Medizinische Revolution im Chaco: Neuland erschließt neue Bereiche der Krebsbehandlung

Kolonie Neuland: Bisher war die Nachricht einer Krebserkrankung niederschmetternd. Doch mit moderner Technologie eröffnet sich eine große Chance, Leben zu retten.

Das Zentrum “Radioterapia Concordia“ bietet mit den Systemen ZAP-X und Halcyon Methoden an, die derzeit als weltweites Privileg gelten. Diese ermöglichen komplexe Behandlungen ohne Skalpell und mit einer ganzheitlichen Betreuung, welche die Erfahrung von Krebspatienten neu definiert.

Mitten im Herzen des paraguayischen Chaco, in der Kolonie Neuland, befindet sich dieses Zentrum. Es ist landesweit und auf der gesamten südlichen Hemisphäre einzigartig und bietet fortschrittliche onkologische Behandlungen mit einem zutiefst menschlichen Ansatz an. Nicolás Jachs, der Geschäftsführer der Einrichtung, betonte die Philosophie des Teams, jeden Patienten über die Technologie hinaus zu begleiten.

Hochtechnologie im Chaco

Radioterapia Concordia wurde am 30. Mai 2025 eingeweiht. Seit Juni letzten Jahres ist das ZAP-X im Einsatz, und seit September das Halcyon-System.

-ZAP-X: Dieses Gerät ist spezialisiert auf komplexe Läsionen an Kopf und Hals. Es ermöglicht Behandlungen mit millimetergenauer Präzision ohne chirurgischen Eingriff oder Krankenhausaufenthalt. Es ist das einzige seiner Art in Südamerika und eines von nur 30 Geräten weltweit. Eine Behandlung dauert je nach Fall zwischen einer und fünf Sitzungen.

-Halcyon: Ein fortschrittlicher Linearbeschleuniger für den gesamten Körper. Er verkürzt die Behandlungsdauer im Vergleich zu herkömmlichen Methoden um bis zu 25 %. Die reine Bestrahlungszeit im Raum beträgt oft nur 3 bis 5 Minuten.

Ein strategischer Standort

Das Zentrum wurde bewusst im Chaco angesiedelt, um den Bewohnern der Region die langen Reisen nach Asunción zu ersparen. Durch die Anbindung an die neue Ruta Bioceánica ist das Zentrum zudem für Patienten aus dem Ausland leicht erreichbar, die bereits etwa 6 % der behandelten Personen ausmachen. Bisher wurden mehr als 50 Patienten aus Paraguay sowie aus Brasilien, Argentinien, Bolivien und Kolumbien betreut.

Ganzheitliche Betreuung und Kosten

Die Investition von fast 6 Millionen US-Dollar garantiert erstklassige Ausrüstung. Trotz der Hochtechnologie liegt der Fokus auf der Menschlichkeit: Ein Fallmanagement-Team begleitet die Patienten bei jedem Schritt. „Die Person mit der Diagnose Krebs sollte nur Patient sein und nichts weiter. Wir kümmern uns um den Rest“, betont Jachs.

Die durchschnittlichen Kosten für eine Behandlung mit dem ZAP-X liegen bei etwa 77 Millionen Guaranies, wobei Vereinbarungen mit verschiedenen Krankenversicherungen (wie Ebsa, Samap, Promed und Cime) bestehen. In Kürze wird das Zentrum zudem eine Tagesklinik für Chemotherapie eröffnen, um das umfassende Versorgungsmodell weiter zu stärken.

Wochenblatt / FOCO La Nación

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5 Kommentare zu “Medizinische Revolution im Chaco: Neuland erschließt neue Bereiche der Krebsbehandlung

  1. Lobenswert…. Nicht nur die Technik auch das ganze Zentrum inkl. Personal uebersteigt bei weitem den Standarf einer deutschen Klinik.. Ich spreche aus der Oraxis ich bin hier aktuell zur Behandkung

  2. Der Preis für die Behandlung ist aber doch sehr hoch.
    Der Anschaffungspreis wird ja wohl weltweit gleich sein, aber in Indien kostet eine Behandlung mit dem Gerät 4.900 Euro, in Deutschland ab 7.900 Euro.
    Sollte man dann hier bei den niedrigen Einkommen der Bevölkerung nicht auch „indische“ Preise erwarten?

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  3. Ich denke es ist nicht sehr sinnvoll hier darüber zu diskutieren ob es nicht auch billiger geht von seitens der privaten Betreiber. Vergiss bitte zwei dinge nicht. Ich gehe davon aus das alleine beim Import des Gerätes von ca 6 Mill. USD) der Zoll von Paraguay eine ganze Summe mit verdiente haben wird. Es wäre ein besseres Ansatz die Politik zu bewegen und die hier vorhanden privaten Krankenkassen und die IPS die kosten der Behandlung (zumindest teilweise) zu übernehmen.

    1. Das denke ich auch, dass hier der Zoll alles so wahnsinnig verteuert. Wenn der Staat nicht in der Lage ist, angemessene Behandlungen für JEDEN(!) zu geben, dann muss dieser vor allem im medizinischen Bereich die Tarife für den Import medizinischer Geräte senken – und zwar drastisch – ebenso natürlich auch Spenden aller Art für gemeinschaftliche Zwecke wie Feuerwehr usw.
      Ich weiß, das ist alles Wunschdenken. Der Staat verdient mittlerweile kräftig an Importen aller Art – und natürlich nicht nur der Staat, sondern auch die Direktoren im Zoll. Es ist ganz klar eine Zollmafia – die meiner Meinung viel zu wenig von den Medien angegangen wird.
      Trotzdem hat 2fler nicht ganz Unrecht. Es gibt sehr viele Paraguayer und dazu zählen auch Mennoniten, die meinen, wenn sie einen weißen Kittel anziehen sie jemand besonders sind und viel verdienen MÜSSEN. Halbgötter in Weiß, wie man oft liest, die Patienten mit Medikamenten vollstopfen, damit die eigene Tasche klingelt.
      Mich würde mal interessieren, wie diese Vereinbarungen mit den Krankenkassen aussehen. Soweit bekannt verweigern Krankenkassen jegliche Art von Krebsbehandlung.

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