Asunción: Eine der gebräuchlichsten Methoden zur Messung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) eines Landes ist die Ausgabenmethode. Diese addiert Komponenten wie den privaten Konsum, Investitionen, Staatsausgaben und Nettoexporte (Exporte minus Importe).
Der private Konsum sticht in vielen Nationen als zentraler Motor des Wirtschaftswachstums hervor. In den USA beispielsweise macht er etwa 68–70 % des BIP aus, was eine Wirtschaft widerspiegelt, die stark von der Inlandsnachfrage der Haushalte abhängt.
In Paraguay trägt der private Konsum rund 60 % zum BIP bei. Experten gehen jedoch davon aus, dass dieser Wert aufgrund der hohen wirtschaftlichen Informalität tatsächlich noch höher liegen könnte, da ein erheblicher Teil der täglichen Transaktionen nicht offiziell erfasst wird. Ein robuster Binnenkonsum ist für eine nachhaltige Entwicklung des Landes essenziell und zeigte in den letzten Jahren ein stetiges Wachstum, was zur wirtschaftlichen Expansion beitrug.
Diese Dynamik zeigt sich deutlich im Anstieg des vergebenen Kreditvolumens. Nach jüngsten Daten der Zentralbank von Paraguay (BCP) führen Konsumkredite in Landeswährung die Rangliste der Kreditvergabe an. Sie erreichten Summen von nahezu 31 Billionen Guaranies, was etwa 30 % der Gesamtkredite im Finanzsystem entspricht.
Diese Kreditexpansion spiegelt den verbesserten Zugang zu Finanzierungen für Familien wider, was die Ausgaben für Waren und Dienstleistungen ankurbelt. Experten warnen jedoch vor den Risiken einer Überschuldung, insbesondere wenn Haushalte ihre Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können, was zu einer höheren Ausfallrate führen könnte. Zudem wird betont, wie wichtig es ist, die Sparfähigkeit der Bevölkerung zu bewahren: Ersparnisse könnten in produktive Investitionen fließen, was die allgemeine Produktivität steigert und zu einem nachhaltigen Wachstum des Landes beiträgt.
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