Nachhaltigkeits-Offensive: Cateura verwandelt sich von der Müllkippe zum Wertstoffzentrum

Asunción: Der Leiter der Abteilung für integrierte Abfallwirtschaft der Stadtverwaltung von Asunción, Ingenieur Walter Lezcano, erklärte, dass sich die neue mechanisierte Mülltrennungsanlage in Cateura in der Endphase befindet.

Sie wird eine erhebliche Steigerung der Rückgewinnung von recycelbaren Materialien ermöglichen, was sich direkt auf das Einkommen der Abfallsammler und das Umweltmanagement von Asunción auswirken wird.

Der Beamte erinnerte daran, dass die Deponie Cateura seit 2022 auf Anordnung des Ministeriums für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (Mades) nicht mehr als Endlagerstätte dient, sondern als Umladestation fungiert. Dies bedeutet, dass die Abfälle dort maximal 24 Stunden verbleiben. In dieser Zeit werden wertvolle Materialien aussortiert, bevor der Rest zur Deponie in der Gemeinde El Farol transportiert wird.

Lezcano erläuterte, dass die Rückgewinnung in Cateura jahrzehntelang manuell erfolgte, mit einer Quote von gerade einmal 3 %. Kunststoffe, Karton, Papier und Metalle wurden unter prekären Arbeitsbedingungen im Freien getrennt, was sowohl die Effizienz als auch das Einkommen der Recycler einschränkte.

Mit der neuen Anlage erfolgt die Trennung mechanisiert über Förderbänder. Dies ermöglicht den Gancheros eine bessere Übersicht und mehr Zeit für die Auswahl der Wertstoffe. Erste technische Tests letzte Woche ergaben eine Rückgewinnungsquote von 12 %, mit einem Potenzial von bis zu 20 %.

„Ohne die Anlage wurden etwa 7 Tonnen pro Tag zurückgewonnen. Mit diesem System können wir anfangs 28 Tonnen erreichen und bei Prozessoptimierung zwischen 35 und 40 Tonnen täglich erzielen“, so Lezcano.

Nach Daten aus dem Jahr 2025 erreichen täglich etwa 625 Tonnen Abfall Cateura, wovon 38 % potenziell recycelbare anorganische Materialien sind. Dennoch kann nicht alles verwertet werden – sei es aufgrund fehlender Technologie, hoher Verarbeitungskosten oder geringem Marktwert (wie bei Glas). Daher liegt der Fokus weiterhin auf Papier, Karton, Kunststoff und Metallen.

Neben dem wirtschaftlichen Nutzen für die derzeit 457 registrierten Recycler hob Lezcano die ökologischen Auswirkungen hervor: „Je mehr wir zurückgewinnen und in den Industriekreislauf zurückführen, desto geringer ist der Druck auf natürliche Ressourcen wie Wälder oder Erdöl.“

Die Anlage hat eine Kapazität von bis zu 1.080 Tonnen pro Tag und übersteigt damit das derzeitige Abfallaufkommen der Station bei weitem. Was die Vermarktung betrifft, gibt es derzeit ein Netz von Zwischenhändlern. Die Stadtverwaltung fördert jedoch die Organisation der Sammler in Genossenschaften, damit diese direkt an Recyclingunternehmen verkaufen und ihre Gewinnspannen erhöhen können.

Abschließend klärte Lezcano auf, dass die Anlage Teil einer 20-jährigen Konzession der Stadt Asunción an ein privates Unternehmen ist. Nach Ablauf der Frist geht die gesamte Infrastruktur in das Eigentum der Stadt über. Er erinnerte zudem daran, dass der fehlende Bau dieser Anlage einer der Gründe für die Kündigung des Vertrages mit dem vorherigen Konzessionär war.

Wochenblatt / adn digital

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