Santa Cruz de la Sierra: Der Drogenboss Sebastián Marset wurde heute Morgen in Santa Cruz de la Sierra, Bolivien, festgenommen, wie die dortigen Polizeibehörden bestätigten. Ersten Angaben zufolge begann die Operation in den frühen Morgenstunden, und „er befindet sich bereits in Gewahrsam“.
Sebastián Marset gilt als der bekannteste Drogenhändler Uruguays und Anführer eines internationalen Netzwerks, das als „Primer Cartel Uruguayo (PCU)“ identifiziert wurde.
Der Leiter des Nationalen Anti-Drogen-Sekretariats, Jalil Rachid, erklärte, dass sie von ihren bolivianischen Kollegen vor 7:00 Uhr an diesem Freitag die Information über die Festnahme von Sebastián Marset erhalten hätten und derzeit in Echtzeit aktuelle Meldungen erhielten.
„In den frühen Morgenstunden wurde eine Operation gestartet. Seit 2:00 Uhr arbeiten die Kollegen aus Bolivien daran, ihn und seine Organisation einzukreisen. Er verfügte tatsächlich über viele gepanzerte Fahrzeuge und hatte einen starken Personenschutz. Die Informationen, die ich erhalten habe, sind positiv; er ist bereits festgenommen worden“, erklärte er.
Der Kommunikationsdirektor des bolivianischen Sicherheitsministeriums bestätigte ebenfalls, dass Marset bei dieser Operation im Stadtteil Las Palmas festgenommen wurde.
Seit mehreren Wochen bitten die bolivianischen Behörden um Hilfe bei der Suche nach dem mutmaßlichen uruguayischen Drogenboss, der sich seit Jahren in verschiedenen Ländern der Welt versteckt hält. Sogar der Präsident der Republik, Rodrigo Paz, hatte vor einigen Tagen öffentlich um Hinweise zu seinem Aufenthaltsort gebeten.
Die Zeitung El Deber berichtet zudem, dass insgesamt vier Personen festgenommen wurden: drei Männer und eine Frau. Derzeit sind mehrere Straßen rund um das durchsuchte Haus weiterhin abgesperrt.
Gegen 6:30 Uhr war die bolivianische Kriminologin Gabriela Reyes eine der ersten, die zunächst berichtete: „Sie haben den Uruguayer.“ Zwanzig Minuten später meldete sie mit Bestimmtheit: „Marset ist gefallen. Viele Menschen müssen SEHR besorgt sein. Es war nur eine Frage des politischen Willens. Gut gemacht, Rodrigo Paz.“
Die bolivianischen Polizeibehörden teilen mit, dass sie um die Mittagszeit eine Pressekonferenz abhalten werden, um weitere Details bekannt zu geben.
Wer ist Sebastián Marset?
Sebastián Marset gilt als der bekannteste Drogenhändler Uruguays und Anführer eines internationalen Netzwerks, das als das „Erste Uruguayanische Kartell (PCU)“ identifiziert wurde. Die Behörden von Paraguay, Uruguay, Bolivien und den Vereinigten Staaten beschuldigen ihn, mit Unterstützung ausländischer krimineller Organisationen große Kokainlieferungen koordiniert zu haben, die aus Bolivien kamen, Paraguay durchquerten und zu europäischen Häfen verschifft wurden.
Die ersten dokumentierten Verbindungen von Marset zum Drogenhandel reichen bis ins Jahr 2012 zurück, als er angeblich eine Marihuana-Lieferung aus Paraguay erhalten haben soll, die von Juan Domingo Viveros Cartes, dem Onkel des ehemaligen Präsidenten Horacio Cartes, verschickt worden war.
Im Jahr 2013 wurde er in Uruguay festgenommen und wegen illegalen Drogenhandels verurteilt. Nach seiner Freilassung im Jahr 2018 begann er, ein umfassenderes Netzwerk aufzubauen, das sich den Ermittlungen zufolge im Laufe der Jahre weiter festigte.
Im Jahr 2019 ließ er sich in Paraguay nieder und stand in direktem Kontakt mit nationalen Behörden wie dem Senator Erico Galeano, der bereits wegen Geldwäsche aus dem Drogenhandel verurteilt wurde.
Ebenso knüpfte Marset auf paraguayischem Gebiet Verbindungen zum sogenannten Insfrán-Clan, angeführt von Miguel Insfrán, alias Tío Rico, der derzeit ebenfalls im Rahmen der Operation „A Ultranza Py“ strafrechtlich verfolgt wird.
Wochenblatt / Abc Color












