Asunción: Einer der wichtigsten Punkte, die mit der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate vereinbart wurden, um das Projekt der Vorortbahn zwischen Asunción und Ypacaraí voranzutreiben, ist der millionenschwere, nicht rückzahlbare Zuschuss für die Ferrocarriles del Paraguay SA (Fepasa).
Dies bestätigte der Minister für Industrie und Handel, Javier Giménez, und wies darauf hin, dass diese Mittel in Höhe von 15 Millionen US-Dollar dazu verwendet werden, die „Kapazitäten“ des Staatsunternehmens zu erhöhen.
„Zu den vereinbarten Kernpunkten gehört ein Entwicklungsfonds zur Kapazitätssteigerung der Fepasa. Diese Mittel werden für die notwendigen Studien zur Durchführung des Projekts verwendet. Zweitens soll Fepasa an der Entwicklungsgesellschaft des Projekts beteiligt werden, um einen echten Wissenstransfer zu erreichen“, informierte der Minister. Dennoch dürfte jedem klar sein, dass dieses Geschenk, in einem so korrupten Land wie Paraguay, sicherlich Wege findet, um in die Taschen der Entscheidungsträger zu wandern.
Bahn 25 % günstiger als beim gescheiterten Plan mit Korea?
Giménez hob zudem hervor, dass das Abkommen „Regierung-zu-Regierung“-Verträge vorsieht. Ziel sei es, die Kosten zu optimieren und das Budget im Vergleich zum vorherigen Plan mit Südkorea um 25 % zu senken. Der Endpreis steht noch nicht fest, die Investition wird jedoch auf 400 bis 450 Millionen US-Dollar geschätzt.
Das emiratische Unternehmen verpflichtet sich, 150 Millionen US-Dollar als Kapital beizusteuern, während Fepasa weitere 50 Millionen US-Dollar investieren muss – Mittel, die letztlich der paraguayische Staat aufbringen muss. Die verbleibenden 200 Millionen US-Dollar sollen über Finanzierungen am Markt der VAE beschafft werden.
Gesetzesänderung für Direktvergabe an emiratisches Unternehmen
Die Initiative soll über das emiratische Staatsunternehmen Etihad Rail vorangetrieben werden, das ein Joint Venture mit Fepasa gründen wird. Um die geplante Direktvergabe (ohne Ausschreibung) zu ermöglichen, wird die Regierung dem Kongress eine Änderung des Gesetzes Nr. 7.434 vorlegen. Dieses Gesetz war erst im Januar letzten Jahres von Präsident Santiago Peña unterzeichnet worden und schreibt eigentlich ein Ausschreibungsverfahren vor.
Giménez erklärte, dass ein neues Kapitel hinzugefügt wird, welches die Regeln für „Regierung-zu-Regierung“-Verträge festlegt, wobei die Direktvergabe als eine der erlaubten Modalitäten vorgesehen ist.
Baubeginn für 2027 geplant
Die technischen Studien sollen sofort beginnen und etwa acht Monate dauern. Die Bauarbeiten könnten Anfang 2027 starten und würden etwa 36 Monate beanspruchen. Geplant ist eine Umsetzung in Etappen: die erste zwischen Asunción und Luque, die zweite bis Ypacaraí, auf einer Gesamtstrecke von 44 Kilometern.
Der Minister versicherte, dass das Projekt starke Auswirkungen auf die Beschäftigung haben und ein „kommerzielles Ökosystem“ rund um die Bahnhöfe schaffen werde. Zudem betonte er, dass Umweltauflagen und kommunale Anforderungen erfüllt würden, obwohl die Bahntrasse derzeit noch auf ihrer gesamten Länge besetzt ist.
Kernpunkte der Zusammenfassung
Finanzierung: 15 Mio. USD Soforthilfe (Geschenk) der VAE für Studien; Gesamtkosten ca. 400–450 Mio. USD.
Partner: Kooperation zwischen der paraguayischen Fepasa und der emiratischen Etihad Rail.
Bürokratie: Das aktuelle Gesetz muss geändert werden, um eine Direktvergabe an die Emirate ohne öffentliche Ausschreibung zu ermöglichen.
Zeitplan: Studien in 2026, Baubeginn 2027, Fertigstellung ca. 2030.
Herausforderung: Die Trasse der Bahn ist derzeit noch von Anwohnern besetzt und muss erst geräumt werden.
Wochenblatt / Abc Color















