Asunción: Der Präsident des Kongresses, Basilio „Bachi“ Núñez, kündigte an, dass er bis zum Ende seiner Amtszeit auf seine monatlichen Zulagen verzichten und einen Gesetzentwurf zur Abschaffung dieser Vergünstigungen für hohe Staatsbeamte vorantreiben werde. Diesen Weg schlug er vor dem Hintergrund heftiger öffentlicher Kritik und nachdem er bei einer Sportveranstaltung ausgebuht worden war ein.
Die Kehrtwende in der Haltung des Senatspräsidenten erfolgte nach Veröffentlichungen, in denen die skandalösen Zulagen aufgedeckt wurden, die hohe Staatsbeamte, darunter auch Basilio Núñez, erhielten. Hinzu kommt der Vorfall vom Freitagabend, als er während der Eröffnung einer Hallenfußballmeisterschaft im Coliseo Departamental „El Cerrito“ vom Publikum ausgebuht wurde.
Die Ablehnung traf auch den Abgeordneten Edgar Olmedo, vor dem Hintergrund wachsender Unzufriedenheit der Bürger über die Privilegien der politischen Klasse. Seit 2025 erhielt der Senator monatlich zusätzlich 21 Millionen Guaraníes für diesen Zweck, was einem Gesamteinkommen von 63.302.850 Guaraníes pro Monat entspricht – und das in einem Kontext, den die Regierung selbst als „Kriegswirtschaft“ bezeichnet.
Dieses System, das seit 2018 gesetzlich in Kraft ist, begünstigt hochrangige Beamte mit Zusatzzahlungen, die über ihre Grundgehälter hinausgehen.
„Die Anstrengungen müssen bei der Führung beginnen“
In seiner Erklärung begründete Núñez seine Entscheidung mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage: „Wenn wir von den Bürgern Anstrengungen verlangen, müssen wir selbst damit beginnen“, erklärte er.
Der Abgeordnete argumentierte, dass das Problem angesichts der Lage des Landes, abgesehen von der Rechtmäßigkeit der Zulagen, „politischer und ethischer Natur“ sei. Er stellte zudem klar, dass der Verzicht für den Rest seiner Amtszeit, bis 2028, gelte.
Neben dem Verzicht auf seine eigene Zulage kündigte Núñez an, dass er ein Gesetz zur Abschaffung der Zulagen auf allen Ebenen der politischen Führung vorantreiben werde.
Der Vorschlag würde folgende Personen betreffen:
-Senatoren und Abgeordnete
-Gouverneure
-Präsident und Vizepräsident der Republik
-Minister der Exekutive
-Vertreter der Zentralbank und Finanzinstitute
-Richter des Obersten Gerichtshofs
-Generalstaatsanwalt, Ombudsmann und Staatsanwalt
-Oberster Wahlgerichtshof
-Rechnungshof und Bürgerbeauftragter
-Präsidenten öffentlicher Einrichtungen
Wie er erklärte, zielt die Initiative darauf ab, diese Zulagen im Haushaltsjahr 2026 abzuschaffen.
Kritik am „Schlemmen“ mitten in der Krise
Die Ankündigung erfolgt inmitten heftiger Kritik an dem, was als ein„Festmahl an Bonuszahlungen“ innerhalb des Staates bezeichnet wurde, im Gegensatz zur offiziellen Sparpolitik. Núñez führte die Liste der Begünstigten dieses Systems an, was die öffentliche Kritik noch verstärkte, nachdem die Beträge bekannt wurden.
Sogar der Gesetzgeber selbst räumte ein, dass die Wut der Bürger in diesem Zusammenhang berechtigt sei.
Auf die Frage, warum die Maßnahme nicht schon früher ergriffen wurde, argumentierte Núñez, dass sich das wirtschaftliche Szenario kürzlich geändert habe: „Im Jahr 2025 war die Lage vielversprechend, jetzt im Jahr 2026 ist sie entmutigend“, erklärte er.
Die Ankündigung erfolgt jedoch unmittelbar nach den journalistischen Enthüllungen und dem Vorfall mit den Buhrufen, was die Debatte darüber eröffnet, ob es sich um eine strukturelle Entscheidung oder um eine Reaktion auf den gesellschaftlichen Druck handelt.
Mögliche Verwendung der Mittel
Der Kongresspräsident brachte auch die Möglichkeit zur Sprache, die Mittel, die derzeit für Bonuszahlungen vorgesehen sind, in sensible Bereiche umzuleiten, wie:
-Gesundheit
-Bildung
-Medikamente
Obwohl er keine Zahlen nannte, deutete er an, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen erheblich sein könnten. Um die Ankündigung zu konkretisieren, muss Bachi einen Gesetzentwurf zur Haushaltsumschichtung ausarbeiten, der am Mittwoch in der Senatssitzung vorgelegt und behandelt werden soll.
Wochenblatt / Abc Color















