Das Geheimnis der optischen Täuschung: Künstler nutzt Gehirntricks für seine Magie

Asunción: Seit gestern, dem 5. Oktober, bis zum 20. Oktober, stellt der Künstler Federico Caballero in der Galerie Arte con Aroma Café Werke aus seiner neuesten Produktion sowie ausgewählte Arbeiten früherer Serien aus. Seine Motive bewegen sich dabei gewohnt meisterhaft im Spannungsfeld zwischen Traumwelten, urbanen Landschaften, menschlicher Anmut und existenziellen Rätseln.

„Ich glaube, dass jeder Künstler auf gewisse Weise ein anthropologischer Forscher ist. Man muss herausfinden, wohin die eigene Kunst führt, sein Publikum ergründen und existenzielle Nachforschungen anstellen“, erklärt Caballero.

„Anthropologie hat mich schon immer fasziniert. Die Kunst leitet einen nicht nur durch ihr eigenes Wesen – auch das Publikum ist Teil des Kunstwerks. Das Feedback der Betrachter hat mich Schritt für Schritt zu einem konkreteren Markt geführt. Die Psychologie liegt dem sehr nahe, und ich habe sie auf diesem Weg in all ihrer Tiefe entdeckt – auf der Suche nach einem Studienfach, das handfeste Zukunftschancen bietet,“ fügt er weiter an.

Nach über 30 Jahren erfolgreicher Karriere in der bildenden Kunst hat Caballero vor Kurzem sein Psychologiestudium abgeschlossen. Nun steht die Verteidigung seiner Abschlussarbeit an. „Mit dieser Ausstellung möchte ich die Mittel für die Verteidigung und die Titelvergabe meiner Thesis finanzieren“, erklärt er.

Die Ausstellung unter dem Titel “Lo que queda al cerrar la puerta“ (Was bleibt, wenn sich die Tür schließt) feierte am 5. Oktober in der Galerie Arte con Aroma Café (Humaitá 991, Asunción) Vernissage. Sie vereint seine aktuellsten Arbeiten mit früheren Werken: „Einige Bilder werden zum ersten Mal gezeigt, andere stammen aus früheren Jahren. Stilistisch bleibe ich dem Realismus treu, aber es gibt Variationen bei Verzerren, Proportionen und der Intensität der Farben“, verrät der Künstler.

Zwischen magischem Realismus und Seelenforschung

Caballeros persönlicher Blick auf das Menschliche prägt seine fesselnden Gemälde, die zum Verweilen und genauen Hinsehen einladen. „Ich kann einfach nicht von der menschlichen Gestalt in einer Ebene zwischen Traum und Magie lassen“, betont er.

Im Kuratorentext zur Ausstellung heißt es dazu: „Schönheit wird hier nicht im klassischen Kanon gesucht, sondern in der Erinnerung an vertraute Orte. Architekturen, Gegenstände und alltägliche Landschaften erscheinen aus ihrer gewohnten Wahrnehmung gerückt. Das Wiedererkennbare wird fremd, das Fragile bedeutungsvoll. Der magische Realismus dient als Form des Erinnerns – nicht um Orte zu reproduzieren, sondern um zu entdecken, was in ihnen überdauert.“

Ein Neuanfang mit klarer Vision

„Ich hoffe, dass viele Menschen die Ausstellung besuchen und vorbeikommen. Ich werde auf jeden Fall weiter malen, aber ich möchte mich nun intensiv meiner neuen Karriere widmen. Es ist, als würde ich mit der Kunst mein Psychologiestudium präsentieren. Die Kunst hat mir geholfen, diesen Weg zu finden – ich denke nun auch über Stipendien nach“, erzählt Caballero.

„Mein Schwerpunkt wird immer die Forschung in der Kunst und die Interaktion mit dem Publikum bleiben. Obwohl mir die psychologische Beratung an der Uni sehr gefallen hat, strebe ich primär in die Forschung. Meine Abschlussarbeit ist nämlich selbst ein therapeutisches Werkzeug,“ fügt er an.

Über den Künstler

Federico Caballero Mora wurde am 25. November 1978 in Asunción geboren. Als Sohn des bekannten schriftstellerischen Urgesteins Miguel Ángel Caballero Figún wuchs er inmitten künstlerischer Salonkultur und schöpferischer Weggefährten auf. Bereits in jungen Jahren besuchte er als Gastrhörer die Kunsthochschule Escuela de Bellas Artes (1992). Sein wichtigster Mentor wurde der Maler Juan Guerra Gaja, dessen Schüler er war.

Durch seine Lehrer entdeckte er die Pareidolie als kreative Technik – ein psychologisches Phänomen, bei dem das Gehirn in zufälligen Formen, Flecken oder Wolken Gesichter und Figuren erkennt. Caballero wagte zudem Ausflüge in die Wandmalerei (Muralismus). Seine vordergründig alltäglichen Themen bestechen durch das Durchbrechen von Perspektiven und Ebenen – mal mit Humor, mal als klare Anklage gegen ein System, wobei seine Arbeiten deutliche expressiv-künstlerische Züge tragen.

Wochenblatt / La Nación

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