Asunción: Die Banco Atlas hat beim Jurado de Enjuiciamiento de Magistrados (JEM, Richteranklageausschuss) eine formelle Anzeige gegen den Richter Juan Francisco Blanco Bogado eingereicht, der den Vorsitz des Zivil- und Handelsgerichts der dritten Instanz von Asunción innehat.
Das Unternehmen behauptet, dass der Richter seine Interessen direkt beeinträchtigt habe, indem er Entscheidungen im Verfahren „ITTI SAECA gegen Banco Atlas s/ Vorsichtsmaßnahmen” getroffen habe, was – laut dem Unternehmen – den Integrationsprozess mit der Banco Familiar unrechtmäßig gebremst habe.
Felino Amarilla, Rechtsvertreter von Atlas, erklärte, dass die JEM die Handlungen des Richters untersuchen und gegebenenfalls seine Entlassung gemäß den gesetzlichen Bestimmungen vorantreiben solle. In der Anzeige wird behauptet, dass der Richter Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Fall ITTI genutzt habe, um die Fusion zwischen den beiden Finanzinstituten unrechtmäßig zu behindern.
In der Anklage werden auch zahlreiche redaktionelle und Tippfehler in Gerichtsbeschlüssen erwähnt, die sich laut Atlas in verschiedenen Dokumenten identisch wiederholen und am selben Tag in einer Menge erlassen wurden, die nach Ansicht des Unternehmens unmöglich in so wenigen Stunden korrekt erstellt werden kann. Für die Bank verstärkt dies den Verdacht, dass die Beschlüsse nicht angemessen geprüft wurden.
Amarilla sprach außerdem von einem wettbewerblichen Hintergrund und deutete an, dass die aus der Fusion hervorgehende neue Bank ein wichtiger Akteur im Finanzsystem werden und um relevante Marktanteile konkurrieren könnte. Der Anwalt wies sogar auf eine angebliche politische Instrumentalisierung der Justiz zugunsten von Interessen im Zusammenhang mit der Vázquez-Gruppe hin, was seiner Meinung nach die fragwürdigen Entscheidungen des Richters beeinflusst habe.
Die Anzeige liegt bereits bei der JEM, die prüfen muss, ob genügend Anhaltspunkte vorliegen, um ein Verfahren gegen den Richter einzuleiten.
Wochenblatt / El Nacional












