Asunción: Die Ausmaße der paraguayischen Schattenwirtschaft sind gigantisch: Rund 16 Milliarden US-Dollar werden jährlich in der sogenannten “unterirdischen Wirtschaft“ bewegt. Dies erklärte Sebastián Acha, Mitglied der Organisation Pro Desarrollo. Diese enorme Summe verdeutlicht die strukturellen Herausforderungen des Landes bei der Formalisierung von Betrieben und Arbeitsverhältnissen.
Ein besonders alarmierender Punkt der Analyse betrifft den Zugang zu Kapital. Laut Acha haben 37 % der festangestellten Arbeitnehmer (mit IPS-Versicherung) und 48 % der Selbstständigen ihren ersten Kontakt mit Krediten nicht bei einer Bank, sondern bei einem Geldverleiher. Paradoxerweise werden diese Kredithaie oft fälschlicherweise als “Philanthropen“ wahrgenommen, obwohl sie ruinöse Zinsen verlangen.
Dieser Teufelskreis beginnt oft mit dem Missbrauch von Kreditkarten, führt zur Überschuldung und endet im berüchtigten “Informconf“ (Schuldnerregister). Wer dort gelistet ist, verliert den Zugang zum legalen Bankensystem und ist erneut auf Wucherer angewiesen, deren Raten zwar klein erscheinen, die Schuldenlast aber ins Unendliche treiben.
Stillstand statt Wachstum
Für viele Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen (Kirmes/Mipymes) bedeutet dies das Ende jeder Wachstumsambition. Statt zu expandieren, verharren sie in einer “Informalität des Überlebens“. Dies hat laut Acha drastische Folgen: Die prekäre wirtschaftliche Lage wird über Generationen hinweg vererbt, da der Zugang zu besserer Bildung für die Kinder dieser Unternehmer finanziell unerreichbar bleibt.
Fachkräftemangel und neue Bildungswege
In Bezug auf den Arbeitsmarkt stellte Acha fest, dass die vorhandenen Fachkräfte bereits vollständig ausgelastet sind. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müsse Paraguay dringend:
-Technische Gymnasien in staatlichen Schulen ausbauen.
-Das Duale Ausbildungssystem (nach europäischem Vorbild) etablieren.
-Die Ausbildung in strategischen Bereichen wie Cybersicherheit, Robotik, KI und Blockchain massiv vorantreiben.
Zwar leisten Institutionen wie Sinafocal und SNPP gute Arbeit, doch der Umfang der Programme reiche bei weitem nicht aus, um den Bedarf der modernen Wirtschaft zu decken.
Wochenblatt / Megacadena















