Kein Platz für die Lebenden, kein Frieden für die Toten: Die schockierende Vertreibung von 158 Familien

Ypané: Inmitten einer gewaltsamen Zwangsräumung letzte Woche verlor eine Familie nicht nur das bescheidene Häuschen, in dem sie seit sieben Jahren lebte. Sie musste zudem einen der schrecklichsten Momente durchleben, die man sich vorstellen kann: In einem herzzerreißenden Augenblick war die Mutter gezwungen, die sterblichen Überreste ihres “Engleins“ auszugraben – ein Kind, das sie erst vor drei Monaten verloren hatten.

Das Verfahren war abrupt, ohne Vorwarnung und ohne Zeit zu reagieren. Schmerz vermischte sich mit Verzweiflung. „Als sie uns rauswarfen, ging alles ganz schnell, und es blieb keine Zeit, sie mitzunehmen“, erzählte Doña Cecilia, die Mutter des Kindes, gegenüber der Presse.

In jener Nacht fanden sie keinen Schlaf. Die Angst war zu groß. Die Mutter berichtete, dass etwas die ganze Familie tief prägte: „In dieser Nacht konnten wir nicht schlafen, die ganze Familie hat von ihr geträumt. Sicher hatte sie Angst, dass wir sie dort allein lassen“.

Die Erinnerung riss die Wunden wieder auf, als wäre keine Zeit vergangen. „Es war, als ob wir sie erneut verlieren würden. An dem Tag, als wir sie herausholten, blieb der Sarg bei uns unter der Plane; wir hatten keinen Ort, wo wir ihn unterbringen konnten“, sagte sie voller Wehmut.

Zwischen improvisierten Zelten und verstreuter Habseligkeit begleitete der kleine Sarg die Familie. Schließlich fanden sie eine Lösung: „Jetzt ist sie weiter weg von uns, auf einem fremden Grundstück. Wir haben bei einem Verwandten in Tres Bocas die Erlaubnis bekommen, sie in seinem Garten zu begraben“, erzählte Doña Cecilia weiter.

Doch dies ist nicht nur die Geschichte einer einzelnen Familie. Insgesamt 158 Familien in Ypané wurden auf die Straße gesetzt, darunter Kinder, ältere Menschen und Kranke.

„Viele Familien sind nun obdachlos. Unsere Kinder gingen hier in der Nähe zur Schule, es sind viele Kinder betroffen. Wir sind keine unverschämten Leute, wir sind nur arm. Wir haben alles versucht, um für den Platz zu bezahlen, an dem wir waren, aber leider war es nicht möglich, und jetzt stehen wir auf der Straße“, schloss sie.

Wochenblatt / Cronica

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