Asunción: Eine gerichtliche Inspektion unter der Leitung von Richterin Rosarito Montanía ergab, dass Gianina García Troche, die Lebensgefährtin des uruguayischen Drogenhändlers Sebastián Marset, während ihres Aufenthalts im Militärgefängnis von Viñas Cué außergewöhnliche Privilegien und verbotenen Luxus genoss.
Was eigentlich eine Untersuchungshaftzelle sein sollte, glich eher einem Hotelzimmer mit erstklassigem Komfort. Laut dem offiziellen Bericht der Richterin für organisierte Kriminalität, Rosarito Montanía, deckte die nach der Verlegung der Insassin durchgeführte Inspektion ein System von Privilegien auf, das Gegenstände des persönlichen Gebrauchs und Haushaltsgeräte ohne gerichtliche Genehmigung umfasste.
Die „kleinen“ großen Luxusgüter
Unter den in dem versiegelten Raum gefundenen Gegenständen befanden sich Artikel, die weit von den üblichen Bedingungen eines Häftlings in Paraguay entfernt sind:
Technik und Komfort: Eine installierte Klimaanlage (deren offizieller Antrag zuvor vom Gericht abgelehnt worden war), ein Heizgerät, eine Kaffeemaschine, ein Wasserkocher, ein Mixer und ein Lautsprecher.
Körperpflege: Elektrisches Massagegerät, Epiliergerät, elektrische Haarbürsten und eine umfangreiche Sammlung von Parfums exklusiver Marken wie Carolina Herrera, Dolce & Gabbana, Lancôme und Paco Rabanne.
Designermode: Sportschuhe der Marken Nike, Balenciaga und Dolce & Gabbana sowie Stöckelschuhe und Handtaschen von Louis Vuitton und Valentino.
Kompromittierende Funde
Abgesehen von den Luxusgütern hebt der Gerichtsbericht den Fund von Beweisen hervor, die auf schwerwiegende Sicherheitsmängel oder mögliche Komplizenschaft hindeuten:
Heimliche Kommunikation: Hinter einem religiösen Bild wurde eine SIM-Karte des Netzbetreibers Tigo gefunden, und in einem Strumpf war ein iPhone-Ladegerät versteckt.
Verbotene Substanzen: Frühere Berichte hatten bereits darauf hingewiesen, dass die Insassin im Militärgefängnis positiv auf Marihuanakonsum getestet wurde.
Verlegung unter Spannung
García Troche wurde kürzlich in die Strafvollzugsanstalt „Martín Mendoza“ in Emboscada verlegt, ein Hochsicherheitsgefängnis. Der Vorgang verlief nicht ohne Kontroversen, da von der Frau schwere Morddrohungen gegenüber den Militärangehörigen gemeldet wurden, die den Einsatz durchführten, wobei sie mit Vergeltungsmaßnahmen seitens ihres Ehemanns drohte.
Das Verteidigungsministerium hat angesichts der offensichtlichen Unregelmäßigkeiten bereits die vollständige Ablösung des Personals der Haftanstalt Viñas Cué angeordnet.
Wochenblatt / Abc Color












