Asunción: Die Anonymen Alkoholiker (AA) Paraguay feiern am 23. Januar ihr 50-jähriges Bestehen im Land und festigen damit ihre Rolle als eines der wichtigsten Unterstützungsnetzwerke für Menschen mit Alkoholproblemen.
Die Feierlichkeiten umfassen öffentliche Aktivitäten am Sonntag, dem 25. Januar, darunter ein brüderliches Treffen und ein gemeinschaftliches Mittagessen. Dies berichtete María Delvalle, Psychologin für Suchterkrankungen und Vorsitzende des Nationalen Vorstands der Anonymen Alkoholiker, in einem Interview mit dem Sender GEN.
„Es sind 50 Jahre, in denen wir die Botschaft verbreiten und Menschen begleiten, die an dieser chronischen und unheilbaren Krankheit leiden, die nicht nur den Einzelnen, sondern auch die Familie und die Gemeinschaft betrifft“, erklärte sie mit Blick auf die sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen des Alkoholismus im Land.
Die Vorsitzende stellte klar, dass die AA weder eine stationäre Einrichtung noch ein Entzugszentrum sind, sondern ein Netzwerk von Selbsthilfegruppen, in denen Menschen ihre Erfahrungen in einem geschützten und respektvollen Umfeld teilen. Es gibt offene Treffen, an denen jeder Interessierte teilnehmen kann.
Einer der Grundpfeiler des Programms ist die Anonymität, die die Identität der Teilnehmer schützt und das soziale Stigma bekämpft. „Niemand fragt nach Namen, Dokumenten oder Hintergründen. Die Anonymität schützt die Menschen und erlaubt es ihnen, ohne Angst zu sprechen“, betonte Delvalle.
Derzeit gibt es in Paraguay rund 60 aktive Gruppen zwischen Asunción und dem Landesinneren. Wöchentlich nehmen etwa 600 Personen regelmäßig an den Treffen teil, wobei die Teilnahme freiwillig ist und keine formalen Register geführt werden.
Delvalle warnte zudem vor dem steigenden Alkoholkonsum bei Jugendlichen und Minderjährigen. Sie erinnerte an Daten der Anti-Drogen-Behörde Senad, wonach Kinder bereits im Alter von 9 bis 11 Jahren mit dem Trinken beginnen – mit steigender Tendenz und einer Angleichung zwischen Jungen und Mädchen. „Heute ist Alkohol als Freizeitelement extrem naturalisiert, und das ist besorgniserregend“, warnte sie.
Die Feierlichkeiten am Sonntag, dem 25. Januar, beginnen um 10:00 Uhr mit einer Informationsveranstaltung, gefolgt von einem gemeinschaftlichen Mittagessen, einem traditionellen “Fest nach AA-Art“. Dieses Jahr wird gemeinsam mit der Gemeinschaft der Angehörigen und Freunde von Alkoholikern gefeiert, die ebenfalls ihr 50. Jubiläum begeht.
Wochenblatt / Mas Ebcarnación / Beitragsbild Archiv















