Asunción: Nächster heftiger Schock für Paraguays Schulsystem. Bildungsminister Luis Ramirez musste eine erschütternde Zahl bestätigen: Gegen mittlerweile 300 Mitarbeiter des Bildungsministeriums (MEC) laufen interne Ermittlungsverfahren wegen gefälschter oder illegaler Universitäts-Diplome. Der Großteil der Betroffenen: ausgerechnet Lehrer, die an unseren Schulen unterrichten.
Die Enthüllung folgt auf einen vernichtenden Bericht des Rechnungshofes, der gravierende Sicherheitslücken im Registrierungssystem des MEC sowie ein völliges Chaos beim Hochschulrat Cones aufdeckte.
Identitätsdiebstahl von Toten und 180 Sofort-Entlassungen
Die Dimensionen des Betrugs sind schockierend! Der Rechnungshof stieß im IT-System auf mehr als 453.000 verdächtige Vorgänge. Unter anderem wurden die Cedulas von verstorbenen Personen missbraucht und Abschlüsse von über 1.700 nicht zugelassenen Studiengängen einfach abgesegnet.
Minister Ramirez betonte jedoch, dass man im Ministerium keineswegs tatenlos zugeschaut habe: „Alles, was der Rechnungshof untersucht hat, hatten wir intern bereits aufgedeckt und angezeigt.“
Die ersten Konsequenzen wurden bereits knallhart gezogen:
-180 Fristlose Kündigungen: In einer ersten Welle wurden bereits rund 180 überführte Betrüger umgehend aus dem Dienst entfernt.
-Staatsanwaltschaft schaltet sich ein: Sämtliche Fälle wurden an die Fiscalia übergeben.
-Reform beim Hochschulrat: Beim Cones wurden strenge Prüfkommissionen und nachverfolgbare Votierungen eingeführt.
Ramirez gab zu, dass das Ministerium an seine personellen Grenzen gestoßen war und der Eingriff von Staatsanwaltschaft und Rechnungshof nötig war, um aufräumen zu können. Trotz der Welle der Entrüstung im Land zeigt sich der Minister optimistisch: „Ich bin zufrieden mit dem, was wir erreichen, auch wenn noch viel Arbeit vor uns liegt.“
Wochenblatt / adn digital















