Plan Condor: 30 Gräber in Paraguay bleiben wegen fehlender Mittel unberührt

Asunción: Rogelio Goiburú, Leiter der Abteilung für Geschichtsaufarbeitung, beklagte, dass die Suche nach verschwundenen Paraguayern angesichts fehlender staatlicher Mittel „aus eigener Kraft“ erfolge. Mindestens 30 Ausgrabungsstellen in der Umgebung von Asunción, die bereits identifiziert wurden, bleiben aufgrund fehlender Mittel weiterhin unberührt.

50 Jahre nach dem Militärputsch in Argentinien, der eine der dunkelsten Epochen der Region einläutete, hat Paraguay weiterhin eine Schuld gegenüber seiner Geschichte und gegenüber den Familien, die noch immer nach ihren Angehörigen suchen.

Rogelio Goiburú, Direktor für Wiedergutmachung und Geschichtsarbeit im Justizministerium, betonte, dass derzeit ohne staatliche Mittel gearbeitet werde und man fast ausschließlich auf den guten Willen und auf externe Gelder angewiesen sei.

Laut Goiburú widmen sich in anderen Teilen der Welt Teams von 30 bis 40 Personen ausschließlich der Wiedergutmachung und der Erinnerung, während in Paraguay nur zwei Personen versuchen, die Geschehnisse während der Diktatur zu rekonstruieren.

Mehr als 130 Landsleute werden nach dem Plan Cóndor vermisst

Schätzungen zufolge wurden nach dem Putsch vom 24. März 1976 mehr als 130 Paraguayer in Argentinien entführt und verschwanden. Diese Verbrechen waren keine Einzelfälle, sondern Teil der „Operación Cóndor“, eines systematischen kriminellen Plans, bei dem sich die Diktaturen der Region zusammenschlossen, um Menschen zu verfolgen, zu foltern und verschwinden zu lassen.

Bis heute konnten dank der Zusammenarbeit mit dem argentinischen Team für forensische Anthropologie 14 Landsleute in Argentinien identifiziert werden. Auf paraguayischem Boden wurden weitere vier Leichen identifiziert, darunter eine italienische Staatsbürgerin und ein Argentinier, allesamt Opfer dieses transnationalen Terrorpaktes. Insgesamt konnten nur 18 Familien die Überreste ihrer Angehörigen bergen, um ihnen ein würdiges Begräbnis zu ermöglichen.

Ausgrabungen durch Nachlässigkeit gebremst

Der Direktor beklagte, dass Geldmangel das größte Hindernis bei der Wiederherstellung der Erinnerung sei. „Wir machen kleine Schritte, aber wir kämpfen uns weiter mit aller Kraft voran“, beklagte er.

Derzeit sind mindestens 30 Stellen identifiziert, an denen der Verdacht besteht, dass sich Knochenreste befinden, doch die Initiative ist auf Eis gelegt, da keine Mittel zur Mobilisierung der Teams vorhanden sind.

Diese Orte befinden sich hauptsächlich in der Umgebung von Asunción. „Jetzt haben wir endlich Mittel, da die Vereinten Nationen uns die Mittel zur Verfügung stellen werden, um an diesen identifizierten Orten zu graben“, erklärte Goiburú.

Wochenblatt / Abc Color

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