Asunción: In den engen Gassen blühen die Farben auf, und die Formen passen sich den unebenen Mauern an. Szenen vom Tereré-Trinken, ehemalige Wäscherinnen, Fischer und Gesten der Volksreligiosität begleiten den Spaziergang durch die Gassen von San Jerónimo in der Hauptstadt von Paraguay.
„Die künstlerischen Wandbilder sprechen von der lebendigen Kultur des Viertels und dem populären Geist, den man beim Gehen durch die Straßen atmet“, erklärt der Berater Marco Reynaldi. San Jerónimo liegt auf einem der sieben Hügel Asuncións und ist eines der ältesten Viertel der Hauptstadt. Seine Besonderheit liegt in der Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart – mit seinen dicht gedrängten Häusern, einer mit Mosaiken verzierten Treppe und einem intensiven Nachbarschaftsleben, das nun in einen Dialog mit der Open-Air-Kunst tritt.
Ein Gemeinschaftsprojekt
Die Interventionen sind Teil des Projekts “Reaktivierung des Tourismus im Viertel Loma San Jerónimo“, unterstützt durch die nationale Tourismusbehörde (Senatur), die OEI und die CAF, unter Mitwirkung des Instituts für Bildende Künste (ISBA).
An den Mauern arbeiten renommierte Künstler sowie Studenten. „Die Ideen entstehen nicht einseitig; sie werden kollektiv in Workshops mit den Nachbarn entwickelt, in denen über die Identität des Viertels reflektiert und die Entwürfe validiert werden“, so Reynaldi.
Von innen heraus
Der visuelle Inhalt stützt sich auf eine Bestandsaufnahme kultureller Elemente: Das tägliche Leben, Volkswissen, Musik, Poesie und mündliche Überlieferungen. Diese Werke verleihen dem Ort neue Bedeutungsebenen und fördern einen Kulturtourismus, der die Gemeinschaft ins Zentrum stellt. Insgesamt sind zehn Wandbilder für das Projekt geplant.
Wochenblatt / Ultima Hora















