Asunción: In Paraguay leben derzeit 22.177 Menschen mit HIV. Davon sind sich 10,4 % ihrer Diagnose nicht bewusst. Dies geht aus dem Bericht des Ministeriums für öffentliche Gesundheit und soziale Wohlfahrt (MSPBS) hervor, der durch das nationale Programm PRONASIDA für das Jahr 2025 vorgelegt wurde.
Im Laufe dieses Jahres wurden 1.325 Personen neu mit HIV diagnostiziert, wobei ein deutliches Übergewicht bei Männern festzustellen ist: 74 % der Neuerkrankungen entfallen auf das männliche Geschlecht, während 26 % Frauen sind. Landesweit wurden 284.978 HIV-Schnelltests durchgeführt, was die Strategien zur Früherkennung unterstreicht.
Hinsichtlich der Sterblichkeit verstarben im Jahr 2025 insgesamt 93 Personen an den Folgen von HIV. Die Sterberate pro 100.000 Einwohner liegt bei 1,49 %, wobei sie bei Männern (1,99 %) höher ist als bei Frauen (0,98 %). Dennoch hebt das Gesundheitsministerium einen Rückgang der nationalen Inzidenzrate um 11 % hervor, die im Vergleich zu 2024 auf 21,69 Fälle pro 100.000 Einwohner sank.
Der Bericht zeigt wichtige Fortschritte in der Prävention auf. Insgesamt 2.242 Personen begannen eine PrEP (Präexpositionsprophylaxe), eine Zahl, die ein stetiges Wachstum gegenüber den Vorjahren widerspiegelt. Zudem wurden landesweit 1.139.894 Kondome im Rahmen kombinierter Präventionsmaßnahmen verteilt.
Im Bereich der Behandlung begannen 1.364 Personen im Laufe des Jahres eine antiretrovirale Therapie (ART). Einer der wichtigsten Meilensteine war die Dezentralisierung des Zugangs zur ART: Die Anzahl der behandelnden Einrichtungen stieg von 20 Krankenhäusern im Jahr 2024 auf 224 Gesundheitseinrichtungen im Jahr 2025, darunter Regional- und Distriktkrankenhäuser sowie 156 Familiengesundheitszentren (USF).
Das Dokument hebt auch wissenschaftliche Fortschritte hervor, wie Langzeittherapien, Forschungen mit mRNA-Technologie und Studien zur CRISPR-Geneditierung, die neue Perspektiven für die weltweite HIV-Kontrolle eröffnen.
Auf institutioneller Ebene wurden nationale Protokolle aktualisiert, die ETMI Plus-Strategie – zur Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung – gestärkt und Präventionskampagnen, wie die im September gestartete Syphilis-Kampagne, vorangetrieben.
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