Gold, Glaube und Geschichte: Wo Paraguays Seele zu Hause ist

Asunción: Religiöser Tourismus in Paraguay lädt dazu ein, ein Land zu entdecken, das tief von Glauben, Tradition und Spiritualität geprägt ist. Über das ganze Staatsgebiet verteilt bilden historische Kirchen, majestätische Kathedralen, ländliche Kapellen und emblematische Heiligtümer eine Route, die den kulturellen und religiösen Reichtum der paraguayischen Gemeinschaften offenbart.

Dieses Tourismussegment ermöglicht es Besuchern und Pilgern, Zeugen gelebter Volksfrömmigkeit, Patronatsfeste und jahrhundertealter Feierlichkeiten zu werden. Die künstlerische Ausdruckskraft spiegelt sich in der Architektur und den sakralen Kunstwerken wider, die über Generationen bewahrt wurden. Interessierte können diese Routen unabhängig, über private Agenturen oder direkt über das nationale Tourismussekretariat (Senatur) erleben.

Meilensteine des nationalen Erbes

Die Präsenz der Franziskaner hinterließ unschätzbare Spuren. Das beste Beispiel ist die Kirche von Yaguarón, die zwischen 1586 und 1587 von Bruder Luis de Bolaños erbaut wurde. Historiker betrachten ihn als das schönste Beispiel des guaranischen Barocks und der kolonialen Franziskaner-Architektur, prunkvoll in Gold gefasst.

Andererseits war der Einfluss der Jesuiten (1607 bis zu ihrer Vertreibung 1766) fundamental für die Zivilisation des Landes. Das Diözesanmuseum von Santa Rosa de Lima in der “Kapelle Unserer Lieben Frau von Loreto“ ist ein faszinierender Schatz an der bekannten “Jesuitenroute“. Es repräsentiert die einzigartige Mischung aus hispanisch-guaranischem Barock mit beeindruckenden Fresken und einer Sternendecke aus Holz, die seit der Kolonialzeit unversehrt geblieben ist.

Unverzichtbare Jesuitenruinen

Ein weiterer bedeutender Ort ist das Jesuiten-Schatzmuseum in Santiago, das über 50 Holzstatuen aus dem 16. und 17. Jahrhundert beherbergt. Die heutige Pfarrkirche beherbergt zudem das einzige vollständige Jesuiten-Altarbild des Landes.

Nur wenige Kilometer von Encarnación entfernt befinden sich die imposanten Ruinen von Trinidad und Jesús de Tavarangue sowie in Richtung Carmen del Paraná die Ruinen von San Cosme y Damián. Sie sind die wohl wichtigsten Zeugnisse der Jesuitenpräsenz in Paraguay.

Marienverehrung: Heiligtümer und Wallfahrt

Die Marienverehrung ist das spirituelle Herz Paraguays. Zu den wichtigsten Orten gehören:

-Basilika von Caacupé: Die Stadt gilt als “spirituelle Hauptstadt Paraguays“. Sie ist das größte Marienheiligtum des Landes und Sitz der Diözese. Die Päpste Johannes Paul II. (1988) und Franziskus (2015) besuchten diesen Ort. Zur Tradition gehört ein Stopp am Brunnen der Jungfrau (Tupãsy Ykua).

-Heiligtum der Jungfrau von Itacuá (Encarnación): Bekannt als “Jungfrau der Armen“. Die Architektur des Haupttempels erinnert an die Form eines Schiffes und ehrt die einstigen Seefahrer des Paraná-Flusses.

Von Asunción nach Villarrica: Heilige Stätten

In der Hauptstadt Asunción sind die Metropolitankathedrale im neoklassizistischen Stil (mit einem größtenteils silberbeschichteten Altar) und die Kirche La Encarnación mit ihrer römisch-korinthischen Architektur absolute Pflichtziele.

In Villarrica besticht die Kathedrale (Pfarrei Heiliger Geist) mit einem originalen Holzaltar aus der Franziskanerzeit sowie Reliquien von Papst Johannes Paul II. und der seligen Chiquitunga. Ebenfalls in Villarrica befindet sich die Kirche Ybaroty (Beitragsbild), deren Design mittelalterliche europäische Einflüsse mit romanischen und gotischen Elementen verbindet.

Glaube, Erinnerung und Erbe

Paraguay garantiert Religionsfreiheit, wobei der Katholizismus mit 88,2 % der Gläubigen – dem höchsten Prozentsatz in Lateinamerika – vorherrscht. Die katholische Kirche spielt seit der Kolonialzeit eine zentrale Rolle bei der Festigung der nationalen Identität.

Diesen Wegen zu folgen bedeutet, mit der Seele eines Volkes in Kontakt zu treten, für das jede Skulptur und jedes Fresko ein Zeugnis seines unerschütterlichen spirituellen Erbes ist.

Wochenblatt / Asunción Times

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