Sieg von Sole bestätigt das Wahlgeheimnis und wiederlegt die Behauptung, die ANR wisse, wer wie wählt

Stephan Rasmussen (PPQ), Wahlkampfleiter und Koordinator des Übergangsteams der gewählten Bürgermeisterin Soledad Núñez, erklärte, dass der Wahlsieg die Vertraulichkeit der Stimmabgabe bestätige und den Mythos der Kontrolle durch die ANR stürze. Er hob hervor, dass das Stimmensplitting beweise, dass die Oppositionelle die Unterstützung freier Mitglieder der Colorado-Partei gewonnen habe, die einen Modellwechsel forderten.

Sole Nuñez ist die voraussichtliche Siegerin bei der Wahl um das Bürgermeisteramt von Asunción. Arcenio Acuña Rojas
Der ehemalige Senator der Partei Patria Querida (PPQ) und Wahlkampfleiter von Soledad Núñez, Stephan Rasmussen, bekräftigte, dass die Bürgerschaft — einschließlich der in der Asociación Nacional Republicana (ANR) eingeschriebenen Wähler — bei den vergangenen Kommunalwahlen in voller Freiheit an die Wahlurnen getreten sei.

Während eines Interviews in der Sendung No Tiene Nombre von ABC TV betonte er, dass die Ergebnisse bewiesen haben, dass die Wahl geheim sei und dass der Sieg von Núñez in Kombination mit der Bevorzugung von Ratsherren der Colorado-Partei die Vorstellung einer totalen Kontrolle durch die Regierungsfraktion entkräftet habe.

Beim Rückblick auf den Wahltag würdigte der Politiker die hohe Beteiligung der Bevölkerung gegenüber dem traditionellen Machtapparat. In diesem Sinne erinnerte er daran, dass es „wirklich ein Sieg der Bürger“ über die durch die Struktur und Disziplin der Colorado-Partei mobilisierte Wählerschaft gewesen sei.

Rasmussen führte aus, dass man am Wahlsonntag von den frühen Morgenstunden an einen Ansturm von Wählern beobachtet habe, obwohl es auch Unregelmäßigkeiten gab. Er erwähnte das Begrehen von Wahlstraftaten an verschiedenen Orten sowie den straflosen Stimmenkauf nur wenige Meter von den Wahllokalen entfernt.

Wie beeinflusste das Wahlgeheimnis den Sieg von Soledad Núñez?

Der ehemalige Abgeordnete hob hervor, dass einer der größten Erfolge dieser Wahlen darin bestand, mit dem Mythos zu brechen, der in den letzten Jahren um die angebliche Anfälligkeit des Wahlgeheimnisses aufgebaut worden war.

Er bezeichnete das Phänomen des Stimmensplittings (voto cruzado) als große Überraschung — ein Wahlverhalten, das von der Regierungspartei unter der Prämisse als unmöglich dargestellt worden war, dass die ANR die Entscheidung jedes einzelnen Bürgers kontrollieren könne.

„Und das ist nicht wahr. Die Menschen haben verstanden, dass das Wahlgeheimnis gilt, dass die Bürgerschaft wählen kann, wie sie will, dass dies ihr gutes Recht und ihre volle Freiheit ist. Ein weiteres fundamentales Element war der TREP [Schnellauszählung] an diesem Nachmittag“, stellte er fest.

Ebenso strich er die Bedeutung der logistischen Organisation und der Bürgerkontrolle an den Wahlurnen heraus, um den auf den digitalen Stimmzetteln ausgedrückten Volkswillen zu schützen. Er betonte, dass es entscheidend gewesen sei, „eine Armee von Wahlhelfern zu haben“, die jeden Wahltisch absichert.

„Hätten wir nicht wie zusammen mit der Liberalen Partei und dem Drittem Bereich (Tercer Espacio) 100 % der Wahltische abgedeckt gehabt, hätten sie uns die Wahlurnen manipuliert“, räumte er ein.

Warum stimmten die Colorados für die Kandidatin der Opposition?

Bei der Analyse des Profils der Wähler, die den Sieg der ehemaligen Ministerin herbeiführten, grenzte Rasmussen das Ergebnis von jeglicher Art von Absprachen oder Verhandlungen zwischen den Parteispitzen ab.

„Soledad hatte Stimmen aus allen Parteien. Ich möchte nicht Parteien sagen, denn die Partei ist eine Institution und die Menschen sind völlig unabhängig“, führte er aus.

Er rief zudem dazu auf, die Reife der heutigen Wählerschaft anzuerkennen: „Man darf den Bürger nicht unterschätzen und auch nicht glauben, dass man Eigentümer seines Wählerwillens ist.“ Obwohl er einräumte, dass Núñez mit der Unterstützung von Mitgliedern verschiedener Gruppierungen siegte, hob er hervor, dass dies hauptsächlich auf eine „freie Stimmabgabe“ zurückzuführen sei.

„Wer eine Wahl gewinnen will, gewinnt mit den Stimmen von Bürgern, die allen politischen Parteien angehören, einschließlich der Colorado-Partei. Das bedeutet jedoch nicht, dass es eine Vereinbarung, einen Verrat oder einen Deal gab, sondern dass die Bürger, die verschiedenen Parteien angehören — einschließlich der Colorado-Partei —, sich für einen Modellwechsel entschieden haben“, betonte er.

Welche Maßnahmen wird Soledad ergreifen, um die kommunalen Einnahmen zu steigern?

Hinsichtlich der unmittelbaren Herausforderungen im Gemeindemanagement gab Rasmussen an, dass die gewählte Bürgermeisterin nach ihrem Amtsantritt „mit der Guillotine“ durchgreifen müsse, um die Institution zu ordnen.

Er erklärte, dass allein die interne Reorganisation und die administrative Sanierung der Stadtverwaltung von Asunción es ermöglichen werden, die Einnahmen um bis zu 80 % zu steigern. Seiner Ansicht nach werden die Bürger ihre kommunalen Abgaben wieder pünktlich zahlen, sobald sie Transparenz und Vertrauen in die neue Verwaltung wahrnehmen.

Wie funktionierte das Stimmensplitting an den Wahlmaschinen?

Im letzten Teil des Interviews verteidigte der Koordinator des Übergangsteams die im Wahlprozess implementierten technologischen und institutionellen Mechanismen. Er verteidigte den Einsatz der Wahlmaschinen sowie die Öffnung der Wahllisten, was die Bildung von Allianzen erleichterte und eine Zersplitterung der Oppositionsstimmen verhinderte.

Er versicherte, dass es der Bürgerschaft schließlich gelungen sei, sich mit der Benutzeroberfläche der Bildschirm-Wahlgeräte vertraut zu machen. „Und das haben wir gesagt: Das wird nur durch die Praxis der Bürger erreicht werden“, schloss er.

Wochenblatt / Abc Color

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