzäune, die sie von der Sicherheitslinie trennten, die von der Polizei und der militärischen Präsidentengarde gebildet wurde.
„Wir wollen, dass sie uns unser Dorf zurück geben. Dies bitten wir den Präsidenten der Republik und wir werden ihm keine Ruhe lassen“, so sprach Derlis López, der indigene Anführer.

Seit der Übernahme von Ana María Allen als Präsidentin des Indi kam es zu einer Welle von Protesten.In Asunción lagern seit Monaten drei Gruppen von Eingeborenen auf den Plätzen des Mikrozentrums. Jeder mit eigenen Reklamationen haben sich zusammengeschlossen, um die Entlassung der Präsidentin einzufordern. Der Domínguez-Clan, der vier Dörfer der Mbyá Guaraní in Caaguazú kontrolliert, ist einer der Anführer des Protestes. Auch Häuptlinge der Chamacoco und andere Anführer aus dem Chaco demonstrieren gegen Allen.

Wochenblatt / Ultima Hora

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5 Kommentare zu “Ureinwohner ketten sich nach gewaltsamen Zusammenstoß mit der Polizei auf die Straße

  1. Brasilianer nehmen sich in Paraguay sehr viel mittlerweile herraus.Warum unternimmt der Staat nichts gegen um ihre Ureinwohner zu schützen. Warum bleiben diese Brasilianer nicht da wo sie herkommen???
    Hier in Köln gibt es auch sehr viele Brasilianer die auch mittlerweile immer mehr negativ auffallen,vor allem durch Drogenverkauf.

    Manchmal wünsche ich mir die alte Stroessner Zeit zurück nach Paraguay,damit mal dort endlcih eine Grundsäuberung von kriminellen und vielen anderen Problemen statt findet!

    1. Glauben Sie wirklich, daß die Brasilianer als Grundstücksbesitzer negativer auffallen als Paraguayer? Gibt es dazu Statistiken die das belegen? Oder ist es nicht eher so, daß die Brasilianer sich nicht alles gefallen lassen, weil sie davon ausgehen, im Zweifelsfall von ihrer Heimatregierung Rückendeckung zu erhalten?

    2. @Ralf Fregien
      Die paraguayischen Großgrundbesitzer sind etwas hinterlistiger sind nicht besser die Brasilianer.Die es Offen treiben,
      mit Sicherheitsdienstleister und viel Schmiergeld treiben.
      An den was die Indigenen sagen wird wohl was dran sein.
      Was aber auf einen anderen Blatt steht das oft von Stammesführern Landverpachtet oder Verkauft wird.
      @Simplicus-Manni
      Für brasilianische Großgrundbesitzer sind Indigene ein leidiges Übel was man vertreiben muss. Klappt es nicht!
      Passieren Vergewaltigungen Morde, einige ziehen die gleiche Nummer wie Brasilien.
      Wenn dein Haus mal in Weg steht bist Du auch Jagdwild und wirst erlegt wenn nicht schnell genug fort bist!

  2. Dieser Artikel gibt lediglich die Aussage einer Partei wider, die sich selbst als Opfer sieht.
    Der persönliche Eindruck von erlittenem Unrecht, weicht nur all zu oft von den tatsächlichen Gegebenheiten ab.
    Ohne die Darstellung der angeblich schädigenden Partei und ohne Kenntnis der objektiven Geschehnisse und Dokumente, ist eine objektive Kommentierung unmöglich.
    Auch wenn Ana María Allen als Präsidentin des Indi entlassen werden sollte, ist dies nicht gleichbedeutend, dass damit auch der um fast 4 Millionen Euro gekürzte „Geschenktopf“ wieder aufgefüllt wird.

  3. Und warum beschweren sich die Paraguayer über Brasilianer, die nahe der Grenze ihre Grundstücke haben, wo sie als Ausländer eigentlich gar nichts haben dürften? Es ist nun eben so, daß Brasilianer gerade im Grenzgebiet einen derart hohen Preis für Land bezahlen, der normalerweise nicht zu erzielen ist. Es waren schließlich die ehemaligen paraguayischen Eigentümer, denen die Dollars der Brasilianer eben sehr willkommen waren. Wenn es ums Geld geht, da ist man dann auch nicht mehr unbedingt Patriot. Patriot ist mal nur, wenn man über die Brasilianer motzen kann, weil sie über Grundstücke verfügen, wo sie gar keine haben dürften. Schließlich darf kein Ausländer Grundstücke erwerben näher als 50km an der Grenze. Wenn dies Gesetz ist, dann sollte man die Einhaltung dieser Vorschrift auch überwachen und darauf bestehen, und nicht noch fragliche Grundstücke an Ausländer selbst verkaufen, und sich dann beschweren, weil der Ausländer Grundbesitz hat, wo er gar keinen haben dürfte.

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