Bürgermeister: Wer die Wahl hat, hat die Qual

Beide Kandidaten für das Bürgermeisteramt von Lambaré stehen inzwischen unter Anklage und könnten ins Gefängnis wandern, beide halten eisern an ihrer Kandidatur fest. Der liberale Anwärter, Armando Gómez, wurde in dieser Woche wegen Geldwäsche in das Verfahren gegen seine Frau, seine Schwägerin und weitere Personen, einbezogen, bei dem der Firma Viradolce SA dreieinhalb Millionen USD entwendet wurden.

Gómez hatte bisher abgestritten, etwas mit den Geschäften seiner Frau zu tun zu haben. Nun sind aber gemeinsame Konten aufgetaucht, auf die hinterzogene Gelder eingezahlt wurden. Alle Angeklagten in dem Fall entgingen bisher der Untersuchungshaft, mussten aber eine Kaution in Höhe von 750 Millionen Guaranies hinterlegen.

Gegen den Kandidaten der ANR, Roberto Cárdenas Ramírez, lag kurzzeitig ein Haftbefehl vor, da scheinbar 572 Millionen Guaranies zuviel für Pausenbrote der öffentlichen Schulen Lambares bezahlt wurde. Bei der Ausschreibung wurde der teuerste Anbieter ausgewählt und Mitbewerber mit scheinbar falschen Argumenten disqualifiziert.

Einer der Anwälte von Cárdenas, der frühere Generalstaatsanwalt Paraguays, Óscar Germán Latorre, beschuldigte die Staatsanwältin, Blanca Agüero, die sich getraut hatte, einen Haftbefehl auszustellen, aus Feindschaft gegen seinen Mandanten gehandelt zu haben. Mit diesem Argument erreichte er, dass Agüero erneut von dem Fall abgezogen wurde und der nächste Staatsanwalt, Miguel Quintana, fand überhaupt kein belastendes Material mehr.

Gegen Agüero und Quintana wurde ein internes Untersuchungsverfahren eingeleitet. Der aktuelle Generalstaatsanwalt stellte sich hinter Agüero und setzte sie erneut in dem Fall ein. Ihr Polizeischutz wurde abgezogen und sie sprach gegenüber Última Hora unter Tränen von einer Verfolgung mit einem Motorrad und, dass sie sich nicht mehr aus ihrem Haus in Lambaré traue.

Der Staatspräsident und die Parteivorsitzende der ANR stellten sich erneut demonstrativ hinter Cárdenas und ermutigten ihn, weiter zu kandidieren. Auch Gómez genießt scheinbar das volle Vertrauen seiner Parteigenossen.

Auch andere Bürgermeisterkandidaten machten in dieser Woche Schlagzeilen. Albino Ferrer, ehemaliger Stadtvorsteher von San Lorenzo und ebenfalls Kandidat für eine weitere Amtszeit, steht in der Kritik, da er für die Verwendung von 8.485.582.684 Guaranies aus Fonacide-Mitteln keine Belege vorweisen kann. Der Bürgermeister von Limpio, Ángel Gómez Verlangeri, war in sozialen Netzwerken auf einem Video beim Sex mit einer Jugendlichen im Rathaus zu sehen.

Quellen: Última Hora, ABC Color