Asunción: Die Nationale Agentur für Bewertung und Akkreditierung der Hochschulbildung (Aneaes) schlägt Alarm: Angesichts massiver Bedenken hinsichtlich der Qualität und Rechtmäßigkeit akademischer Abschlüsse fordert die Behörde eine flächendeckende Überprüfung aller Bildungsqualifikationen von Staatsbediensteten in den drei Staatsgewalten – der Exekutive, der Legislative und der Judikative.
José Duarte, Präsident der Aneaes, betonte die dringende Notwendigkeit, Diplome konsequent zu kontrollieren, die unter Fälschungs- oder Betrugsverdacht stehen. Im Fokus stehen dabei vor allem Abschlüsse von Hochschulen und Universitäten, die sich den gesetzlich vorgeschriebenen akademischen Evaluierungsprozessen und Qualitätskontrollen systematisch entziehen.
Über 100.000 Abschlüsse ohne Akkreditierung
Die Dringlichkeit der Maßnahme unterstreichen erschreckende Zahlen aus den Registern der Akkreditierungsagentur: Wie Duarte enthüllte, hat die Aneaes allein in den letzten drei Jahren mehr als 100.000 akademische Abschlüsse registriert, die aus Studiengängen und Berufsfeldern stammen, die keinerlei Akkreditierung besitzen.
Diese hohe Zahl unberechtigter oder qualitätsmäßig zweifelhafter Titel stellt nicht nur das Bildungssystem vor eine harte Zerreißprobe, sondern birgt auch erhebliche Risiken für die Effizienz und Integrität der öffentlichen Verwaltung. Wenn Positionen im Staatsapparat – von der Justiz bis hin zu Ministerien – mit Personen besetzt werden, deren akademische Qualifikation nicht den Mindeststandards entspricht, leidet das Vertrauen der Bürger in die staatlichen Institutionen nachhaltig.
Forderung nach Transparenz in allen Staatsorganen
Ziel des Vorstoßes der Aneaes ist es, systematisch Transparenz zu schaffen und unrechtmäßig erworbene Qualifikationen im öffentlichen Dienst aufzudecken. Eine Überprüfung der Personalakten in den Ministerien, Parlamentskammern und Gerichten soll sicherstellen, dass Schlüsselpositionen im Staat ausschließlich von ausreichend qualifiziertem Personal besetzt werden.
Ob und wie rasch die Politik und die Justizbehörden dem Vorschlag der Evaluierungsagentur folgen werden, ist derzeit noch offen. Die Forderung setzt die Verantwortlichen in den Behörden jedoch erheblich unter Druck, rasch rechtliche und administrative Schritte einzuleiten, um den Wildwuchs an nicht akkreditierten Hochschulabschlüssen einzudämmen.
Wochenblatt / Radio Monumental















