Asunción: Mario Campos (53), vielen bekannt als Ña Poshó, ist ein Koch, der nach mehr als zwei Jahrzehnten im Ausland beschloss, nach Paraguay zurückzukehren – nicht mit vollen Händen, sondern mit einem entschlossenen Herzen.
Von seiner Küche, seinem Viertel und seiner Geschichte aus erinnert er uns daran, dass das, was paraguayisch ist, nicht nur geschmackvoll ist, sondern auch eine Seele hat. Und wenn diese Seele durch authentisches Kochen vermittelt wird, überdauert sie alles.
Mario Campos’ zielgerichtete Rückkehr
Mario arbeitete als Koch in Spanien, trat sogar in Kochshows im Fernsehen auf und bereitete Paellas für Großveranstaltungen zu. Doch er verlor nie seine Wurzeln aus den Augen. Tatsächlich erschuf er während seiner Zeit im Ausland die Figur der Ña Poshó, inspiriert von den Frauen aus der Nachbarschaft, die wie Großmütter kochten: Langsam und mit viel Herz. „Ich habe mir diesen Namen selbst gegeben, weil er mein Wesen widerspiegelt“, erklärt er.
Bei seiner Rückkehr schmerzte es ihn zu sehen, dass die Paraguayer die Verbindung zur traditionellen Küche verloren hatten. „Wir sind zu Gourmet- und Modetrends abgewandert und haben vergessen, wer wir sind“, beklagt er. Er beschloss, ein kulinarisches Projekt ins Leben zu rufen, das für sich selbst stehen sollte – ohne übermäßige kommerzielle Ambitionen, sondern als ein Zeugnis seiner Kultur.
Ña Poshó: Paraguays erste Gemeinschaftsküche
Ña Poshó wurde schnell zu viel mehr als nur einer Marke. 2019 öffneten die ersten Geschäftsräume. Gleichzeitig, inmitten einer sozialen Krise, leitete Mario das, was zur ersten Gemeinschaftsküche des Landes wurde. Aus dem Fenster des Hauses seiner Mutter kochte er für mehr als 2.000 Menschen pro Tag – für Kinder, Mütter, Ältere und Obdachlose. „Hier wird niemand stehlen, denn jeder hat irgendwann einmal aus unseren Händen gegessen“, behauptet er mit Bestimmtheit.
Ein Menü, das die paraguayische Küche ehrt
Die Speisekarte bei Ña Poshó ist eine lebendige Hommage an die Tradition. Das Aushängeschild ist die So’o Josopy Empanada, hergestellt aus Fleisch, das im Mörser gestampft und acht Stunden lang nach überlieferten Verfahren gegart wird. Mario erreichte sogar, dass diese traditionelle Methode der Fleischzubereitung vom paraguayischen Senat zum Kulturschatz erklärt wurde.
Die Vielfalt ist groß:
-Cecina oder So’o Piru: Empanadas mit sonnengetrocknetem, 22 Tage gereiftem Rindfleisch.
-Paraguayitas: Gefüllt mit frisch gewolltem Rindfleisch.
-Klassiker: Chipa Guasu, Mbejú, Tortillas und gegrillte Rindfleisch-Sandwiches.
Eine kulinarische Revolution der Einfachheit
Was Ña Poshó auszeichnet, ist nicht nur das Essen, sondern das Erlebnis. Mario lässt das Tempo des modernen Lebens nicht in seine Küche. Er akzeptiert keine Bestellungen über WhatsApp und bietet keinen Lieferdienst an. Er bevorzugt die persönliche Interaktion – ein Gruß, ein Gespräch. Er kennt die Gesichter seiner Kunden und oft sogar ihre gewohnten Bestellungen. „Wenn ich aufhöre zu kochen und mit den Leuten zu reden, sterbe ich“, sagt er schließlich lachend.
Wochenblatt / Asunción Times















