Gefängnisinsassen gehen in den Hungerstreik wegen ausgebliebener Begnadigung

Asunción: Etwa 120 Inhaftierte diverser Haftanstalten des Landes begannen gestern mit einem Hungerstreik aus Protest gegen Präsident Federico Franco, weil dieser nicht von seinem Recht Gebrauch machte und diese Personen begnadigte. Da es eine freiwillige Tradition in den letzten sieben Jahren war wird nun das nicht Erteilen als falsch angesehen.

Die Frustration über das Ausbleiben war so groß, dass daraufhin diese Maßnahme gestartet wurde. Alle 120 Kandidaten, die schon auf einer Liste zusammengefasst waren traten in den Streik, darunter auch der Ex Minister der liberalen Partei der wegen Korruption hinter Gitter kam. Der Pastor Luis Arias erklärte, dass sich solidarisch weitere Insassen summieren werden.

Der Pastor erklärte zudem, dass nachdem alle Instanzen ausgeschöpft waren sie um ein Treffen mit dem Präsidenten baten. Dieser jedoch nahm sich nicht die Zeit um über die Begnadigung zu diskutieren. Trotz der Umlegung von über 200 Insassen nach Emboscada befinden sich derzeit ungefähr 3.800 Gefangene in Tacumbú.

(Wochenblatt / La Nación)

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4 Kommentare zu “Gefängnisinsassen gehen in den Hungerstreik wegen ausgebliebener Begnadigung

  1. Man könnte meinen, dass sie sich auf ein Gewohnheitsrecht berufen, das eigentlich nicht existieren kann, ausser es waren jedes Jahr immer die gleichen Personen die begnadigt wurden.
    Aus meiner Sicht macht es Franco richtig: Er hat entschieden! Warum soll er dann noch mit denen darüber diskutieren?
    Ein Staat sollte sich nicht erpressen lassen.
    Oder hatten sie für Franco nicht genug gesammelt?

  2. Konsequenz ist ein Wort das es auf Guarani vermutlich nicht gibt.

    Franco wird mir immer sympathischer, schade bleibt er nicht noch laenger an der Macht. Ich haette dieses kriminelle Gesindel schon laengstens zum Strassenbau in den heissen Chaco geschickt.

    Gruss Adi

    1. Ob diese Entscheidung richtig oder falsch ist, kann hier doch niemand beurteilen. Es gibt aber andere Entscheidungen, die er nur aus Eigennutz getroffen hat. Wir können nur hoffen, dass die Schäden, den er angerichtet hat, in den nächsten Jahren wieder behoben werden. Aber dafür müssen im April die Richtigen gewählt werden. Und da hilft nur Aufklärung.
      Vamos a ver que pasa

  3. Mir kommt vor, Franco muss versuchen das Beste zu geben, damit die Liberalen im April überhaupt eine Chance haben die Wahlen zu gewinnen, dass heisst, dem Volk auf´s Maul schauen.

    Die Mehrheit der Bevölkerung ist einwandfrei dafür keine Begnadigungen zu geben. Das zeigt eine von ABC durchgeführte Umfrage, wo mit grosser Mehrheit dagegen
    gestimmt wurde.

    Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, dass bei schweren Wiederholungstätern in Lagerenza im Chaco, ein Straflager errichtet werden sollte, wie es zu Strössners Zeiten der Fall war. Diese Leute gehören von der Gesellschaft weggesperrt. Dazu hat die Gesellschaft ein Recht. Deswegen bin ich noch lange kein ewig Gestriger, um einer solchen Kritik gleich vorzubeugen, sondern will nur in Ruhe und Frieden leben können, ohne Waffe in der Hand. Hingegen sollte man bei kleineren Erst-Delikten dem Täter eine Chance geben, mit einem entsprechenden Programm.

    Man fragt sich wie es möglich ist, dass die Polizei immer wieder Straftäter aufgreift, die ein seitenlanges Vorstrafenregister haben, wo auch Mord und Totschlag aufscheint und die im Gefängnis sein müssten, aber vom Richter auf freien Fuss gesetzt werden. Wie so etwas möglich ist, kann sich jeder selber vorstellen.