Asunción: In der intensiven Kaninchenhaltung konzentrieren wir uns oft auf virale oder bakterielle Infektionen. Doch eine oft unterschätzte Gefahr lauert in den dunklen Ecken der Stallungen: Giftspinnen. In Paraguay stellen die klimatischen Bedingungen und die geografische Lage eine besondere Herausforderung für die Biosicherheit dar.
Warum Kaninchen besonders gefährdet sind
Kaninchen besitzen eine hochsensible Physiologie. Ihre dünne Haut, besonders im Bereich der Ohren und des Bauches, bietet kaum Schutz gegen die Giftklauen (Chelizeren) von Spinnen. Da das Herz-Kreislauf-System der Tiere zudem extrem stressanfällig ist, führt eine Intoxikation meist deutlich schneller zum systemischen Kollaps als bei größeren Nutztieren.
Die kritischen Arten in Paraguay
1.: Die Violinspinne (Loxosceles laeta) Diese Spinne ist für die Produktion besonders tückisch, da sie dunkle, trockene Orte bevorzugt. Man findet sie oft in Futtermittellagern, unter Käfigen oder zwischen gelagertem Holz.
Wirkung: Ihr Gift ist nekrotisch und zerstört das Gewebe.
Folge: Ein Biss bleibt oft unbemerkt, führt aber nach Stunden zu schweren Geschwüren und innerem Organversagen (insbesondere der Nieren).
2.: Die Schwarze Witwe (Latrodectus mactans/mirabilis) Sie ist häufig in ländlichen Zonen Paraguays anzutreffen, meist in Bodennähe oder in den Fundamenten der Ställe.
Wirkung: Das Gift ist hochgradig neurotoxisch.
Folge: Es verursacht massive Muskelkrämpfe und Atemlähmung. Aufgrund des empfindlichen Nervensystems der Kaninchen endet der Schock meist tödlich.
3.: Die Bananenspinne oder Armadeira (Phoneutria spp.) Eine wandernde, sehr aggressive Art, die in tropischen Gebieten Paraguays weit verbreitet ist. Sie dringt aktiv in Ställe ein, um Schutz oder Nahrung zu suchen.
Wirkung: Sie gehört zu den giftigsten Spinnen weltweit und wirkt direkt auf das Herz-Lungen-System.
Folge: In wenigen Minuten kann der Tod durch Herz-Atem-Stillstand eintreten.
Wirtschaftliche und zootéchnische Auswirkungen
Der Schaden für den Betrieb ist nicht nur der Verlust eines Einzeltieres, sondern betrifft die gesamte Rentabilität:
-Plötzliche Mortalität: Oft findet der Züchter scheinbar gesunde Tiere ohne Vorwarnung tot im Käfig.
-Stressbedingte Aborte: Die toxische Belastung und der Schmerz führen bei trächtigen Häpinnen zum sofortigen Verlust der Nachzucht.
-Indikator für mangelnde Biosicherheit: Eine hohe Spinnenpopulation zeigt meist an, dass das Insektenmanagement im Betrieb lückenhaft ist, da Spinnen nur dort bleiben, wo sie ausreichend Beute finden.
Strategische Empfehlungen für das Management
Um die Bestände effektiv zu schützen, sollten folgende Maßnahmen Teil der Routine sein:
-Systematische Reinigung: Wöchentliches Entfernen von Spinnweben an Decken, Wänden und in Ecken (mit Besen oder Luftdruck).
-Außenpflege: Das Gelände um die Stallungen muss frei von hohem Gras, Schutt oder altem Baumaterial gehalten werden.
-Intelligente Lagerung: Futtersäcke und Ballen sollten auf Paletten und mit deutlichem Abstand zur Wand gelagert werden, um Nistplätze zu eliminieren.
-Sorgfalt im Nestbereich: Beim Kontrollieren der Wurfkästen sollten Handschuhe getragen werden. Spinnen suchen oft die Wärme und Geborgenheit der Einstreu oder der Wolle der Muttertiere.
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