Unglaublich: Verkehrspolizei denunziert Bestechungsversuch – was steckt dahinter?

Ciudad del Este: Ohne alle über einen Kamm zu scheren, ist es in Paraguay so, dass man keinen einzigen Verkehrspolizisten finden wird, der nicht an einer alternativen Lösung zu einem Bußgeld in die Staatskasse offen wäre. Hier ein Fall, der nicht der Regel entspricht.

In einem möglicherweise noch nie dagewesenen Fall hat die Verkehrspolizei von Ciudad del Este, Departement Alto Paraná, gestern einen Bestechungsversuch durch einen Motorradfahrer angezeigt und dies auf Facebook veröffentlicht. Der Beitrag enthielt Bilder, auf denen ein Beamter einen Geldschein über 100.000 Guaranies in der Hand hält und dem Fahrer antwortet – er sprach ihn dabei auf Portugiesisch an.

„Nein, Amigo; das ist Bestechung“, sagte er, während der Fahrer bereits seinen Helm abnahm und bereit war, sein Fahrzeug abzugeben.

In dem Video, das gestern kurz nach Mittag aufgenommen wurde, ist zudem zu hören, wie ein weiterer Beamter seinen Kollegen auffordert, das Motorrad zur Verwahrstelle zu bringen. „Das soll dir als Lehre dienen, Freund“, fügte der Inspektor hinzu.

War der Betrag zu gering?

In der Veröffentlichung ist auch der Strafbescheid abgebildet, der die Daten des Fahrers enthält und ausdrücklich den Vermerk „Versuch der Bestechung“ trägt. Nutzer des sozialen Netzwerks reagierten auf den Beitrag; die Mehrheit war der Meinung, die Anzeige sei nur erfolgt, weil die angebotene Summe zu niedrig ausgefallen sei.

Andere merkten an, der Vorfall sei nur deshalb veröffentlicht worden, weil die Beamten mit Körperkameras ausgestattet sind.
Eine weitere bemerkenswerte Mitteilung Auch die Straßenpolizei veröffentlichte gestern eine auffällige Erklärung: Sie stellte klar, dass die Kontrolle von Ausweispapieren bei Fahrern durch ihre Beamten „Teil eines Systems ist, das dem Schutz von Menschenleben dient“. Die Überprüfungen trügen dazu bei, „die Gefahren auf den Straßen zu verringern“, hieß es weiter.

Wochenblatt / Extra

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