Villarrica: Während Papst Leo XIV. weltweit vor einer Explosion des Okkultismus warnt, blickt Paraguay auf eine schmerzliche Lücke: Seit dem Tod des legendären Pater Lidio Portillo aus der Hauptstadt von Guairá fehlt dem Land eine zentrale Instanz im Kampf gegen das Übernatürliche. Zwischen “Paje“, “Pombero“ und modernen Satanskulten wächst der Ruf nach spezialisierten Priestern.
Die Internationale Vereinigung der Exorzisten (AIE) hatte sich zu einer Krisensitzung im Vatikan mit Papst Leo XIV. getroffen. Ihr Bericht ist düster: Fälle von Besessenheit, Satanismus und esoterischen Abhängigkeiten nehmen massiv zu. Die Experten forderten den Heiligen Stuhl auf, in jeder Diözese der Welt mindestens einen hochqualifizierten Exorzisten einzusetzen.
Das Erbe des “Beschützers von Villarrica“
In Paraguay trifft diese Forderung einen tiefen Nerv. Über Jahrzehnte war Pater Lidio Portillo aus der Diözese Villarrica des Espírtu Santo die Bastion gegen das Dunkle. Menschen aus dem ganzen Land pilgerten zu ihm, wenn die Medizin versagte und die spirituelle Not unerträglich wurde.
Pater Portillo war nicht nur ein Priester; er war ein Kenner der paraguayischen Seele. Er verstand, dass der hiesige Glaube oft untrennbar mit dem Aberglauben verwoben ist. Er wusste, dass hinter der Angst vor dem Pombero oder dem Luisón oft tiefere spirituelle Angriffe stecken können. Mit seinem Tod verlor Paraguay seinen profiliertesten Experten – und bis heute ist sein Stuhl in der Kirche Ybaroty in Villarrica in dieser Form verwaist.
Zwischen Guaraní-Mythologie und modernem Okkultismus
In Paraguay ist die Herausforderung für die Kirche einzigartig. Während man in Europa über anonyme Internet-Sekten spricht, kämpfen Gläubige hier mit:
-Paje (Schadenszauber): Ein tief verwurzelter Glaube an Flüche, der oft zu massiven psychischen und physischen Krisen führt.
-Mythologische Phänomene: Unerklärliche Ereignisse, die dem Pombero zugeschrieben werden, lassen viele Familien in Angst leben.
Ohne Priester vom Format eines Portillo, die diese Phänomene theologisch einordnen und durch das Gebet des Exorzismus auflösen können, flüchten sich viele Betroffene zu “Médicos Ñana“ oder dubiosen Hexern. Dies, so warnt die AIE im Vatikan, verschlimmert die dämonische Bindung oft nur noch weiter.
Ruf nach Ausbildung: Wer folgt auf Portillo?
Pater Francesco Bamonte, Vizepräsident der AIE, betonte gegenüber Vatican News, dass es “klarer Kriterien zur Unterscheidung“ bedarf. Es reicht nicht mehr, nur ein Vaterunser zu beten; die Priester müssen psychologisch und theologisch geschult sein, um echte Besessenheit von psychischen Krankheiten zu unterscheiden – genau jene Gabe, die Pater Portillo auszeichnete.
Die paraguayische Bischofskonferenz steht nun vor der Aufgabe, das Erbe Portillos wiederzubeleben. In einer Zeit, in der laut Papst Leo XIV. “die Dunkelheit lauter wird“, braucht das Land Priester, die keine Angst haben, das Kreuz dort zu erheben, wo andere fliehen.
Wochenblatt / Beitragsbild Archiv















