Waldinventar 2026: Wenn Wissenschaft auf indigenes Urwissen trifft

Asunción: Das Nationale Forstinstitut (INFONA) hat die Ergebnisse des Nationalen Waldinventars (IFN) 2026 veröffentlicht, das wissenschaftliche und offizielle Informationen über die Wälder des Landes liefert.

Die Präsentation anlässlich des Internationalen Tages der Mutter Erde umfasste eine immersive Ausstellung sowie eine Handwerksmesse indigener und lokaler Gemeinschaften, die an der Datenerhebung über die forstwirtschaftlichen Ressourcen beteiligt waren.

„Dieses Inventar misst nicht nur Bäume: Es misst die Fähigkeit des Landes, sein forstwirtschaftliches Erbe mit Weitblick zu verwalten“, erklärte Cristina Goralewski, Präsidentin von INFONA, während der Veranstaltung “Waldreiches Paraguay: Wissenschaft, Kultur und Leben“.

Sie betonte, dass Paraguay dank dieses Materials nun über strategische Informationen verfügt, um seine Wälder besser zu verstehen, präziser zu planen und Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten zu treffen. Das IFN sammelt, analysiert und berichtet über paraguayische Wälder durch Feldmessungen, wissenschaftliche Daten und kontinuierliches Monitoring.

Ein Jahrzehnt kontinuierlicher Überwachung

Das vom INFONA geleitete Projekt erreicht 2026 einen Meilenstein: Zehn Jahre ununterbrochene Überwachung. Dieser Fortschritt stärkt eine Waldbewirtschaftung, die auf hochpräzisen technischen Daten basiert.

Einer der wichtigsten Fortschritte des letzten Jahrzehnts war die erstmalige Einbeziehung indigener Gemeinschaften in die Datenerhebung und die Bekanntgabe der Ergebnisse.

Mehr als nur Technik: Ein interkultureller Dialog

Die Präsentation des IFN 2026 war eine innovative Erfahrung, da sie über das rein Technische hinausging. Sie basierte auf der Idee, dass Wälder nicht nur messbare Ökosysteme sind, sondern auch Lebensräume für Kultur und Wissen, in denen indigene und bäuerliche Gemeinschaften, Wissenschaft und Industrie koexistieren.

Im Rahmen von “Waldreiches Paraguay: Wissenschaft, Kultur und Leben“ hatte die Öffentlichkeit Zugang zu den gesammelten Informationen, konnte Proben der vorherrschenden Baumarten sehen und Kunsthandwerk erwerben, das von den Gemeinschaften hergestellt wurde, die an der Datensammlung mitgewirkt hatten.

Stimmen zum Projekt:

-María Luisa Duarte (Aché-Gemeinschaft): Hob den Wert des Waldes als Lebensraum hervor.

-Lidia Pérez de Molas (Dozentin an der UNA): Unterstrich die Bedeutung verlässlicher Informationen.

-Iván León (FAO-Vertreter): Lobte den Beitrag der internationalen Zusammenarbeit.

-Daniela Benítez (Vertreterin indigener Frauen): Betonte die Notwendigkeit des interkulturellen Dialogs.

Das Forstinstitut INFONA wird die vollständigen Informationen des Inventars öffentlich und kostenlos auf dem Portal des Nationalen Waldinventars zur Verfügung stellen: https://visor.infona.gov.py/.

Wochenblatt / La Nación

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