Asunción: Der Ökonom und ehemalige Finanzminister Manuel Ferreira hat sich für eine Reform der staatlichen Rentenkasse (Caja Fiscal) ausgesprochen und erklärt, dass das derzeitige System für die öffentlichen Finanzen untragbar sei.
„Man versucht vieles, aber der paraguayische Staat gibt sein Geld nicht gut aus. Selbst wenn wir Norwegen oder Finnland wären, würden wir das nicht aushalten, denn dies ist die Diktatur der Mathematik“, bekräftigte er.
Der Experte verdeutlichte das Missverhältnis zwischen Beiträgen und Leistungen an einem Rechenbeispiel: „Wenn ein Beamter 25 Jahre lang 16 % seines Gehalts einzahlt, sammelt er einen Wert von 4.800 an. Danach möchte er jedoch für weitere 25 Jahre 100 % seines vollen Gehalts beziehen, was 30.000 erfordern würde. Das angesparte Geld reicht gerade einmal für vier Jahre Rente, dabei hat er im Schnitt noch 21 weitere Lebensjahre vor sich“, erklärte er.
Ferreira wies darauf hin, dass das Defizit bisher durch Beiträge anderer Beamter und Steuergelder der Bürger gedeckt wurde. „Heute zahlen wir für Militärs und Polizisten, die in den Ruhestand gehen, ohne genug eingezahlt zu haben. Das kostet 320 Millionen Dollar pro Jahr, und die Summe steigt täglich. Keine Rechnung hält dem stand“, gab er an.
Zudem kritisierte der Ökonom das Renteneintrittsalter im öffentlichen Dienst: „Ein Polizist kann mit 32 Jahren in Rente gehen, ein Soldat mit 37 und eine Lehrerin mit 43. Im privaten Sektor hingegen muss eine Lehrerin bis 60 arbeiten.“
Abschließend warnte er vor den Folgen für die Allgemeinheit: „Das Geld, das für die Renten von 87.000 Personen aufgewendet wird, fehlt in Krankenhäusern, beim Straßenbau und bei der Stromversorgung. Den restlichen sechs Millionen Paraguayern werden so die Ressourcen entzogen.“
Der Gesetzentwurf zur Reform der Caja Fiscal wurde Ende Dezember 2025 von der Regierung vorgelegt und befindet sich derzeit in der parlamentarischen Debatte. Ziel ist es, das Defizit zu stoppen, das im letzten Jahrzehnt 1,16 Milliarden US-Dollar überschritten hat.
Wochenblatt / Megacadena















