Barrieren in der Bildung verringern die Chancen von Mädchen

Asunción: Speziell auf dem Land, wo Feld- oder Hausarbeit weitaus wichtiger sind, als eine Schulausbildung bis zur 12. Klasse, welche ein Studium ermöglichen würde, merkt man, dass die Notwendigkeiten andere sind, was keineswegs gerecht für den Werdegang der Kinder ist.

Ein auf plan.de veröffentlichter und von Katharina Hofmann geschriebener Artikel beschreibt Folgendes:

Putzen statt Lernen

Pamelas Schwester Lichi* ist 15 Jahre alt. Auch sie musste ihre Ausbildung abbrechen: Ihre Schule ist zu weit von ihrem Zuhause entfernt. „Ich habe die neunte Klasse abgeschlossen. Ich mochte die Schule und war gut im Sprachunterricht“, sagt Lichi. „Dieses Jahr kann ich nicht mehr hingehen, weil der Weg zu weit ist.“ Aufgrund fehlender Transportmöglichkeiten hat Lichis Familie beschlossen, dass sie sich um die Hausarbeit kümmern sollte, anstatt zur Schule zu gehen. Jetzt verbringt die 15-Jährige ihre Tage mit Wäschewaschen, Kochen und Putzen.
Die nächstgelegene Schule ist zwei Stunden Fußmarsch von ihrem Zuhause entfernt. Um dorthin zu gelangen, muss Lichi sich frühmorgens auf den Weg machen und in der Dunkelheit durch Maniokfelder und unbefestigte Wege laufen. „Der Unterricht beginnt um 7:30 Uhr, also muss ich um 5:30 Uhr das Haus verlassen, wenn ich pünktlich sein will“, erklärt Lichi. „Auf dem Heimweg am Nachmittag wird es früh dunkel, dann habe ich mit denselben Problemen zu kämpfen.“ Die junge Frau hat alles, was in ihrer Macht steht, getan, um ihre Ausbildung weiter fortzusetzen. „Früher hat mich ein Klassenkamerad mit einem Motorrad abgeholt, aber jetzt geht seine Schwester auch zur Schule, sodass kein Platz mehr für mich ist.“

Die geografische Ausdehnung des Landes und der geringe Haushalt des Bildungsministeriums schaffen es nicht mehr Schulen zu erhalten bzw. Schultransporte anzubieten. Familien auf dem Land haben meist kein Geld um solche Kosten nebenbei zu stemmen und schon gar nicht bei mehreren Kindern.

Wochenblatt / plan.de

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