“In Paraguay wird eine Kultur der Gewalt installiert“

Asunción: Laut Dr. José Altamirano, Direktor des Patria Soñada Instituts für Zukunftsentwicklung und ehemaliger Minister des Obersten Gerichtshofs, erlebt Paraguay derzeit eine Kultur der Gewalt.

„Es geht nicht nur um Rechte, die ich gegenüber dem anderen habe und meine Pflichten. Es gibt ein sehr tiefes Unwohlsein in der Gesellschaft, wir werden auch von einem Gefühl der Rache und des Grolls beseelt. Das scheint mir schlecht zu sein, wir müssen dagegen ankämpfen, genauso wie wir dafür kämpfen müssen, dass dies nicht nur utopisch ist, als etwas Unerreichbares und uns dann anstrengen, wieder eine Kultur des Friedens zu haben“, sagte er.

Altamirano wies darauf hin, dass die Familie der zentrale Kern der Gesellschaft sei und die Eltern in den Häusern wieder respektiert werden müssen, aber nicht mit Strafe, sondern mit Liebe und Beispiel.

Angesichts dieser Situation sagte Altamirano, dass an diesem Freitag, dem 21. April, um 17:30 Uhr in den Einrichtungen des Instituts, Guarania 2152, in Asunción, eine Diskussion über “Die Kultur des Friedens“ stattfinden wird.

„Kürzlich wurde ein Magazin über die Kultur des Friedens veröffentlicht, in dem die Ärzte Esteban Kriskovich, Miguel Ángel Montaner und Pater Jesús Montero Tirado gemeinsam mit mir ihre Meinung geäußert haben. Aufgrund der positiven Aufnahme des Materials sowie des aktuellen Kontexts denken wir, dass dies es verdient, um uns zu treffen und über das Thema sprechen“, erklärte er in diesem Zusammenhang.

Altamirano argumentierte, dass Paraguay voller Groll und sogar Bösem im Herzen lebe. „Das wird auf der Straße gesehen, zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall, die Fahrer gehen mit Fäusten aufeinander los. Die Gefahr und Gewalt sind latent und ich denke, wir müssen wieder Frieden und Harmonie zwischen uns, den Paraguayern, kultivieren“, fügte er abschließend hinzu.

Wochenblatt / Hoy

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6 Kommentare zu ““In Paraguay wird eine Kultur der Gewalt installiert“

  1. Die Welle der Rache und Wut steht erst am Anfang. Wenn genug Menschen begreifen, wer alles fuer das Elend und den Tod in den letzten 3 Jahren verantwortlich ist und blendend daran verdient hat, wird die Spur der Rache sichtbar werden.

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    1. Themaverfehlung,
      das was Sie meinen hat nur sehr indirekt mit den Aggressionen zu tun, die Dr. José Altamirano angesprochen hat.
      Hier ging es mehr um die Gewalt auf den Straßen und innerhalb der Familien, sowie häusliche Gewalt.

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    2. Heinz, Du hast vergessen, die Amis zu erwähnen. Die sind ja schließlich schuld an dieser Scheiße. Ohne Fragezeichen. Außer Paraguayer, hat die ganze Welt schuld und vorallem die Amis. Die Schuld bei sich ( Paraguayer, Politik) suchen, das fällt keinem ein.

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  2. DerEulenspiegel

    Aus meiner Sicht gibt es fünf Hauptgründe für die Zunahme der Gewalt:
    1. Elternhaus ohne Erziehungswerte
    2. Schulen und Unis ohne Wertevermittlung
    3. Hoher FS-Konsum mit überwiegend gewalttätigen Filmen
    4. Steigender Drogenkonsum
    5. Hohe Arbeitslosigkeit ohne Zukunftsperspektiven
    Eine verantwortungsvolle Politik würde Maßnahmen ergreifen um entsprechend gegen zu steuern. Allerdings ist das kein spezielles paraguayischen Problem.

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  3. Die Gewalt in den Familien gibt es hier schon sehr lange. Jetzt kommt noch dazu dass viele keine Arbeit mehr haben. Die Verarmung niehmt rapide zu. man wird immer agressiver und holt sich mit Gewalt dass, was man nicht mehr selbst erwirtschaften kann.Die Nerven liegen blank weil der Durchschnittsparaguayer nicht mehr weiss wie er seine Familie ernähren soll. die Jugend hat bis auf wenige keinerlei Perspektiven. Die Schulen (ausser die von der Elite des Landes besuchte Privateinrichtungen) sind nur dazu da die Kinder morgens und nachmittags für 3-4 Stunden abzugeben. Gelernt wird ausser Tanzen und Trommel nichts. Die Lehrer sind an ihrem hohen Gehalt interessiert aber nicht an der Bildung der Kinder. Nach Abschluss der Schule können viele nicht einmal richtig lesen und schreiben. danach sitzen sie vor ihren Häusern und sehen sich im Internet an was andere haben und sie nicht. Bildung ist der Schlüssel …nur daran sind die Politiker nicht interessiert. Die Fleischtöpfe aus denen sie sich bedienen und bereichern sollen nur für ihre Kinder erreichbar sein. Die Überfälle werden noch steigen. aber wie überall auf der Welt wird es die gut geschützte Elite nicht treffen

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  4. Die Heranwachsenden wurden durch Gewaltverherrlichende Mainstream-Medien und Social-Media „scharf gemacht“.
    Als Beispiel, gab es in den 80er Jahren Tennis-Übertragungen im TV zu sehen, und in den 90er Jahren waren es Boxkämpfe.
    Und weil das alles noch nicht blutig genug war, gibt es seit 2010 Käfigkämpfe/WWF/usw.
    In den 80er Jahren wurde im TV geredet, und ab den 90er Jahren wurde gestritten.
    Die Oberlippenbärte wichen zugunsten eines „Undercut-Irokesenschnittes“.
    Tätowierungen wurden etabliert, welche dann das Gefühl von Gestählter Härte und Ehrgefühl vermittelten, die es nun mit allen Mitteln zu verteidigen gilt.

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