Camilo erteilt Sole eine Absage: „Da ich so viele Punkte vorne liege, haben wir kein Interesse an einer Debatte“

Asunción: Camilo Pérez, Bürgermeisterkandidat für Asunción der Partido Colorado, räumte diese Woche ein, kein Interesse an einer Debatte mit Soledad Núñez zu haben, da die Umfragen ihn als Sieger der Wahlen am 4. Oktober sehen.

„Da ich so viele Punkte vorne liege, haben wir kein Interesse an einer Debatte. Das ist die Wahrheit“, sagte Pérez gegenüber dem Sender Ñandutí. Der Präsident des Paraguayischen Olympischen Komitees brüstete sich mit den Zahlen, die ihn angeblich begünstigen. „Ich debattiere nicht, weil unsere Berater sagen, dass es sich nicht lohnt“, beharrte er.

„Genauso wie Soledad entschied, nicht mit Johanna Ortega zu debattieren, als sie in den Umfragen vorne lag, haben wir uns entschieden, nicht zu debattieren. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, warum man sich so viele Sorgen macht, denn es gibt wirklich keinen gesellschaftlichen Bereich, den ich nicht besucht hätte. Unser Regierungsprogramm wurde vorgestellt und die Menschen haben Zugriff darauf“, versicherte er.

Pérez spielte damit auf die Weigerung von Núñez an, mit der Abgeordneten der Partei País Solidario zu debattieren, als beide um die Einheitskandidatur des Oppositionsblocks in der Hauptstadt konkurrierten. Die ehemalige Wohnungsbauministerin hatte ihren Kontrahenten zu einem öffentlichen Austausch eingeladen. Mangels Antwort erklärte Sole, dass man ihm „keine Erlaubnis gebe“ – eine Anspielung auf die Parteiströmung Honor Colorado.

Seitens der liberalen Partei (PLRA) wird argumentiert, dass die Regierungs- beziehungsweise Partei-Mehrheit eine Polarisierung vermeiden wolle, die die Wählerschaft mobilisieren und die Schwächen des Colorado-Kandidaten gegenüber einer Rivalin mit besseren Kenntnissen in städtischen Themen und Kommunalverwaltung offenlegen könnte.

„Ginge es nach der Führung der Partido Colorado, würden sie ein Fußballspiel organisieren und Santiago Peña veranlassen, Taylor Swift zu engagieren, damit sie am 4. Oktober auftritt. Sie wollen, dass die Wahlen unbemerkt verstreichen. Sie wollen den Wahlkampf nicht anheizen. Sie wissen genau, dass der Unterschied zwischen Sole und Camilo gar nicht so groß ist“, spottete der scheidende Stadtrat Félix Ayala.

Aus den Reihen der Opposition heißt es, die Strategie des Regierungslagers stütze sich auf einen Wahlkampf mit „niedriger Intensität“, abgesichert durch den mächtigen Wahlapparat der ANR (Partido Colorado). Auch innerhalb der Ränge der Colorado-Partei sieht man keine Figur, die in der Lage wäre, Pérez auf eine Diskussion über die finanzielle Lage der Stadtverwaltung von Asunción vorzubereiten – ein Erbe, das der umstrittenen Amtsführung von Óscar „Nenecho“ Rodríguez zugeschrieben wird.

In der Opposition hebt man hingegen das eher technische Profil von Núñez und ihre Erfahrung im Bereich Stadtentwicklung hervor – ein Aspekt, der nach Ansicht ihrer Verbündeten in einer Debatte, in deren Genuss die Bürger von Asunción nun nicht kommen werden, den Unterschied hätte machen können. Unterdessen setzt der Anti-Cartes-Block auf die Mobilisierung der Wähler, um Camilo zu stoppen.

Pérez traf sich im Endspurt des Wahlkampfs erneut mit dem Anführer der Partido Colorado, Horacio Cartes. Das Treffen fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Parteistruktur beginnt, finanzielle Mittel freizusetzen, um den Wahlkämpfen ihrer Kandidaten auf nationaler Ebene im Hinblick auf den „Tag X“ frischen Wind zu verleihen.

Sole ihrerseits intensiviert ihre Präsenz auf den Straßen und erklärt, fünf Punkte vor Pérez zu liegen. In den letzten Tagen hat die Oppositionskandidatin ihre Angriffe auf Camilo verstärkt. „Ich trete gegen ein Team an, das über enorme finanzielle Mittel verfügt. Heute wird die Stadtverwaltung von Asunción genutzt, um den Wahlkampf meines Gegners zu finanzieren“, wetterte sie diese Woche.

Wochenblatt / LPO / Ñandutí.

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