Die letzten Eseltreiber fordern die Zeit heraus

Sapucai: Es gibt nur noch wenige Eseltreiber in Paraguay. Die Tradition stirbt langsam aus, aber einige wollen sie doch noch für die Nachwelt bewahren.

Mehrmals in der Woche kommen Menschen aus der Bergregion Rokê, bei Sapucai, in angrenzende Dörfer um ihre Waren anzubieten.

Es ist noch früh, aber Porfiria López (42) und ihr Begleiter, der Esel Carguera, sind bereit, den steilen Pfad eines Hügels hinunterzusteigen. Das Ziel der Eseltreiberin ist es, das städtische Gebiet von Sapucai zu erreichen.

Mit Hilfe des Tieres trägt die Frau nicht nur einen Vorrat an landwirtschaftlichen Produkten zum Verkauf, sie ist auch mit dem Traum belastet, ihre Familie nach vorne zu bringen.

Während der Zug wie López in der Eisenbahnstadt seinen Marsch endgültig eingestellt hat, fordern fünf andere Frauen die Zeit heraus, damit die Reise der Esel weitergeht und nicht eine emblematische Tradition beendet. Zumindest in der Generation der Älteren, denn die Jugend will von dieser Aktivität nichts mehr wissen.

Meistens verkaufen die Frauen saisonale Produkte mit ihren Eseln, wie Maniok, Früchte aber auch Innereien und Fleisch.

„Seit ich ein Mädchen war, habe ich die Esel immer bewundert und ich wollte mich auch dafür einsetzen. Ich fing an, einen Esel auszuleihen und schließlich konnte ich mir einen kaufen. Viele Leute fahren bereits Motorräder, um ihre Produkte zu verkaufen, aber ich ziehe es vor, mit diesem Transportmittel fortzufahren. Es ist aufopfernder, aber auch billiger“, sagte Lopez, die dank der Arbeit ihre vier Kinder zum Studieren brachte.

Abgesehen davon, dass die Tiere zahm und widerstandsfähig sind, sind sie nicht empfindlich, wenn es um Fütterung geht. „Mein Esel frisst vor allem Gras. Er liebt auch Kekse und sogar Empanadas“, betont Lopez.

Die Frauen erklären, dass ihre Ehemänner sich um die landwirtschaftliche Ernte kümmern und sie nähmen den schwierigen Weg auf sich, um die Früchte zu vermarkten. Sie werden nicht durch die Kälte, den Regen oder die Hitze, die ihre Haut gegerbt hat, aufgehalten, getrieben vom täglichen Engagement einer lebendigen Tradition.

Wochenblatt / Ultima Hora

CC
CC
Werbung

Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Kommentare themenbezogen sind. Die Verantwortung für den Inhalt liegt allein bei den Verfassern, die sachlich und klar formulieren sollten. Kommentare müssen in korrekter und verständlicher deutscher Sprache verfasst werden. Beleidigungen, Schimpfwörter, rassistische Äußerungen sowie Drohungen oder Einschüchterungen werden nicht toleriert und entfernt. Auch unterschwellige Beleidigungen oder übertrieben rohe und geistlose Beiträge sind unzulässig. Externe Links sind unerwüscht und werden gelöscht. Beachten Sie, dass die Kommentarfunktion keine garantierte oder dauerhafte Dienstleistung ist. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung oder Speicherung von Kommentaren. Die Entscheidung über die Löschung oder Sperrung von Beiträgen oder Nutzern die dagegen verstoßen obliegt dem Betreiber.

2 Kommentare zu “Die letzten Eseltreiber fordern die Zeit heraus

  1. Es ist ein großer Fehler den Esel so einfach zu vergessen das haben die Frauen erkannt.
    Esel sind eigentlich ganz liebe und auch wirtschaftliche Tiere, sie haben einen Nachteil wenn sie Hafer sticht,machen sie richtig Krach!
    Kleine Bemerkung:
    In der Türkei war der Esel fast ausgestorben durch den Siegeszug der Einachser beim kleinen Mann.
    Es stiegen Preis für Treibstoff und einiges andere.
    Dann war der Graue /Esel wieder Ihn und gut Handelt,beim kleinen Bauern.Er muss nicht Tanken!