Asunción: Die Statistik des Standesamtes ist eindeutig: Immer weniger Paare trauen sich vor den Altar – die Bindungsangst scheint die Lust auf die traditionelle Hochzeitsfeier verdrängt zu haben. Priester Pablino Villalba untermauert diese Aussage.
Er bedauert, dass heutzutage viele Menschen keine Verantwortung mehr übernehmen wollen. Wir leben in einer beschleunigten, egoistischen Welt, in der alles schnelllebig und wegwerfbar ist – sogar die Liebe.
„Es gibt eine große Angst vor Verpflichtungen. Das ist eine Realität, die man auf der Straße, in den Familien und bei Paaren spürt. Viele ziehen es vor, ’einfach nur‘ zusammenzuleben, ohne Papiere, ohne Versprechen, ohne Verantwortung. Sie überzeugen sich selbst davon, dass es so besser, einfacher und weniger belastend sei“, erklärte der Priester.
Doch laut der Kirche geht den Menschen dabei etwas Großes verloren. „Die Ehe ist nicht nur eine Unterschrift oder eine Feier. Für den christlichen Glauben ist sie ein Sakrament, ein Kanal für Gottes Gnade, eine Berufung und ein Weg zur Heiligkeit. Gott schenkt dem, der heiratet, eine besondere Gnade“, bekräftigt Pater Villalba.
Diejenigen, die sich für diesen Schritt entschieden haben, erkennen an, dass es einen riesigen Unterschied macht: Das Leben als Paar wird erträglicher, beständiger und man fühlt sich verbundener.
Er fügte hinzu, dass heutzutage der Einfluss moderner Ideologien, der Mangel an Glaubensbildung und eine zerbrechliche Mentalität schwer wiegen. „Wir stehen vor einer Generation Glas“, sagte er mit Bestimmtheit. „Eine Generation, die vor Opfern flieht, die Angst vor der Zukunft hat und die es vorzieht, keine Lasten zu tragen“, fügte er an.
„Als Christen ist die Botschaft jedoch klar: Man muss mutig sein. Jesus ist nicht vor dem Kreuz geflohen, er ist dem Schmerz nicht entkommen und hat sich nicht vor Herausforderungen versteckt. Im Gegenteil, er hat alles aus Liebe ertragen. Je mehr man sich fürchtet, desto mehr erlischt man als Person. Je mehr man Herausforderungen annimmt, desto mehr wächst und reift man“, reflektiert der Priester.
„Die Ehe ist eine Herausforderung, ja. Zu lieben ist eine Herausforderung, ja. Aber es ist auch ein Segen, eine Schule des Lebens. Vielleicht liegt es nicht daran, dass die Liebe gestorben ist, sondern daran, dass viele Angst haben, sie ernsthaft zu leben“, schloss er.
Wochenblatt / Cronica















